Uhr

Aktion (Uhr-) Zeitumstellung

Mythos oder Mini-Jetlag

  • Fakt #1

    Die Idee der Sommerzeit stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Fakt #2

    Die Intervalle der Zeitumstellung variierten: Es gab in der Vergangenheit sowohl Umstellungen von 60 als auch von 120 Minuten. Der Vorschlag, die Uhr um 80 Minuten vorzustellen, setzte sich nicht durch.
  • Fakt #3

    In Queensland, Australien, wird die Uhrzeit nicht umgestellt. Dort fürchtet man negative Auswirkungen auf den vorherrschenden Wirtschaftszweig der Rinder- und Schafzucht.
  • Fakt #4

    In der Sommerzeit sinkt der Testosteron-Wert von Männern auf den eines zehn bis 15 Jahre älteren Mannes.
  • Fakt #5

    Forscher fanden heraus, dass in den Monaten der Sommerzeit die Effektivität bei Erwachsenen und auch die Aufnahmefähigkeit von Schülern um mindestens zehn Prozent sinken.
  • Fakt #6

    Nachdem Russland ganzjährig auf Sommerzeit umgestellt hatte, ging die Geburtenrate merklich zurück.
  • Fakt #7

    Die Zahl der Unfälle ist in den Monaten der Sommerzeit höher.
  • Fakt #8

    Die Sommerzeit hat Auswirkungen auf das Essverhalten und damit auf das Gewicht.
  • Fakt #9

    Menschen, die in den Monaten der Winterzeit erkranken, sind im Schnitt 13,5 Tage krankgeschrieben, Menschen, die in der Sommerzeit erkranken, dagegen 15,5 Tage.
  • Fakt #10

    In den Monaten der Winterzeit geht die Zahl der Herzinfarkte, Schlaganfälle und Migräneanfälle zurück.
  • Fakt #11

    In den Monaten der Normalzeit – der umgangssprachlichen Winterzeit – geht die Zahl der Depressionen zurück.
  • Fakt #12

    In einer Studie sagten 27 Prozent der Männer aus, dass sie in der Sommerzeit häufiger unpünktlich zur Arbeit kommen.

Die Sommerzeit
- eine gute Idee?

Über Jahrhunderte richteten sich die Menschen nach der Sonne. Später nahmen sie die Zeit, die ihnen der örtliche Kirchturm anzeigte (Kirchturmzeit) und bei der die Sonne um 12:00 Uhr am höchsten stand, zu ihrer Orientierung. Das hatte auch zur Folge, dass die Uhrzeit von Ort zu Ort variierte.
Ein alter Reiseführer der Schweiz von 1888 zeugt noch heute von den damals herrschenden, minutengenauen Abweichungen der Uhrzeiten verschiedener Städte.

Demnach entsprach 12:00 Uhr in der Schweiz in London 11:30, in Köln 11:58, in Karlsruhe 12:04, 12:07 in Stuttgart, 12:24 in Berlin und 12:54 in Warschau. In ganz Bayern richteten sich die Menschen beispielsweise nach der aktuellen Zeit der Hauptstadt München (12:18 Uhr).

Die Sommerzeit - Eine gute Idee Die Idee zur Sommerzeit stammt übrigens von dem amerikanischen Erfinder und Politiker Benjamin Franklin. Bei einer Paris-Reise hatte er festgestellt, dass viele Besucher der Pariser Salons spät zu Bett gingen und den Morgen verschliefen. Sein Kritikpunkt: Durch dieses ausgedehnte Nachtleben wird Energie durch künstliches Licht vergeudet.

In einem Essay rechnete Benjamin Franklin vor, wie viele Stunden am Abend die Kerzen brennen. Er nahm an, dass in den 183 Tagen von 20. März bis 20. September in Paris bei 100.000 Haushalten jede Nacht durchschnittlich 7 Stunden lang Kerzen brannten, also insgesamt 128.100.000 Stunden – das heißt nacheinander abgebrannt bräuchte man ca. 14.623 Jahre bis alle Kerzen verbraucht wären. Die Franzosen würden dabei 96.075.000,00 Livre (was heute ca. 180 Millionen Euro1 entspricht – genaue Schätzungen sind nahezu unmöglich) sparen, wenn sie früher zu Bett gingen und früher aufstehen würden2.
Doch es sollte noch viele Jahre dauern, bis seine Idee tatsächlich umgesetzt wurde.

