Dämmpflicht für Hausbesitzer: Wichtige Hinweise und Ausnahme­regelungen

Als 2014 im Zuge der Neuregelung der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Dämmpflicht in Kraft getreten ist, hatte dies weitreichende Folgen für deutsche Hauseigentümer. Denn laut Verordnung müssen alle Dächer sowie die obersten Geschosse, die nicht den Mindestanforderungen zum Wärmeschutz entsprechen, spätestens bis Ende des Jahres 2015 gedämmt werden. Was viele Verbraucher nicht wissen ist, dass es zahlreiche Ausnahmen und Schlupflöcher gibt, um die Dämmpflicht zu umgehen.

Inhalts­verzeichnis

    Dämmpflicht 2015: Viele Eigentümer ausgenommen

    Ganz so grundsätzlich ist die Dämmpflicht für Hausbesitzer allerdings nicht, wie Katrin Wefers von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen betont. Neben vielen Ausnahmen enthält die EnEV 2014 auch diverse Unklarheiten, die den Hauseigentümern Schlupflöcher bieten, mit deren Hilfe die Dämmpflicht umgangen werden kann. So sind z.B. jene von der Dämmpflicht befreit, die schon vor Februar 2002 selber in ihrem Ein- oder Zweifamilienhaus gewohnt haben. Dämmen muss hingegen, wer vier Monate oder länger im Jahr seine Heizung im Haus in Betrieb hat. Diese Regelung führt dazu, dass Ferienhäuser in den meisten Fällen nicht von der Dämmpflicht betroffen sind. Ist die Dämmpflicht unumgänglich, haben Hauseigentümer nach dem Erwerb ihrer Immobilie immerhin zwei Jahre Zeit, um die erforderlichen Maßnahmen zur Dämmung umzusetzen.

    Neue Dämmpflicht mit Fokus auf Dächer und Dachgeschosse

    Die EnEV 2014 regelt darüber hinaus genau, welche Teile eines Daches oder einer obersten Geschossdecke wie gedämmt werden müssen. Die Verordnung zur Dämmpflicht betrifft dementsprechend die oberste Geschossdecke über den beheizten Zimmern. Ob der Boden begehbar ist oder nicht, ist dabei irrelevant, sodass die Regelung auch für Spitzböden gilt. Wer sich jetzt mit immensen Kosten für eine Dachbodendämmung konfrontiert sieht, den kann Expertin Wefers beruhigen. Bei der Deckendämmung handele es sich um keine besonders kostenintensive Maßnahme, die zudem vom Hausbesitzer selbst und unter Zuhilfenahme einiger Dämmplatten aus dem Baumarkt bewerkstelligt werden könne. Bei Decken aus Holzbalken sind lediglich die Hohlräume mit Dämmmaterial zu füllen. Tritt jedoch der Fall ein, dass direkt unter dem Dach geheizt wird, muss unter Umständen auch das Dach gedämmt werden. Ausnahmen von der Dämmpflicht bilden außerdem solche Geschossdecken, die den Mindestwärmeschutzbedingungen nach DIN 4108-2 gerecht werden. Diese sind dann erfüllt, wenn ein Wärmedurchlasswiderstand (R-Wert) von 0,90 vorliegt. Sobald ein Dach oder eine oberste Geschossdecke in ihrem Status quo diesen Wert vorweisen könne, ist das betreffende Gebäude von der Dämmpflicht befreit, so das Bundesbauministerium. Der Mindestwärmeschutz gründet sich in der Vermeidung von Tauwasser, das die Bausubstanz angreift, und eines feuchten Raumklimas.

    Fördermaßnahmen für finanzielle Aufwände durch Dämmpflicht möglich

    Besteht für einen Hauseigentümer nun doch die Notwendigkeit einer nachträglichen Dämmung, muss danach für Decke oder Dach ein Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) von 0,24 erfüllt sein. Wefers, die nordrhein-westfälische Verbraucherschützerin, weist diesbezüglich darauf hin, dass die entsprechende Maßnahme dazu durch die KfW-Bank gefördert werden könne. Der Antrag auf Förderung müsse aber durch einen beauftragten Energieberater gestellt werden. Dieser prüft nach Abschluss der Sanierungsarbeiten zudem, ob der nachgerüstete Gebäudeteil die spezifischen KfW-Anforderungen erfüllt. Mit einem Maximal-U-Wert von 0,14 liegen diese nämlich höher als bei der EnEV. Wefers rät Verbrauchern mit Förderungswunsch daher zu einer einfachen Lösung: Schon mit etwas dickerem Dämmstoff lasse sich die Chance auf einen Kredit oder einen Zuschuss für die Dämmung erheblich steigern. Stefan C. Würzner vom Bauherren-Schutzbund hingegen empfiehlt allen Dämmungsverpflichteten, ihren Sanierungsplan zunächst ohne den Einbezug finanzieller Förderung aufzustellen. An welchen Stellen der Planung dann eventuelle Nachbesserungen möglich sind, um an die Fördermittel der KfW zu gelangen, sollte man erst im Anschluss überprüfen. Auf diese Weise ließe sich leichter einschätzen, ob sich der Mehraufwand einer Antragsstellung tatsächlich rentiert.

    Mit Schlupflöchern der EnEV die Dämmpflicht umgehen

    Zum Teil unklare Regelungen der EnEV 2014 bieten Hauseigentümern zahlreiche Schlupflöcher, mit denen sie der Dämmpflicht für ihr Gebäude entgehen können. Wenn die Sanierungskosten beispielsweise voraussichtlich das angenommene Energieeinsparpotenzial um ein Vielfaches übersteigen, ist die Dämmung nicht an eine strikte Einhaltung der Vorgaben gebunden. Wefers weiß allerdings, dass dies in den seltensten Fällen eintritt, sondern hauptsächlich Gebäude mit erhaltenswerter Bausubstanz betrifft. Bei ihnen muss im Rahmen der Dämmung nämlich häufig der komplette Dachstuhl ab- und wieder aufgebaut werden. Problematisch ist dabei, dass in der EnEV nicht verankert ist, wie die Unwirtschaftlichkeit einer Sanierung genau nachzuweisen ist. Im Zweifelsfall kann eine Anfrage bei der zuständigen Behörde Abhilfe schaffen.

    Neue Dämmpflicht: Lohnt sich die Dämmung nach EnEv-Richtlinien überhaupt?

    Nun liegt also die Frage nahe, ob sich eine EnEV-konforme Sanierung aufgrund des niedrigen Energieverbrauchs langfristig überhaupt bezahlt macht. Laut Bauherren-Schutzbund-Fachmann Würzner gibt es darauf keine pauschale Antwort, da das einzelne Einsparpotential nicht konkret zu bestimmen sei. Für die Benennung der Energiekosten spielten nämlich immer auch externe Faktoren wie zum Beispiel der Ölpreis eine erhebliche Rolle. Aussagen, bis wann sich eine Dämmung auszahlt, lassen sich deshalb nur schwer treffen. Fest steht allerdings, dass sich dadurch der Wohnkomfort erhöht, vor allem im Winter. Dank Dämmung muss die Heizung in der kalten Jahreszeit nicht so hochgestellt werden. Eine Sanierung macht sich außerdem auch noch aus einer ganz anderen Perspektive bezahlbar. So weist Würzner darauf hin, dass energetisch sehr gut ausgestatte Gebäude in der Regel einen höheren Verkaufspreis erzielen.

    Kunden-Bewertungen

    • 1 / 5
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    • 5 / 5
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