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Berufsunfähigkeitsversicherung

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Die private Berufsunfähigkeitsversicherung: Voraussetzungen und Leistungen im Überblick

Burnout, Krankheit oder Unfall: In Deutschland müssen fast 25 Prozent der Menschen ihren Job vor dem Rentenalter aufgeben, weil sie der Arzt für berufsunfähig erklärt. War die Berufsunfähigkeit früher vor allem in den klassischen Risikoberufen im Bereich des Handwerks verbreitet, betrifft sie nun zunehmend auch Arbeitnehmer mit Bürojobs. Um im Falle der Berufsunfähigkeit den bisherigen Lebensstandard gewährleisten zu können, ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich.

Das wichtigste zusammengefasst

  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht in der Regel nicht aus, den Lebensunterhalt zu decken, wenn du berufsunfähig bist.
  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher für jeden sinnvoll, dessen Lebensunterhalt zu großen Teilen von der Arbeitskraft abhängt.
  • Die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von der Vertragslaufzeit, der Rentenhöhe, der Gesundheitsprüfung und einer etwaigen Dynamik ab.

Inhalts­verzeichnis

    Berufsunfähigkeitsversicherung – Abgrenzung von ähnlichen Policen

    Wenn dir der Arzt aufgrund von Krankheit oder infolge eines Unfalls Berufsunfähigkeit attestiert, stehst du fortan ohne ein regelmäßiges Einkommen da. Zwar gibt es eine gewisse staatliche Absicherung in Form der sogenannten Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese ist jedoch an zahlreiche Bedingungen geknüpft und wurde in den vergangenen Jahren erheblich reduziert. Resultiert die Berufsunfähigkeit aus einem Unfall, greift unter Umständen auch die Unfallversicherung . Aber auch hier sind die Leistungen begrenzt. Wer sich möglichst umfassend gegen den Wegfall der eigenen Arbeitskraft und den daraus resultierenden Einkommensausfall absichern möchte, sollte den Königsweg gehen und eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Im Folgenden erklären wir dir die Unterschiede zwischen dieser Police, der Erwerbsminderungsrente und der Unfallversicherung und erläutern, für wen eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist.

    Was leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

    Ob Freiberufler, Angestellte oder Lehrer – vor dem Risiko der Berufsunfähigkeit ist niemand geschützt, es kann jeden treffen. In der Folge bleiben die Einnahmen aus Gehalt und Lohn aus. Weitere finanzielle Belastungen kommen hinzu, etwa für die medizinische Betreuung oder Versorgung. Vor allem für Singles, Familien mit Alleinverdiener oder junge Menschen, die bislang nur ein geringes finanzielles Polster aufbauen konnten, ist dieser Einkommensausfall schwer zu verkraften. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich diese finanzielle Lücke wirksam schließen. Berufstätige Versicherte, die aufgrund eines Unfalls oder wegen einer Krankheit zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sind, erhalten in der Regel aus der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung eine Rente. Je nach vertraglicher Vereinbarung gilt dies auch für pflegebedürftige Personen, die mindestens unter Pflegestufe 1 fallen.

    Berufsunfähigkeitsversicherung vs. Erwerbsminderungsrente

    Können Menschen aufgrund einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten, springt im Notfall die gesetzliche Rentenversicherung ein und zahlt eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Hierzu müssen jedoch verschiedene Bedingungen erfüllt sein:

    • Innerhalb der vergangenen fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung hast du in Summe mehr als drei Jahre Rentenbeiträge gezahlt. Der Zeitraum von drei Jahren muss nicht zusammenhängend sein.
    • Du kannst am Tag höchstens noch sechs Stunden eine Arbeit verrichten.

    Für alle, die vor 1961 zur Welt kamen, greift dieser Versicherungsschutz bereits, wenn sie zur Ausübung des erlernten oder eines gleichwertigen Berufs nicht mehr in der Lage sind. Alle später Geborenen haben das Nachsehen: Sie erhalten nur dann eine Rente wegen Erwerbsminderung, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als sechs Stunden täglich irgendeine Arbeit ausüben können. Um den vollen Satz zu erhalten, darfst du höchstens drei Stunden am Tag irgendetwas arbeiten können. Demnach können Akademiker auch eine ungelernte Arbeit zugewiesen bekommen.

    Darüber hinaus reicht die Erwerbsminderungsrente nicht annähernd aus, um den bisherigen Lebensstandard beizubehalten:


    • Wer zwischen drei und sechs Stunden irgendeiner Tätigkeit nachgehen kann, erhält die halbe Erwerbsminderungsrente. Dies sind im Schnitt etwa 15 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.
    • Wer maximal drei Stunden täglich arbeiten kann, hat Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente. Im Durchschnitt beläuft sich dies auf 30 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.

