Miete und Nebenkosten: Zusatzbelastun­gen hinterfragen!

In Deutschland zahlen Mieter im Durchschnitt 2,14 Euro monatlich pro Quadratmeter für Betriebskosten. Für eine 100-Quadratmeter-Wohnung würden dann jährlich mehr als 3.000 Euro fällig. Die größte Belastung stellen dabei die Heizkosten dar. Diese werden allerdings gemeinsam mit den Kosten für Warmwasser in einer separaten Heizkostenabrechnung aufgeschlüsselt. Bei Fernwärmeheizungsanlagen sind allerdings die Kosten für Warmwasser und Heizung mit in den Nebenkosten enthalten, weshalb die Summe aus Kaltmiete und Nebenkosten oftmals auch Warmmiete genannt wird. Die Nebenkostenabrechnung enthält Faktoren wie Grundsteuer, Wasser, Aufzug, Beleuchtung, Müllabfuhr, Hausmeister, Schornsteinfeger und einige andere Kleinigkeiten, an die kaum ein Mieter denkt, wenn er in eine neue Wohnung zieht.

Inhalts­verzeichnis

    Was sind Nebenkosten?


    • Grundsteuer
    • Wasserkosten
    • Fahrstuhl
    • Beleuchtung
    • Müllabfuhr/Straßenreinigung
    • Hauswart
    • Schornsteinreinigung
    • Abwasser
    • Hausreinigung/ Ungezieferbekämpfung
    • Versicherungen
    • Gemeinschaftsantenne/ Breitbandkabel
    • Wascheinrichtungen
    • Allgemeinstrom

    Miete: Nebenkosten werden oft falsch berechnet

    Viel zu oft erhalten Sie als Mieter unrichtige Nebenkostenabrechnungen. Grundsätzlich sollten Sie sich bereits beim Unterschreiben des Mietvertrages Ihrer neuen Wohnung die Zusammensetzung der von Ihrem Vermieter veranschlagten Kosten genau ansehen. Es muss in der Regel durch den Mietvertrag festgelegt sein, was zu Miete und Nebenkosten gehört und was nicht. Der rechtliche Rahmen dafür wird durch die Betriebskostenverordnung bestimmt. Aus dieser gehen alle laufenden Kosten hervor, die der Vermieter als Nebenkosten abrechnen darf. Wenn Sie also eine Betriebskostenabrechnung von Ihrem Vermieter erhalten, sollten Sie überprüfen, ob die umgelegten Posten in Ihrem Mietvertrag auftauchen.

    Wie sollte eine Nebenkostenabrechnung aussehen?

    Generell sollten in der Nebenkostenabrechnung zunächst einmal genaue Angaben zu dem betroffenen Haus und dem Abrechnungszeitraum enthalten sein. Daraufhin werden die gesamten Kosten des angegebenen Abrechnungszeitraums für das ganze Haus aufgeschlüsselt. Darüber hinaus sollte die Umlage auf die einzelnen Mieter inklusive dem zugrunde liegenden Berechnungsschlüssel dargestellt werden. Die Ermittlung der Grundsteuer-Umlage erfolgt beispielsweise anhand der Anzahl an Quadratmetern der Wohneinheit, während für den Wasserverbrauch der Kubikmeter-Wert entscheidend ist. Faktoren, die hingegen nicht von dem Verbrauch abhängen – wie die Grundgebühr für die Müllabfuhr zum Beispiel sollten pro Wohneinheit umgelegt werden.

    Nachdem der Berechnungsschlüssel in der Nebenkostenabrechnung erläutert wurde, sollten die jeweiligen Gesamtbeträge der einzelnen Kostenpunkte angegeben werden. Daraufhin erfolgt die Aufführung des gesamten Wasserverbrauchs und der Anzahl der Quadratmeter (qm) des gesamten Hauses. Anhand dessen wird ermittelt, in welcher Höhe beispielsweise für die Treppenhausreinigung Nebenkosten pro qm Mietfläche anfallen. Dieser Wert kann schließlich mit der jeweiligen Wohnungsgröße multipliziert werden. Alle für Ihre Wohnung anfallenden Kosten werden daraufhin aufsummiert. Von dieser Summe werden dann in einem letzten Schritt die schon – mit der monatlichen Zahlung von Miete und Nebenkosten – geleisteten monatlichen Abschläge abgezogen, woraus sich der Betrag ergibt, den entweder Sie nachzahlen müssen oder der Vermieter an Sie zurückerstatten muss.

    Nebenkostenpauschale unter die Lupe nehmen!

    Die Warmmiete setzt sich zusammen aus Miete und Nebenkosten – letztere werden in Form einer monatlichen Pauschale vom Vermieter veranschlagt. Sie wird durch den Vermieter festgelegt, der nach einem Jahr eine Endabrechnung vornimmt. Selten kriegt der Mieter dabei eine Rückzahlung. Dadurch, dass viele Vermieter einen zu geringen Pauschalbetrag verlangen, um die Warmmiete günstig aussehen zu lassen, muss der Mieter oftmals eine hohe Nachzahlung leisten. Tipp: Um dem zu entgehen, können Sie sich beispielsweise über den aktuellen Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes e.V. informieren. So erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen durchschnittlich anfallenden Kosten. Wenn sie dann von Ihrem Vermieter eine ungewöhnlich hohe Abrechnung erhalten, können Sie die aufgeführten Kosten mit dem aktuellen Betriebskostenspiegel vergleichen. Wenn ihnen bestimmte Kostenpunkte ungewöhnlich hoch vorkommen, hat Ihre Vermieter die Pflicht, diese zu rechtfertigen, wenn Sie dies verlangen.