  • Bis 1700

    Die Menschen leben im Einklang mit dem Sonnentag.
  • Um 1700 bis 1900

    Die Menschen richten sich nach der Kirchturmzeit, bei der die Sonne um 12:00 Uhr am höchsten steht.
  • 1784

    Benjamin Franklin rechnet nach einem Paris-Aufenthalt aus, wie viel die Pariser an Kosten für Kerzen sparen könnten, wenn sie eine Stunde eher zu Bett gehen würden, und schlägt die Idee der Sommerzeit erstmals vor.
  • Um 1860

    Erstmalig umgesetzt wurde Benjamin Franklins Idee für ein Jahr im amerikanischen Sezessionskrieg (1861 bis 1865).
  • 1893

    Im Zuge des Baus und des Betriebs der Eisenbahn in Europa führt Kaiser Wilhelm II. die einheitliche Zeitzone einer mitteleuropäischen Zeit ein, um vor allem die Fahrpläne besser koordinieren zu können.
  • 1895 bis 1907

    Auch in Europa kommt die Idee der Zeitumstellung auf: Der Insektenforscher George Vernon Hudson stellte seine Idee zur staatlich verordneten saisonalen Zeitverschiebung erstmals 1895 in einem Vortrag vor der Royal Society of New Zealand vor. Der Engländer William Willett verfasste unabhängig von George Vernon Hudson 1907 eine Schrift mit dem Titel „The Waste of Daylight“3 (dt. „Die Verschwendung von Tageslicht“) und dem Vorschlag einer Zeitumstellung um 80 Minuten.
  • 1916

    In Europa wurde die Sommerzeit erstmals 1916 vom Deutschen Kaiserreich und Österreich sowie zeitgleich in Irland eingeführt. Dabei ging es vor allem darum, durch die „verschobene“ Stunde das Tageslicht effizienter auszunutzen und im Ersten Weltkrieg knappe Rohstoffe wie Kohle, Petroleum oder Gas einzusparen.
  • 1919

    Nach drei Jahren wurde die beim Volk ungeliebte Sommerzeit wieder abgeschafft – für die Beibehaltung derer kam in der Weimarer Republik keine Mehrheit zustande.4
  • 1940 bis 1949

    Ein neuer Versuch wird gestartet, diesmal mit einer ganzjährigen Sommerzeit. Diese behielt man bis November 1942 bei. Es folgte eine Periode, in der die Uhrzeit zweimal jährlich umgestellt wurde: 1945 wurden die Uhren ab Mai bis September sowie zusätzlich 1947 von Mai bis Juni um eine weitere Stunde nach vorne gestellt, auf die Hoch-Sommer-Zeit.
  • 1950

    Man stellte wieder ganzjährig auf Normalzeit um.
  • 1980

    Die Sommerzeit wird erneut eingeführt. Diese gilt nun einheitlich für die Bundesrepublik, die DDR und Österreich.
  • 1996

    Erstmals wird die Sommerzeit in allen EU-Mitgliedstaaten angewendet.
  • 2002

    Eine EU-Richtlinie macht das Einhalten der Sommerzeit, und damit die halbjährliche Zeitumstellung, für alle EU-Mitgliedsstaaten dauerhaft verbindlich.

Mehr Licht?

Wie Franklin es bereits 1784 vorgeschlagen hatte, wurde die Sommerzeit in Deutschland im Jahr 1980 tatsächlich eingeführt, weil man sich durch die Ausnutzung des Tageslichts eine Senkung des Energieverbrauchs erhoffte.
Doch dieser Effekt ist höchst umstritten. Es gibt neuere Untersuchungen, die davon ausgehen, dass die Einsparungen minimal oder sogar zu vernachlässigen sind.

Zeitumstellung - Mehr Licht Kritiker wenden ein: Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – weil es aber morgens länger dunkel bleibt, wird dafür eben morgens das Licht länger genutzt.

Außerdem hat Licht am Stromverbrauch der knapp 41 Millionen deutschen Haushalte nur einen Anteil von rund acht Prozent und sinkt weiterhin durch die Verwendung von Energiesparlampen und LEDs.

