Fahrzeugschein

Ein Fahrzeugschein dient dazu, Ihren Pkw bei einer polizeilichen Kontrolle schnell zu identifizieren. Als Halter eines Pkws sind Sie deshalb dazu verpflichtet, den Fahrzeugschein bei jeder Fahrt mitzuführen. Doch was passiert, wenn das Dokument verloren geht? Und welche Daten sind darin enthalten? Die Antworten lesen Sie im Folgenden.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Der Fahrzeugschein dient der Identifizierung von Fahrzeug und Fahrzeughalter. Der Fahrzeugschein wird mittlerweile als Zulassungsbescheinigung Teil 1 bezeichnet!
  • Der Fahrzeugschein muss vom Fahrer eines Kraftfahrzeuges immer mitgeführt werden. Der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil 2) sollte hingegen an einem sicheren, dem Auto fernen Ort aufbewahrt werden!
  • Falls Sie den Fahrzeugschein verlieren, müssen Sie bei der zuständigen Zulassungsbehörde unverzüglich einen neuen beantragen. Dazu benötigen Sie Ihren Personalausweis, den Fahrzeugbrief und einen gültigen HU-Bericht!

Inhalts­verzeich­nis

    Wofür brauche ich einen Fahrzeugschein?

    Als Fahrzeughalter sind Sie in Deutschland dazu verpflichtet, den Fahrzeugschein immer bei sich zu haben, wenn Sie Ihren Pkw nutzen. Grundlage dafür ist § 11 Abs. 5 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung. Die gesetzliche Pflicht hat einen Sinn, denn mithilfe des Fahrzeugscheins kann ein Auto schnell und eindeutig identifiziert werden. Im Fahrzeugschein, der auch als Zulassungsbescheinigung Teil 1 bezeichnet wird, sind die wichtigsten technischen Daten zum Fahrzeug, wie zum Beispiel das Alter oder die Typklasse, eingetragen. Wer trotz der gesetzlichen Pflicht keinen Fahrzeugschein mit sich führt, muss bei polizeilichen Kontrollen mit einem Bußgeld rechnen. Laut § 48 Nr. 5 FZV handelt es sich in diesem Fall um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von zehn Euro geahndet wird.

    Unterschied: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief?

    Wer einen neuen Pkw kauft und ihn bei der Kfz-Zulassungsbehörde anmeldet, bekommt sowohl einen Fahrzeugschein als auch den sogenannten Fahrzeugbrief ausgehändigt. Den Fahrzeugbrief erhalten Sie bereits vom Händler, den Fahrzeugschein schließlich von der zuständigen Kfz-Behörde. Zusammen ergeben die beiden Dokumente die vollständige Zulassungsbescheinigung für Ihr neues Fahrzeug. Rein formell wird deshalb auch zwischen der Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) und der Zulassungsbescheinigung Teil 2 (Fahrzeugbrief) unterschieden. Doch wo liegt genau der Unterschied zwischen den beiden Dokumenten?

    Fahrzeugschein als Ausweis des Pkws

    Der Fahrzeugschein oder die Zulassungsbescheinigung Teil I kann man sich ungefähr wie einen Personalausweis für das Auto vorstellen. Das kleine und handliche Dokument muss laut Gesetz bei jeder Fahrt mitgeführt werden. Im Gegensatz zum wesentlich ausführlicheren Fahrzeugbrief sind im Fahrzeugschein nur die wichtigsten Informationen zum Pkw notiert. Enthalten sind zum Beispiel die Angaben zu Fahrzeugtyp und Fahrzeugklasse, zum Halter und zum Kfz-Kennzeichen. Auch das Datum der Erstzulassung und die Fahrgestellnummer befinden sich im Fahrzeugschein, um Ihren Pkw bei einer polizeilichen Kontrolle einwandfrei zu identifizieren. Darüber hinaus benötigen Sie den Fahrzugschein bei einer Inspektion oder bei bestimmten Reparaturen des Wagens.

    Fahrzeugbrief als Besitzurkunde

    Wesentlich ausführlicher als der Fahrzeugschein ist der Fahrzeugbrief, der auch Zulassungsbescheinigung Teil II genannt wird. Allein im Format ist er deutlich größer als der handliche Fahrzeugschein. Neben den technischen Informationen, die auch im Fahrzeugschein notiert sind, enthält der Fahrzeugbrief detailliertere Informationen zum Eigentümer des Autos – denn beim Eigentümer und dem Fahrzeughalter muss es sich nicht immer um dieselbe Person handeln.

    Tipp

    Erfahren Sie mehr über den Fahrzeugbrief und seine Funktionen für den Besitzer eines Autos!