    Nebenkostenabrechnung auf Fehler überprüfen

    Laut Angaben des Deutschen Mieterbundes ist jede zweite Betriebskostenabrechnung fehlerhaft. Sollte sich aus Ihrer Nebenkostenabrechnung eine Nachzahlung für Sie ergeben, sollten Sie den geforderten Betrag daher nicht ohne Weiteres an den Vermieter überweisen. Kontrollieren Sie die Nebenkostenabrechnung zuvor auf Fehler! So sollte beispielsweise überprüft werden, ob die Dinge, für die laut der Betriebskostenabrechnung Kosten veranschlagt werden, auch tatsächlich im Haus vorhanden sind – wie zum Beispiel ein Kabelanschluss oder ein Fahrstuhl. Sollten die Heizkosten Ihnen unverhältnismäßig hoch vorkommen, empfiehlt sich ein Vergleich mit der Nebenkostenabrechnung aus dem Vorjahr. Wenn der Betrag wesentlich höher ist, obwohl sich die Verbrauchssituation nicht gravierend geändert hat, sollten Sie diesen Punkt in Frage stellen.

    • Nebenkosten­abrechnung: Frist für Mieter und Vermieter beachten!

      Sie müssen die Nachzahlung an den Vermieter, die sich aus der Betriebskostenabrechnung ergibt, nicht sofort zahlen. Es gilt dafür in der Regel nach Erhalt der Nebenkostenabrechnung eine Frist von 30 Tagen. So lange haben Sie also Zeit, um die Betriebskostenabrechnung genau zu prüfen und unter Umständen eine neue Abrechnung zu verlangen, die besser nachvollziehbar ist. Einwendungen gegen die Nebenkostenabrechnung können sogar noch bis zu zwölf Monate nach deren Erhalt geltend gemacht werden. Bei einem begründeten Widerspruch gegen die Zahlung beginnt außerdem erst wieder mit dem Erhalt einer korrekten Nebenkostenabrechnung eine erneute Frist. Nicht nur Mieter müssen sich aber an bestimmte Zeiträume halten, auch für den Vermieter gilt bezüglich des Versands eine Nebenkostenabrechnung-Frist: Nach Ende des Abrechnungszeitraumes muss die Abrechnung innerhalb von zwölf Monaten an die Mieter verschickt werden. Wird dieser Zeitraum überschritten, setzt die Nebenkosten-Verjährung ein und von den Mietern darf keine Nachzahlung mehr gefordert werden. Wenn Sie also eine Nebenkostenabrechnung mehr als zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraumes erhalten, müssen Sie der Zahlungsforderung nicht mehr nachkommen.

    • Was sind Betriebskosten? Mietvertrag überprüfen!

      Auch auf Rechenfehler sollte die Betriebskostenabrechnung untersucht werden. Für jeden Kostenpunkt sollten die Gesamtkosten und deren Zusammenstellung nachgerechnet werden. Außerdem sollten der Berechnungsschlüssel, der Mieteranteil sowie die geleisteten Vorauszahlungen überprüft werden. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, ob die angegeben Kostenpunkte auch tatsächlich als Betriebskosten angerechnet werden können. Dies ist beispielsweise für die Hauswart-Kosten nicht komplett der Fall: Ausgaben für Renovierungs- oder Reparaturarbeiten gelten zum Beispiel nicht als umlagefähige Nebenkosten. Auch Verwaltungskosten oder Bankgebühren, die in der Nebenkostenabrechnung oftmals als „sonstige Betriebskosten“ aufgeführt werden, dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden. Vermieter nutzen diesen Kostenpunkt oftmals dazu, unzulässige Kosten versteckt auf die Mieter zu übertragen. Was tatsächlich zu Miete und Nebenkosten dazu gehört, muss jedoch klar im Mietvertrag definiert sein. Beispielsweise können Betriebskosten für Gemeinschaftseinrichtungen wie eine Sauna oder ein Schwimmbad umlagefähige Nebenkosten sein, wenn dies so im Vertrag bestimmt ist. Bei Unklarheiten hinsichtlich der Nebenkostenabrechnung kann es mitunter hilfreich sein, einen Mieterverein oder im Ernstfall sogar einen Anwalt zurate zu ziehen.

    Kunden-Bewertungen

    • 1 / 5
      angegebener Wechseltermin wird nicht eingehalten . keinerlei Vorabinfo erhalten,so das eine Reaktion anderweitig nicht mehr möglich war und Zusatzkosten entstehen
    • 5 / 5
      recht ehrliche Angebote , Abwicklung zum Wechsel super-danke
    • 1 / 5
      Bis jetzt habe ich noch kein Feedback des Stromanbieters erhalten.
    • 4 / 5
      Schnell und freundlich!

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