Hinzu kommt: Im Frühjahr und Herbst wird in den Morgenstunden mehr geheizt. Auch gehen die Menschen abends ihren Hobbys nach und für viele Freizeitaktivitäten braucht man eben Strom – sei es nur, um die Lieblingsserie im Fernsehen zu sehen. So werden die Energieeinsparungen wieder aufgehoben. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft geht im Gegenteil sogar von einem erhöhten Energieverbrauch aus.

Des Weiteren sind die Hauptstromverbraucher gar nicht die Privathaushalte, sondern die Industrie – und auf diese hat die Sommerzeit im Hinblick auf das Energiesparen wohl keinen Einfluss.

Erneuerbare Energien

Die Sommerzeit wirkt sich negativ auf die Energiebilanz im Bereich der Photovoltaik aus. Gerade in den dunkleren Monaten ist die Intensität der Sonne morgens zu schwach, um den erhöhten Verbrauch der Morgenstunden durch Photovoltaik-Anlagen abzufangen, die inzwischen in vielen deutschen Haushalten installiert sind. Daher müssen diese den Strom wieder hinzukaufen. Hier könnte durch eine Umstellung auf die Normalzeit sogar Energie eingespart werden.

Energie sparen, aber richtig

Wenn schon die Zeitumstellung nicht hilft, um Energie zu sparen, zeigen unsere Tipps in jedem Fall Wirkung. Hier unsere Top Five:

  • Lüften: Stoßlüften statt Dauerkipp
  • Waschen: nur mit voller Waschmaschine
  • Kochen: am besten mit Deckel
  • Spülen: in der Spülmaschine – natürlich im Öko-Programm
  • Computer: PC aus, Laptop an

Lust aufs Energie-Sparen bekommen? Viele weitere nützliche Tipps gibt es in unserem Video. Setzt man ein paar von ihnen um, lassen sich sogar bis zu 450 Euro im Jahr sparen. Reinschauen lohnt sich also doppelt!

Melatonin am Morgen

Der Zusammenhang von Schlaf und Gesundheit ist schon lange bekannt. Im Fokus neuerer Untersuchungen stehen dabei auch die Auswirkungen der Zeitumstellung auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus und damit auf unsere Gesundheit.

Bei der Umstellung im Frühjahr von der normalen Zeit auf die Sommerzeit wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet: Stehen wir normalerweise am Morgen um sieben Uhr auf, ist es jetzt eigentlich erst sechs Uhr. Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin hat sich noch nicht umgestellt. Unser Blutdruck und unsere Pulsfrequenz sind noch im Dunkel-Rhythmus. Uns fehlt eine Stunde Schlaf – und das jeden Tag.

Forscher weisen in Studien immer wieder darauf hin, dass dieser Mini-Jetlag uns tatsächlich Tag für Tag begleitet. Außerdem verkürzt sich die Dunkelheitsphase, die zum Schlafen genutzt wird. Wir sind müde, unkonzentriert und fühlen uns schlapp. Abends dagegen fühlen wir uns fit, obwohl es auf unserer Uhr 23 Uhr ist und wir uns normalerweise um diese Zeit schlafen legen. Aber unsere innere Uhr weiß genau: Es ist eigentlich erst 22 Uhr, daher gehen wir später zu Bett.

Unsere innere Uhr

Alle Lebewesen, also auch der Mensch, haben eine sogenannte innere Uhr, welche die Körperfunktionen rhythmisch steuert. Und alle Stoffwechselvorgänge im Körper sind aufeinander abgestimmt.

Forscher haben herausgefunden, dass sich der Biorhythmus mithilfe des Tageslichts an den 24-Stunden-Ablauf der Umwelt anpasst. Das Sonnenlicht ist dabei der wichtigste Faktor. So helfen innere Uhren den Lebewesen, sich besser an die Umwelt anzupassen – und damit, besser zu überleben.

Die Zeitumstellung sorgt für falsche Lichtsignale und vor allem abends für mehr Licht. Das erschwert die Anpassung der inneren Uhr an den Tag-Nacht-Wechsel, da nicht mehr im gleichen Maß morgens Licht auftritt. Und weil diese innere Uhr ein molekularbiologisch getaktetes Areal von vielen Nervenzellen im Gehirn ist, lässt sie sich nicht willentlich umstellen.

