Studentenratgeber

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5 Tipps zum Erfolg, die Studenten kennen sollten

Warum beendet ein Student sein Studium mühelos in der Regelstudienzeit und der andere nicht? Warum ist ein Student bei gleichen Voraussetzungen erfolgreicher als der andere? Und warum können manche Studierende Uni und Freizeit locker unter einen Hut bringen, während andere schon am Studienpensum verzweifeln? Die Antwort liegt häufig darin, dass manche Studenten einfach besser organisiert sind und gezielte Strategien für die Bewältigung ihrer Universitätszeit haben. Hier gibt es im Überblick die fünf wichtigsten Tipps für Studenten, wie das Studium zur persönlichen Erfolgsstory wird.


Für diese Rubrik standen uns die Coaching-Expertinnen Prof. Dr. Kira Klenke und Ulrike Erbe mit ihren Tipps zur Seite.

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin

Prof. Dr. Kira Klenke


Autorin des Selbstcoaching-Ratgebers „Studieren kann man lernen: Mit weniger Mühe zu mehr Erfolg“ (Springer Gabler, 3. Auflage 2015) und des Podcasts „Studium mit Rückenwind“.

http://kira-klenke.podomatic.com/

Ulrike Erbe


bietet als Coaching-Expertin professionelle Unterstützung im Umgang mit Stress, Panik und Wut, aber auch bei Prüfungsangst und – blockaden.

http://www.coaching-erbe.de/
Lernexpertin Ulrike Erbe

1. Die Stellschrauben für erfolgreiches Studieren

Was ist wichtig in der Vorbereitung auf dein Studium an sich beziehungsweise das neue Semester? Zunächst musst du alle Rahmenbedingungen optimieren, die für ein erfolgreiches Studieren wichtig sind. Das ist zunächst die passende Unterkunft vor Studienaufnahme, aber auch das Besorgen aller Basics, die du für die Bewältigung der alltäglichen Aufgaben brauchst. Das beginnt bei der Busfahrkarte und dem Bibliotheksausweis und geht über die benötigten Bücher und Skripte bis hin zum Zusammenstellen des persönlichen Stundenplans. Du musst die für dich relevante Studien- und Prüfungsordnung kennen, Abgabe- und Prüfungstermine wissen und dich in Kurse und Seminare mit Teilnahmebegrenzung einschreiben.

Erfolg im Studium durch Selbstwirksamkeit!

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin Prof. Dr. Kira Klenke:

Forschungsergebnisse belegen: Erfolgreiche Studenten sind weder intelligenter noch fleißiger als andere. Im Gegenteil, wer unermüdlich und ständig büffelt, liegt notenmäßig oft eher im Mittelfeld. Tendenziell sind gerade diese Studierenden eher unsicher. Sie haben Angst davor, dass ihre Leistungen nicht den Anforderungen genügen.


Für gute Noten ist nicht nur das Lernen wichtig, sondern ebenso die eigene Selbstwirksamkeit. Also meine persönliche Einschätzung, wie gut ich in der Lage bin, mit den Aufgaben und Herausforderungen des Studiums klar zu kommen - und das Gefühl der eigenen Selbstwirksamkeit kann ich verbessern! Mein Ratgeber „Studieren kann man lernen: Mit weniger Mühe zu mehr Erfolg“ gibt dafür zahlreiche Tipps. Er steht in den meisten Hochschul-Bibliotheken zur Ausleihe bereit. Wenn nicht, kann die Bibliothek das Buch für den Bestand sicherlich anschaffen.

Hochintelligente Studenten haben in der Regel ein sehr schnell getaktetes Gehirn. Im Handumdrehen werden alle Fakten, Pros und Kontras von allen nur erdenklichen Seiten beleuchtet. In Klausuren und mündlichen Prüfungen werden jedoch in den allermeisten Fällen, insbesondere in den ersten Semestern, vor allem Standard-Fakten abgeprüft. Eigene komplexe Lösungen sind hier gar nicht gefragt. Deswegen bleiben Studenten am besten stur bei dem, was auf der Stoffliste steht. Zudem sollten Studierende bei Kommilitonen des Jahrganges über Ihnen, der Fachschaft oder beim Dozenten selbst nachfragen, welcher Stoff für die Prüfung wichtig ist.

  • Lernexpertin Ulrike ErbeUlrike Erbe: Erfahrungsgemäß gibt es während der Lernphase viele Störfaktoren. Das Beschaffen von Lernmaterialien, der alltägliche Einkauf oder Termine bei der Bank können in der Prüfungsphase sehr stressig sein und beim Lernen hinderlich sein. So plant man am besten mit 40 % effektiver Lernzeit und 60 % Störfaktoren pro Tag, um Stress sicher zu vermeiden.

2. Die Sitzplatzwahl in Lehrveranstaltungen

Bei den vielen Tipps für das Studium oft unterschätzt, aber wichtig: Der Sitzplatz in der Vorlesung oder im Seminar macht eine Menge aus, wenn es um effektives Studieren geht. Kannst du wirklich alles auf der Tafel erkennen und siehst du die Projektion des Beamers klar und deutlich? Kannst du den Dozenten gut verstehen – und er dich ebenfalls? Bist du wirklich ungestört oder sitzt du in der Nähe der Tür, die laufend auf- und zugeht und neben einem regen Studententreiben auch Sitzt du im Seminar neben einem Studenten, der durch unangenehmes Verhalten auffällt oder neben einem, der dir mit konstruktiver Zusammenarbeit weiterhilft? Überprüfe deinen Sitzplatz ganz genau.