    Die Höhe der zu erwartenden Erwerbsminderungsrente kannst du der Renteninformation entnehmen, die dir einmal jährlich von der gesetzlichen Rentenversicherung per Post zugesendet wird. Laut den Zahlen der Deutschen Rentenversicherung lag die Erwerbsminderungsrente im Jahr 2016 bei durchschnittlich 759 Euro pro Monat. Im Unterschied zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente greift die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Berufsunfähigkeit: Wenn du in deinem aktuellen oder im erlernten Beruf voraussichtlich ein halbes Jahr oder länger zu über 50 Prozent berufsunfähig bist. Hinzu kommt, dass sich die Rente aus der Berufsunfähigkeit anders als bei der Erwerbsminderungsrente nicht am letzten Bruttoeinkommen orientiert, sondern vertraglich definiert wird. Du kannst also selbst entscheiden, in welcher Höhe du dich absichern möchtest.

    Berufsunfähigkeits- vs. Unfallversicherung

    Einen Versicherungsschutz gegen Gefahren des alltäglichen Lebens bieten sowohl die Unfall- als auch die Berufsunfähigkeitsversicherung. Ausgehend von den jeweiligen Bezeichnungen gehen viele Verbraucher davon aus, dass die Unfallversicherung die durch Unfälle hervorgerufene Berufsunfähigkeit absichert und dass die Berufsunfähigkeitsversicherung alle anderen Fälle erfasst, in denen keine Erwerbstätigkeit mehr ausgeführt werden kann, beispielsweise schwere Krankheiten. Diese Einteilung ist jedoch falsch: Denn für die Unfallversicherung ist die Berufsunfähigkeit völlig unerheblich. Sie greift bei jedem Unfall, auch wenn du danach weiterarbeiten kannst. Darüber hinaus kann auch die Berufsunfähigkeit bei einem Unfall oder Arbeitsunfall einspringen – und zwar immer dann, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Die beiden Policen unterscheiden sich demnach völlig hinsichtlich der jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor jeder Art von Berufsunfähigkeit, unabhängig davon, ob diese infolge eines Unfalls oder durch eine Krankheit hervorgerufen wurde. Die Unfallversicherung wiederum greift nur bei Unfällen, egal ob Versicherte ihre Erwerbstätigkeit weiter ausüben können oder nicht.

    Für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

    Die Erwerbsminderungsrente bietet zwar theoretisch eine Absicherung für alle, die infolge von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten können. Allerdings ist die Gewährung der Rente an allerhand Voraussetzungen geknüpft. In der Folge werden zahlreiche Anträge abgelehnt, 2014 betraf dies rund 50 Prozent der Anträge. Hinzu kommt, dass die Höhe der Erwerbsminderungsrente in der Regel nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard weiterzuführen. Daher raten Experten dazu, für den Fall der Berufsunfähigkeit privat vorzusorgen. Nur wer über die Familie oder durch vorhandenes Vermögen ausreichend abgesichert ist, also nicht auf Lohn oder Gehalt angewiesen ist, kann auf diesen Versicherungsschutz verzichten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist vor allem für folgende Personengruppen besonders wichtig:

    • Selbstständige , da diese in der Regel nicht gesetzlich abgesichert sind.
    • Erwerbstätige, die auf das Einkommen zwingend angewiesen sind, zum Beispiel Alleinverdiener.
    • Berufsanfänger, da für junge Menschen mit ausgezeichneter Gesundheit die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung noch relativ gering ausfallen.

    Berufsunfähigkeit: Definition und Ursachen

    Um Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Essenzielle Grundvoraussetzung für den Erhalt der Rente: Berufsunfähigkeit. Doch was genau unter diesem Begriff zu verstehen ist, ist nicht immer ganz einfach. Denn private Berufsunfähigkeitsversicherungen, Versorgungswerke und die Sozialversicherung nutzen im Detail etwas abweichende Definitionen.

    Was bedeutet berufsunfähig?