Kommt es nun zu einer Zeitverschiebung, also zu einer dauerhaften Verstellung der äußeren Lichtimpulse, der die soziale Uhr anders als bei einer Reise in eine andere Zeitzone nicht folgt, geraten unsere inneren Uhren und damit unser gesamter Biorhythmus aus dem Tritt. Dies hat auch Auswirkungen auf unsere Organe und das Erkrankungsrisiko.5

Molekularer Müllschlucker

Weil aber der Schlaf eine so herausragende Bedeutung für unser aller Leben hat, kann ein Mangel daran schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Neurobiologen, Schlafforscher und Chronobiologen sehen eine der wichtigsten Aufgaben des Schlafs darin, dem Nervensystem zu helfen, Eindrücke zu verarbeiten.

Unser Hirn räumt also im Schlaf den molekularen Müll weg, der sich tagsüber darin angesammelt hat. Fehlt nun der Schlaf, geraten wir in Stress. Und der damit verbundene Stress ist es, der in den Monaten der Sommerzeit Depressionen, Burnout, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes und andere Zivilisationskrankheiten fördert. 6
Zeitumstellung - Molekularer Müllschlucker

Prinzipiell gilt also: Chronische Schlafstörungen sind ein Risikofaktor für allerlei Krankheiten, von Alzheimer über Depressionen bis zum Herzinfarkt. Und schon eine einzige schlaflose Nacht reicht aus, um die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns stark einzuschränken!

Nicht umsonst wird Schlafmangel auch als Foltermethode eingesetzt und kann in letzter Konsequenz sogar zum Tod führen. Kurzfristig bewirkt Schlafmangel, dass wir tagsüber übermüdet, gereizt und aggressiv sind, dass wir uns schlechter konzentrieren und weniger schnell auf äußere Faktoren reagieren können als gewöhnlich.

In diesem Zusammenhang steht auch, dass die Zahl der Unfälle in den Monaten der Sommerzeit ansteigt.7 Der Auto Club Europa (ACE) hat in den vergangenen fünf Jahren im April stets mehr Unfälle mit Verletzten gezählt als im Vormonat: 2010 waren es 25751 Unfälle und damit 21 Prozent mehr als im März. 2009 betrug der Unterschied sogar 29 Prozent.

Auch der ADAC vermeldet für die Monate der Sommerzeit tendenziell mehr Verkehrsunfälle als in den Monaten der Normalzeit. Gerade Kinder und Jugendliche werden in den Monaten der Sommerzeit häufiger in Unfälle verwickelt, was Wissenschaftler auch auf chronischen Schlafmangel zurückführen.

Von Eulen und Lerchen

Zeitumstellung - Von Eulen und LerchenSeit Einführung der Sommerzeitverordnung 1980 nimmt darüber hinaus die Zahl der Fälle von Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zu.

Auch dies führen Forscher auf den täglichen Schlafmangel zurück. Und Kleinkinder leiden in den Monaten der Sommerzeit vermehrt an Ess- und Verdauungsstörungen oder sind häufiger überdreht.
Zudem wurde vor einigen Jahren eine groß angelegte Studie mit rund 500 Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Die Zwölf- bis 18-Jährigen hatten durchschnittlich zwei bis drei Wochen erheblich mit der Zeitumstellung zu kämpfen.

Die Abendtypen unter den Schülern, auch Eulen genannt, litten dabei mehr unter den zeitlichen Veränderungen als die Morgentypen, die Lerchen. Wissenschaftler raten daher, dass in den ersten drei Wochen nach der Zeitumstellung keine Prüfungen abgelegt werden sollten.

Aber nicht nur Kinder, sondern auch Tiere sind von der Zeitumstellung betroffen: In der Sommerzeit gibt es häufiger Wildunfälle (über 200.000), weil die Menschen eine Stunde früher mit dem Auto unterwegs sind. Haus- und Nutztiere leiden ebenfalls unter der Zeitumstellung. Denn ihr Biorhythmus ist ebenso am Sonnenstand ausgerichtet. Beispielsweise geben Kühe in der Sommerzeit weniger Milch. Schwierig für die Kühe ist auch eine abrupte Umstellung der Melkzeit, was bei den Tieren zu Schmerzen führt. Ungestörter Schlaf ist also wichtig für alle Lebewesen, ob Mensch oder Tier.

Schlaf und...