    Besitznachweis durch Zahlungsbescheinigung

    Die Zulassungsbescheinigung Teil II sollte deshalb unbedingt beim Eigentümer des Fahrzeuges verbleiben, um jederzeit Auskunft darüber zu geben, wem das Auto gehört. Wenn Sie Ihren neuen Pkw zum Beispiel über eine Bank günstig finanzieren, bleibt die Bank solange als Eigentümer im Fahrzeugbrief eingetragen, bis das Fahrzeug vollständig abbezahlt ist.

    Wozu wird der Fahrzeugbrief benötigt?

    Während Sie den Fahrzeugschein immer bei sich haben müssen, wenn Sie Ihren Pkw benutzen, sollte der Fahrzeugbrief an einem sicheren Ort verwahrt werden. Auf keinen Fall dürfen Sie den Fahrzeugbrief im Auto selbst liegenlassen. Wenn das Auto mitsamt dem Fahrzeugbrief gestohlen wird, gilt das sogar als grobe Fahrlässigkeit. Der Fahrzeugbrief stellt zwar per se keinen Eigentumsnachweis dar, gemäß der ständigen Rechtsprechung verkörpert das Dokument jedoch das Eigentum an dem jeweiligen Auto. Einfach ausgedrückt bedeutet dies: Der Erwerb eines Fahrzeuges ohne Zulassungsbescheinigung Teil 2 ist gegebenenfalls ungültig. Beim Kauf eines neuen Pkw sollten Sie den Fahrzeugbrief deshalb gewissenhaft prüfen und kontrollieren, ob alle wichtigen Informationen darin enthalten sind. Darüber hinaus benötigen Sie den Fahrzeugbrief, um den Neuwagen bei der Zulassungsbehörde anzumelden.

    Was genau steht im Fahrzeugschein?

    Seit dem 01.10.2005 erhalten Sie bei der Anmeldung Ihres Pkw bei der Kfz-Behörde oder beim Bürgerservice den neuen Fahrzeugschein. Auf den ersten Blick wirkt das neue Dokument relativ unübersichtlich, denn bei meisten Angaben handelt sich lediglich um Zahlen und Kürzel. Viele Pkw-Halter fragen sich deshalb, welche Informationen auf der Vorder- und der Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil 1 festgehalten sind? Am wichtigsten ist die Vorderseite. Hier befindet sich die Kennzeichen-Nummer, der Name und die Anschrift des Halters sowie das Datum der Zulassung. Auf der Vorderseite ist zudem das Datum der nächsten Hauptuntersuchung notiert. Darüber hinaus sind der Reihe nach die folgenden Informationen im Fahrzeugschein festgehalten:

    • Datum der Erstzulassung
    • Typschlüssel
    • Fahrzeugidentifikationsnummer
    • Marke / Typ / Variante / Version
    • Handelsbezeichnung des Fahrzeuges
    • Fahrzeugklasse und Aufbau
    • Schadstoffklasse des Fahrzeuges
    • Kraftstoffart / Energiequelle
    • Hubraum in ccm
    • Zahl der Achsen insgesamt sowie die Zahl der angetriebenen Achsen
    • Leistung in kW / Drehzahl
    • Informationen zu den Abmessungen des Fahrzeuges sowie zur Größe des Tanks, Art der Bereifung, Anhängerlast und der Farbe

    Die Rückseite des Fahrzeugscheines ist vor allem für die Hauptuntersuchung interessant. Hier finden Sie das Feld für weitere HUs. Außerdem wird die vorübergehende Stilllegung oder die endgültige Außerbetriebssetzung Ihres Fahrzeuges auf der Rückseite des Fahrzeugscheines vermerkt.

    Kfz-Schein einfach erklärt

    Seit Oktober 2005 ist der Kfz-Schein Teil I der Zulassungsbescheinigung, Teil II ist der Fahrzeugbrief. Im Fahrzeugschein sind der Name und die Anschrift der Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist, sowie die wichtigsten technischen Daten, das amtliche Kennzeichen und Hinweise zur Durchführung der Hauptuntersuchung vermerkt. Angaben zur Abgasuntersuchung finden sich hingegen nicht im Kfz-Schein. Eine Erklärung der einzelnen Felder und Nummern findet sich auf der Rückseite. Generell sind die im Fahrzeugschein enthaltenen Informationen einzelnen Buchstaben und Unternummern zugeordnet, die in jedem EU-Land einheitlich zu lesen sind. Andere Angaben, die durch eine Nummerierung in Klammern dargestellt werden, sind nur in Deutschland (bzw. dem jeweiligen EU-Zulassungsland) von Bedeutung.

    Wenn ich den Fahrzeugschein verloren habe?