    Wer vor dem 1. Januar 1961 geboren ist, hat noch einen Rentenanspruch wegen Berufsunfähigkeit aus der deutschen Rentenversicherung. Die diesbezügliche Rechtsgrundlage ist im § 260 des sechsten Sozialgesetzbuches (SGB VI) festgehalten. Demnach gelten die Versicherten als berufsunfähig, deren Erwerbsfähigkeit sich infolge von Behinderung oder Krankheit gegenüber seelisch, geistig und körperlich gesunden Versicherten mit ähnlichen Fähigkeiten sowie Kenntnissen und vergleichbarer Ausbildung auf weniger als sechs Stunden reduziert hat. Freiberufler wie Steuerberater, Notare, Rechtsanwälte, Bauingenieure, Apotheker, Ärzte oder Architekten können sich von der Versicherungspflicht in der Gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen beziehungsweise sind nicht versicherungspflichtig. Sie nutzen stattdessen die Leistungen der Versorgungswerke der jeweiligen Kammern. Wie die Berufsunfähigkeit definiert wird, hängt maßgeblich von den Satzungen der jeweiligen Versorgungswerke ab. Für die private Berufsunfähigkeitsversicherung findet sich die gesetzliche Regelung der Berufsunfähigkeit in § 172 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Demnach ist berufsunfähig, wer infolge von Körperverletzung, Krankheit oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall den letzten Beruf teilweise oder ganz voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann.

    Ursachen der Berufsunfähigkeit

    Für das Jahr 2015 hat das Analysehaus Morgen & Morgen die Ursachen für Berufsunfähigkeit untersucht. Im Ergebnis zeigte sich, dass mittlerweile Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen die häufigste Ursache sind. Die prozentuale Verteilung der Gründe für Berufsunfähigkeit sieht wie folgt aus:

    • Nervenkrankheiten und psychische Erkrankungen (31,32 Prozent)
    • Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (21,01 Prozent)
    • Krebs und andere bösartige Geschwülste (15,93 Prozent)
    • Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems (7,72 Prozent)
    • Unfälle (9,39 Prozent)
    • sonstige Erkrankungen (14,62 Prozent)

    Worauf ist beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten?

    Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung solltest du verschiedene Punkte berücksichtigen. Neben der Nachversicherungsgarantie sind vor allem Verweisungsklauseln und die Beitragsdynamik wichtige Punkte.

    Verweisungsklauseln

    Verweisungsklauseln bestimmen, ob und wie der Versicherer leisten muss. Gibt es beispielsweise einen Beruf, der gleichwertig ist und in dem du arbeiten könntest, kann dich der Versicherer darauf verweisen, statt die Rente zu zahlen. Es werden zwei Verweisungsklauseln unterschieden:

    • Abstrakte Verweisung: Bei dieser Variante erfolgt die Verweisung nicht konkret auf eine ausgeübte Tätigkeit. Vielmehr wird der Versicherte abstrakt auf ein Berufsfeld verwiesen, das seinen Lebensstandard wahrt und den Qualifikationen sowie Kenntnissen entspricht, aber nicht der bisherigen ausgeübten Tätigkeit gleichkommt. So kann ein Bauarbeiter nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit auf einen Bürojob verwiesen werden, sofern der Verdienst ähnlich hoch ausfällt.
    • Konkrete Verweisung: Wenn du bereits freiwillig eine andere Tätigkeit ausführst, die deinen Lebensstandard sichert und deinen Fähigkeiten sowie Kenntnissen gerecht wird, kann dich der Versicherer konkret auf diesen Beruf verweisen und muss keine Rente zahlen.

    Ausgeschlossen ist eine Verweisung nur, wenn der Verdienst des neuen Berufs deutlich geringer ausfallen würde.

    Nachversicherungsgarantie

    Im Versicherungsantrag kannst du die gewünschten monatlichen Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung festlegen. Da sich während der Vertragslaufzeit dein Einkommen und dein Lebensstandard ändern können, empfehlen Experten, auf eine Nachversicherungsgarantie im Vertrag zu achten. Dank dieser kannst du die Rentenhöhe anpassen, ohne dass der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung durchführt. Allerdings ist die Nachversicherung nicht unbegrenzt möglich. Bei einigen Berufsunfähigkeitsversicherungen ist eine Aufstockung ohne erneute Gesundheitsprüfung nur bis zum 45. oder 50. Geburtstag möglich. Darüber hinaus haben die meisten Versicherer Höchstgrenzen für die Rente definiert. Gerade Gutverdiener, die bereits von Anfang an eine hohe Rente vereinbaren wollen, sollten diese Höchstgrenzen beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigen.