 

...unsere Psyche

Schlafmangel wirkt sich auf unsere Psyche aus. Mehrere Studien belegen, dass Menschen schreckhaft, aggressiv und misstrauisch werden, wenn sie über längere Zeit nicht auf ihr persönliches Schlafquantum kommen. Die Stimmung verschlechtert sich, Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit nehmen stark ab.
Wird der Schlaf über einen längeren Zeitraum auf ein absolutes Minimum reduziert oder gar völlig verhindert, stellen sich vermehrt Depressionen, Sinnestäuschungen und Halluzinationen ein.8

...Intelligenz

48 Probanden mit einem durchschnittlichen Schlafbedürfnis von siebeneinhalb Stunden wurden im Schlaflabor untersucht. Dort schliefen die Probanden acht, sechs oder vier Stunden pro Nacht, am Tag mussten sie Tests absolvieren.
Nur bei den Ausgeschlafenen blieben die Ergebnisse im Laufe der zwei Wochen auf hohem Niveau. Bei den anderen ließen sie kontinuierlich nach – und zwar umso rascher, je weniger sie schliefen. Doch überraschenderweise wurden die Testpersonen mit zu wenig Schlaf nach etwa vier Tagen nicht mehr müder. Gegen Ende des Experiments klagten sie kaum noch über große Schläfrigkeit.9

...Schäden im Gehirn

US-Forscher haben Hinweise darauf entdeckt, dass ein anhaltender Schlafmangel irreversible Schäden im Gehirn hinterlassen kann. Bei Mäusen, die über längere Zeit am Schlafen gehindert wurden, gingen bis zu 25 Prozent der Neuronen im Locus coeruleus, einem für Aufmerksamkeit und geistige Leistungen wichtigen Hirnareal, zugrunde.10

...Esslust

Regelmäßiger Schlafmangel und ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus begünstigen nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Diabetes. Schlafmangel verführt uns dazu, mehr zu naschen als sonst. Bei chronischer Übermüdung wachsen die Fettpölsterchen, unser Diabetes-Risiko steigt und wir neigen zudem mehr dazu, ungesundes Junkfood statt gesunder Kost zu essen.
Einer der Gründe dafür: Der Schlafentzug hemmt Areale in unserem Gehirn, die uns zu vernünftigem Handeln befähigen. Unsere Belohnungsschaltkreise, die uns beim Essen von Süßem, Salzigem und Fettigem Wohlgefühl signalisieren, bleiben dagegen aktiv.11

...das Immunsystem

Forscher der University of California in San Francisco haben 164 Erwachsene untersucht und zu ihrem Lebensstil – etwa in Bezug auf Alkohol, Tabak, Ernährung oder Stress – befragt. Zudem haben sie eine Woche lang mit Sensoren den Schlaf der Probanden beobachtet.
Anschließend infizierten sie die Teilnehmer mit Erkältungsviren und isolierten sie in einem Hotel. In der folgenden Woche nahmen sie täglich eine Probe Nasenschleim. Ergebnis: Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schlief, war 4,2-mal so anfällig für eine Erkältung als jemand mit mindestens sieben Stunden Schlaf. Wer weniger als fünf Stunden schlief, war sogar 4,5-mal stärker gefährdet. Insgesamt hatte der Schlaf viel größeren Einfluss als Alter, Ernährung, Stress oder Rauchen.12

...Testosteron-Abfall

An der University of Chicago ließen Studenten im Rahmen eines achttägigen Schlafversuchs ihren Testosteron-Spiegel bestimmen. Nachdem sie in den ersten drei Nächten ein normales Schlafmaß einhalten konnten, wurde der Schlaf in den nachfolgenden fünf Nächten auf weniger als fünf Stunden reduziert.
Am jeweils letzten Tag der Lang- und der Kurzschlafphase wurde über 24 Stunden hinweg das Testosteron im Blut gemessen. Es zeigte sich, dass der Testosteron-Spiegel nach nur einer Woche Schlafmangel ganz erheblich abgefallen war: Um etwa zehn bis 15 %, was dem Wert eines zehn bis 15 Jahre älteren Mannes entspricht!

Ein niedriger Testosteron-Spiegel geht dabei meist einher mit einer verminderten Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwäche und einer nachlassenden Libido, außerdem schlägt er den Männern aufs Gemüt.13

"Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Hubertus Hilgers, Arzt und Initiator der Gesundheitspetition MOMO 'Beibehaltung der Normalzeit und Abschaffung der Sommer-Zeit-Verordnung MESZ'"