    Als Fahrzeughalter sind Sie dazu verpflichtet, den Fahrzeugschein immer bei sich zu haben, wenn Sie Ihren Pkw fahren möchten. Falls Sie Ihre Zulassungsbescheinigung Teil 1 verlieren, muss das Dokument deshalb schnellstmöglich ersetzt werden. Dafür wenden Sie sich an die jeweilige Kfz-Behörde, bei der Ihr Fahrzeug angemeldet wurde. Ersatz erhalten Sie außerdem beim Bürgerservice in Ihrem Ort. Allerdings benötigen Sie dafür eine ganze Reihe von Unterlagen. Diese Unterlagen sind erforderlich, um den Fahrzeugschein beim Bürgerservice zu beantragen:

    • gültiger Personalausweis oder Reisepass
    • Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) oder ein Fax von der Bank (bei finanzierten Fahrzeugen)
    • gültiger Bericht der Hauptuntersuchung

    Darüber hinaus benötigen Sie ein Dokument, das genau erklärt, unter welchen Umständen Sie den Fahrzeugschein verloren haben. Bei einem Autodiebstahl etwa müssen Sie Anzeige erstatten und den Polizeibericht mit gültigem Aktenzeichen bei der Kfz-Behörde vorlegen, um Ersatz für Ihren alten Fahrzeugschein zu erhalten. Ist das Dokument hingegen verlorengegangen, reicht es, beim Bürgerservice eine Verlusterklärung an Eides statt abzugeben.

    Kfz-Schein: Erklärung der einzelnen Felder

    Die im Fahrzeugschein enthaltenen Angaben dienen unter anderem der Individualisierung des Fahrzeugs. Deshalb findet man unter ihnen Informationen wie die Gesamtmasse, die Anzahl der Achsen und Sitzplätze, die Farbe, die Leistung usw. Besonders wichtige Daten sind für den Fahrzeughalter z. B. die Codes B, H und I, in denen alle Angaben zur ersten und aktuellen Zulassung des Fahrzeugs gemacht werden. Code D benennt im Einzelnen die genau Bezeichnung des Fahrzeugs, Code E die Identifikationsnummer und J die Fahrzeugklasse, die man als Autohalter kennen sollte. Auch die unter Code P.3 angegebene Kraftstoffart und die Schadstoffklasse des Fahrzeugs (V.9) sind wichtige Informationen, ohne die kein richtiger Umgang mit dem Fahrzeug erfolgen kann. Wer eine Erklärung zu den im Kfz-Schein vorhandenen nationalen Angaben (Ziffern in Klammern) parat hat, ist bei einem Wechsel der Kfz-Versicherung gut beraten. Hierbei sind z. B. die unter Punkt (2.1) und (2.2) aufgeführten Hersteller- und Typschlüssel von Bedeutung. Außerdem wichtig für Fahrzeugbesitzer sind die Angaben zu den Maßen des Fahrzeugs (Punkte (18), (19) und (20)) sowie die Nummer der Zulassungsbescheinigung Teil II (Punkt (16)).

    Wie teuer ist der Ersatzfahrzeugschein?

    Die Kosten für einen neuen Fahrzeugschein fallen je nach Kfz-Behörde unterschiedlich aus. In der Regel zahlen Sie jedoch nicht mehr als zwölf Euro. Teurer kann es hingegen werden, wenn Sie die eidesstattliche Versicherung ausfüllen müssen, um den Verlust des Fahrzeugscheines zu erklären. Bei manchen Bürgerämtern kostet die Erklärung rund 30 Euro, sofern Sie direkt vor Ort aufgenommen wird. Die Kosten können Sie allerdings umgehen. Dafür setzen Sie selbst eine eidesstattliche Erklärung auf und geben das bereits fertige Dokument bei der Behörde ab. Eine Vorlage für Ihre persönliche Verlusterklärung finden Sie in der Regel online auf der Webseite des zuständigen Bürgerservice.

    Nicht persönlich beim Bürgerservice erscheinen?

    Fehlt die Zeit, um einen neuen Fahrzeugschein persönlich zu beantragen, gibt es folgende Möglichkeit: Wenn Sie alle oben genannten Dokumente parat haben, können Sie den Ersatz auch durch einen Bevollmächtigten beim Bürgerservice beantragen lassen. Dafür stellen Sie einfach eine Vollmacht aus, Vorlagen für die Vollmacht finden Sie schnell und bequem online. Nachdem Sie das Dokument heruntergeladen und ausgedruckt haben, tragen Sie die notwendigen Informationen ein und unterschreiben die Vollmacht. Die von Ihnen Bevollmächtigte Person kann nun mit Ihrem Personalausweis einen neuen Fahrzeugschein beim Bürgerservice oder der zuständigen Kfz-Behörde beantragen.

    Kunden-Bewertungen

    • 5 / 5
      Super Service, sehr zu empfehlen und sehr gute Beratung (=wir mussten bei unserem bisherigen Anbieter selbst kündigen - wegen Preiserhöhung).
    • 5 / 5
      Reibungsloser Ablauf, sehr guter Kundenservice .Ich bin sehr Zufrieden und kann die BEV nur weiterempfehlen
    • 5 / 5
      Wechsel klappte ohne Probleme mit super Informationen zum jeweiligen Stand des Wechsels.

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