    Inflationsschutz durch Vereinbarung einer Dynamik

    Neben der Nachversicherungsgarantie kannst du auch die sogenannte Beitragsdynamik wählen, um langfristig eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsrente sicherzustellen. Wird eine solche Dynamik vereinbart, steigen die Beiträge jährlich um einen vorab definierten Prozentsatz. Mit den höheren Prämien steigen natürlich auch die Rentenansprüche im Versicherungsfall. Allerdings fällt der Prozentsatz etwas geringer aus als der Anstieg der Beiträge. Der Grund hierfür: Bei jeder Anpassung kommt dein aktuelles Lebensalter zum Tragen. Je älter der Versicherte, desto höher fallen die Beiträge für den gleichen Rentenanspruch aus. Dank der Beitragsdynamik steigt die versicherte Berufsunfähigkeitsrente automatisch, ohne dass es hierfür einen konkreten Anlass geben muss und ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung durchgeführt wird.

    Wenn du dir die höheren Beiträge nicht leisten kannst, besteht die Möglichkeit, dem Erhöhungsschritt zu widersprechen und die Dynamisierung auszusetzen. Dann verbleiben Beitrag und Rente auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Wie oft eine Aussetzung möglich ist, ohne dass die Dynamik ganz gestoppt wird, steht in deinem Vertrag. Bei den meisten Versicherern kannst du problemlos zwei Jahre in Folge dem Erhöhungsschritt widersprechen. Setzt du die Dynamik häufiger aus und sie wird daraufhin gestoppt, bleiben deine Beiträge und die Rente künftig unverändert – für weitere Anpassungen ist dann jedoch eine erneute Gesundheitsprüfung vonnöten.

    Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung

    Wie hoch dein monatlicher bzw. jährlicher Beitrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu zählen natürlich die gewünschte Rentenhöhe und die Vertragslaufzeit. Je mehr Geld du im Versicherungsfall erhalten möchtest, desto teurer wird die Berufsunfähigkeitsversicherung. Schließt du eine entsprechende Police in frühen Jahren ab, hast du eine besonders lange Vertragslaufzeit und profitierst daher von günstigeren Beiträgen. Die bereits erwähnte Beitragsdynamik wiederum sorgt dafür, dass im Laufe der Zeit die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung steigen. Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die Gestaltung des Versicherungsvertrages und die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das Ergebnis der Risiko- bzw. Gesundheitsprüfung.

    Gesundheitsprüfung

    Stellst du einen Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, ist eine der zentralen Fragen für die Versicherer: Wie groß ist das Risiko, dass du berufsunfähig wirst und die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nimmst? Die Zustimmung zum Versicherungsantrag und die Konditionen des Versicherungsschutzes hängen unter anderem von deinem Alter, dem ausgeübten Beruf, risikoreichen Hobbys und deinem Gesundheitszustand sowie von Vorerkrankungen und aktuellen Krankheiten ab. Für die Bewertung der jeweiligen Lebensumstände führen Versicherer vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung durch und fordern Antragsteller auf, die sogenannten Gesundheitsfragen schriftlich zu beantworten.

    Gesundheitsfragen

    Bei den Gesundheitsfragen im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um einen Fragenkatalog rund um deinen Gesundheitszustand und deine Krankheitsvorgeschichte. Üblicherweise beziehen sich die Gesundheitsfragen auf einen begrenzten Zeitraum von fünf bis zehn Jahren vor Antragstellung. Anhand der Antworten ordnet dich der Versicherer einem bestimmten Risikoprofil zu, das die Grundlage für die Beitragsfestsetzung bildet. Um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, solltest du die Gesundheitsfragen unbedingt wahrheitsgemäß beantworten. Denn bei falschen Angaben kann der Versicherer die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung verweigern. Dies gilt selbst dann, wenn die verschwiegenen Vorerkrankungen bzw. Krankheiten überhaupt nichts mit der Berufsunfähigkeit zu tun haben, so ein Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Az. 12 U 391/04).

    Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung abhängig vom Beruf

    Neben dem Gesundheitszustand hat auch die jeweilige Berufswahl einen entscheidenden Einfluss auf die Beitragshöhe der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn der Versicherer ermittelt die Prämie danach, wie hoch das Risiko der tatsächlichen Berufsunfähigkeit ist. Da körperlich Tätige in handwerklichen oder sozialen Berufen laut Statistiken seltener bis zum regulären Renteneintrittsalter durchhalten, zahlen sie deutlich mehr als beispielsweise Maschinenbauingenieure oder Mathematiker, die hauptsächlich am Schreibtisch arbeiten. Laut einer Analyse von Franke und Bornberg sind die Differenzen teils gravierend. Schließt ein Angestellter in Vollzeit mit 35 eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, die bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren laufen soll, werden bei einer versicherten Rente von 1.500 Euro je nach Berufsgruppe folgende Beiträge fällig:

