Welche Kosten für die Zweitwohnung lassen sich steuerlich absetzen?

Nicht immer hat man das Glück in der Stadt, in der man lebt, auch einen Job zu finden. Daher haben mehr als eine Million Beschäftigte in Deutschland eine Zweitwohnung. Damit geht nicht nur der Stress der doppelten Haushaltsführung einher, sondern auch enorme Kosten für Miete, Benzin oder Flug- bzw. Zugtickets. Bisher konnte man allerdings die Kosten für seine Zweitwohnung steuerlich absetzen und so mitunter mehrere Tausend Euro zurückerstattet bekommen. Seit diesem Jahr gelten diesbezüglich jedoch neue Regeln.

Inhalts­verzeichnis

    Regelungen zur Zweitwohnung bisher schwammig

    Bis zur Steuererklärung 2013 war es fest angestellten Wochenendpendlern möglich, Fahrt- und Mietkosten für die Zweitwohnung steuerlich absetzen, indem diese als Werbungskosten in der Anlage N der Steuererklärung angegeben wurden. Bei Selbstständigen zählten die Kosten zu den Betriebsausgaben. Bisher erkannte das Finanzamt einen doppelten Haushalt immer dann an, wenn dieser aufgrund eines neuen Jobs oder einer Versetzung geführt werden muss. Wenn durch die Zweitwohnung der Arbeitsweg erheblich kürzer ausfiel – in Großstädten bereits bei 15 bis 20 Kilometern Ersparnis –, wurde der zweite Wohnsitz vom Finanzamt akzeptiert.

    Maximal 1.000 Euro für Zweitwohnung steuerlich absetzen

    Ab diesem Jahr ist es dem Finanzamt gestattet, die Notwendigkeit eines zweiten Haushaltes zu überprüfen. Dabei gilt die Faustregel: Die Zweitwohnung muss weniger als halb so weit vom Arbeitsplatz entfernt sein wie Erstwohnung. Der Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL), Erich Nöll, betont, dass diese neue Regelung für mehr Klarheit bezüglich der Anerkennung eines Zweitwohnsitzes sorge. Dadurch, dass in Zukunft nur noch maximal 1.000 Euro für die Zweitwohnung steuerlich absetzen kann, entstehen allerdings für viele finanzielle Nachteile. Der Fiskus geht nämlich ab 2014 davon aus, dass 1.000 Euro für einen Zweitwohnsitz ausreichend sind, eine solche Deckelung hat es vorher nicht gegeben.

    Kinderzimmer gilt nicht als eigener Wohnsitz

    Bislang wurde es vom Finanzamt auch als eigener Wohnsitz angesehen, wenn das Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung bewohnt wird. Dabei musste nicht einmal ein Beitrag zu den laufenden Haushaltskosten geleistet werden, erklärt der Sprecher des Neuen Verbands für Lohnsteuerhilfevereine (NVL), Markus Deutsch. Ab diesem Jahr jedoch ist dies nicht mehr möglich. Damit man die Zweitwohnung steuerlich absetzen kann, muss nachgewiesen werden, dass über zehn Prozent der Haushaltskosten in Form von Miete und Nebenkosten mitgetragen werden. Studenten, die kostenlos in der Wohnung der Eltern wohnen, können so keinen Zweitwohnsitz bei der Steuer anrechnen lassen.

    Welche Kosten für die Zweitwohnung kann man steuerlich absetzen?

    Bezüglich der absetzbaren Posten für die Fahrtkosten, die durch einen Zweitwohnsitz entstehen, hat sich kaum etwas verändert. So können neben den Miet- oder Kaufkosten auch Ausgaben bei der Wohnungssuche – wie für Inserate, Besichtigungen, Vermittlungsprovisionen, Makler-, Porto- und Telefongebühren – als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Auch Kosten für die Umzüge bei Be- und Auszug der Zweitwohnung können angerechnet werden. An Fahrtkosten können für eine einfache Fahrt von der Erst- zur Zweitwohnung in der Woche 30 Cent pro Kilometer abgerechnet werden oder alternativ Flug-, Bus- oder Bahntickets. Für Dienstwagen dürfen keine Fahrtkosten geltend gemacht werden. Weitere absetzbare Kosten sind Mietnebenkosten wie für Strom, Heizung, Wasser, Schornsteinfeger und Treppenhausreinigung. Auch Kosten für Reinigung, Reparaturen und Renovierung, Zweitwohnungssteuer und notwendige Wohnungseinrichtung können abgesetzt werden. Für die Verpflegung können ab 2014 für jeden Tag der ersten drei Monate, der in der Zweitwohnung verbracht wird, 24 Euro angerechnet werden – für An- und Abreisetage jeweils 12 Euro.

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