    Berufsgruppe Niedrigster Nettobeitrag Höchster Nettobeitrag
    Maurer/in 228 Euro 469 Euro
    Maler/in 187 Euro 429 Euro
    Schlosser/in 114 Euro 316 Euro
    Elektriker/in 115 Euro 273 Euro
    Dolmetscher/in 73 Euro 254 Euro
    Technische/r Zeichner/in 76 Euro 195 Euro
    Bürokaufleute 73 Euro 153 Euro
    Maschinenbauingenieur/in 52 Euro 123 Euro
    Mathematiker/in 52 Euro 121 Euro

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    Dr. Wolfdietrich Peiker arbeitet in der Online-Redaktion des InsurTech-Startups Getsurance . Als Versicherungsportal informiert das Unternehmen mit fachlich fundierten Ratgebertexten über Finanz-, Berufs- und Versicherungsthemen und hat zudem die erste digitale Berufsunfähigkeitsversicherung entwickelt.

    Experte BU Peiker
    • Berufsunfähigkeitsrente

      Du solltest eine Berufsunfähigkeitsrente vereinbaren, die 50 % deines Nettoeinkommens oder mehr beträgt, mindestens jedoch 1.000 Euro pro Monat. Dies ist nötig, um im Fall der Berufsunfähigkeit deinen bisherigen Lebensstandard halten zu können.

    • Leistungsdauer

      Die Leistungsdauer gibt an, wie lange die Berufsunfähigkeitsrente gezahlt wird. Sie sollte so lange dauern, bis du die gesetzliche Altersrente erhältst, damit keine Versorgungslücke entsteht. Bist du nach 1964 geboren, bekommst du die Altersrente ab 67 Jahren.

    • Beitragsdynamik

      Die Inflation führt dazu, dass sich der Wert deiner vereinbarten Rente im Laufe der Zeit vermindert. Deshalb solltest du eine Beitragsdynamik vereinbaren, bei der die Beiträge - und damit die Rente - jedes Jahr automatisch um einen bestimmten Prozentsatz erhöht werden. Ich empfehle eine Beitragsdynamik von 2 % jährlich.

    • Nachversicherungsgarantie

      Wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst, möchtest du vielleicht erst einmal eine niedrigere Rente mit geringeren Beiträgen vereinbaren. In diesem Fall solltest du jedoch darauf achten, dass die Versicherungsbedingungen eine Nachversicherungsgarantie beinhalten. Mit dieser Garantie kannst du zu bestimmten Ereignissen den Versicherungsschutz erhöhen, ohne noch einmal die Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Gute Nachversicherungsgarantien umfassen beispielsweise Ereignisse wie Heirat, Geburt eines Kindes oder den Abschluss von Studium beziehungsweise Ausbildung.

    • Vorerkrankungen

      Wenn du bereits an Krankheiten wie Rückenschmerzen oder Depressionen erkrankt warst, wirst du von vielen BU-Anbietern entweder ganz abgelehnt oder musst hohe Zuschläge zahlen, so dass deine Versicherung deutlich teurer wird. Deshalb solltest du dir einen Anbieter suchen, bei dem du auch mit deinen Vorerkrankungen einen bezahlbaren Schutz findest.

    • Abstrakte Verweisung

      In den Versicherungsbedingungen sollte keine abstrakte Verweisung stehen. Mit dieser darf der Versicherer dir nämlich die Rente verweigern, wenn du berufsunfähig wirst, aber theoretisch noch einer anderen, vergleichbaren Arbeit nachgehen könntest. Dabei spielt es keine Rolle, ob du tatsächlich eine neue Stelle findest oder nicht.

    Berufsunfähigkeits­versicherung: Vergleich verschiedener Angebote ratsam

    Die Tarife für Berufsunfähigkeitsversicherungen unterscheiden sich teils erheblich. Neben den Beiträgen fallen auch die ergänzenden Vereinbarungen und Bedingungen sehr verschieden aus. Darüber hinaus werden bei einigen Versicherern Prämienzuschläge für risikoreiche Hobbys oder Berufe verlangt, die bei anderen Anbietern fast gar nicht ins Gewicht fallen. Daher ist ein Berufsunfähigkeits-Vergleich unbedingt zu empfehlen. Bei TopTarif kannst du einen Vergleich kostenlos und unverbindlich online anfordern.

    Kunden-Bewertungen

    • 5 / 5
      Ich bin bis jetzt sehr zufrieden mit dem Wechsel
    • 5 / 5
      Sehr gut seit Jahren genutzt!
    • 1 / 5
      Das DU als Anrede geht bei mir im seriösen Geschäftsumfeld überhaupt nicht.\nAlso nie wieder Top-Tarif
    • 5 / 5
      geht sehr einfach, immerhalb weniger Minuten