Die Sitzplatzwahl als Erfolgsfaktor!

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin

Prof. Dr. Kira Klenke:
Mit diesem Tipp können Studenten ihren Erfolg im Studium nachhaltig begünstigen. Er ist deshalb so findig, weil Sie diesen Hinweis wirklich mal so eben nebenbei, mit minimalem Aufwand, für sich nutzen können.

Meistens sind weiter hinten im Hörsaal der Geräuschpegel, die Unruhe und der Grad der Ablenkung unter den Studenten deutlich höher als weiter vorne.

Umgekehrt sind aber Konzentration und Motivation anderer ansteckend. Nutzen Sie das für sich. Studenten sollten ihren Sitzplatz und ihre Sitznachbarn nach diesen Gesichtspunkten auswählen. Wohin setzen sich die anderen? Die Selbstbewussten und Erfolgreichen zum Beispiel setzen sich nicht ins Abseits oder in die hinterste Ecke. Nutze die Hebelwirkung eines kraftvollen Sitzplatzes für dich selbst.

  • Lernexpertin Ulrike ErbeUlrike Erbe: Auch zu Hause die richtige Atmosphäre schaffen! Lege neben deinen Arbeitsplatz ein entspannendes Wohlfühlbild in richtig schönen Farben. Es ist dann richtig, wenn du beim Anblick in einen wunderbaren Entspannungszustand kommst. Sollte der Stresspegel steigen, blicke lange und intensiv auf das Bild. Lasse dich von dem Bild in einen angenehmeren Zustand mitnehmen. Dadurch senkt die Entspannung den Stress.

3. Die Struktur für den eigenen Lernplan

Einfach ins Blaue hinein lernen, verwirrt in den meisten Fällen und kann dich ins Chaos stürzen, wenn sich Änderungen ergeben oder ein Prüfungstermin bedrohlich näher rückt. Deshalb sind ein Gesamtlernplan für jedes Semester und ein Detaillernplan für die Vorbereitung auf bestimmte Prüfungen hilfreich. Sie enthalten allen zu lernenden Stoff, der in Teiletappen aufgeteilt ist. Sie berücksichtigen durch Puffer, dass auch einmal eine Krankheit oder eine Zeit mit weniger Konzentrationsfähigkeit dazwischenkommen kann.

Vorsicht Lernplateaus! Verhindere Prüfungsstress ganz einfach!

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin Prof. Dr. Kira Klenke:

Schon allein das Wissen um ein Lernplateau kann so manchen Frust beim Lernen verhindern und ein deutlich selbstbewussteres sowie entspannteres Studieren ermöglichen: Wissenserwerb verläuft nicht linear, sondern in Stufen: Selbst wenn du kontinuierlich die Vorlesungen besuchst und dich zusätzlich selbst mit dem Stoff befasst, wird dein Wissen trotzdem nicht parallel dazu anwachsen.

Beim Erlernen neuer Sachverhalte entstehen sogenannte Synapsen. Dieser Umbau des Gehirns bedarf einer gewissen Zeit und verbraucht Energie. Für dich fühlt sich es an, als wärst du im Kopf blockiert. Wenn Studierende beispielsweise vor den Prüfungen unentwegt lernen, blockiert das Gehirn zwischenzeitlich immer wieder den anhaltenden Input. Es braucht zwischendurch immer wieder Ruhepausen, um das bisher Gelernte zu verarbeiten und physisch zu „verdrahten“. Kurz vor den Prüfungen können daher Phasen eintreten, in denen du das Gefühl hast, nichts mehr in den Kopf hinein zu bekommen oder noch schlimmer – weniger zu wissen als noch Tage zuvor. Das Gehirn unterbindet während seiner „Umbaumaßnahmen“ stundenweise den Zugriff. Die berühmte Prüfungsangst setzt nun ein. Jedoch wird das „Blockaden-Gefühl“ falsch interpretiert, denn es ist ein gutes Zeichen: Dein Gehirn lernt!

Gönne dir und deinen Gehirn während solch einer Plateauphase etwas Ruhe. Schlafe dich aus oder gehe zum Sport. Oder wechsle für eine Weile das Lernthema. Und nach jeder Lernplateau-Phase folgt, sofern du dich davon nicht entmutigen lässt, der Sprung auf ein höheres Lern- und Wissensniveau.

  • Lernexpertin Ulrike ErbeUlrike Erbe: Lerne in Blöcken! Generell lohnt es sich, das scheinbar unüberwindbare Lernpensum in einzelne Lernkapitel aufzuteilen und diese in Stundensegmente zu gliedern. Am Besten entwirfst du einen Stunden-/Wochen-/Monatsplan, der alles zu Lernende beinhaltet. Damit verschaffst du dir einen Überblick und kannst dich auf den jeweiligen Tag konzentrieren.

4. Das Lösen von Lernblockaden

Die Tipps gegen eine Blockade haben eines gemeinsam: Lernblockaden löst du durch alles, aber nicht durch Zwang. Versuche nicht, dich krampfhaft durch einen Stoff zu quälen, der dir gerade nicht in den Kopf geht. Lass diese Inhalte für eine begrenzte Zeit bewusst los und konzentriere dich auf etwas anderes. Versuche, dich kurzfristig abzulenken, um in Anschluss den Fokus wieder auf deine Lernziele zu legen.

Die Störung hat Vorrang!

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin Prof. Dr. Kira Klenke:

Vielleicht hast du eine ähnliche Situationen auch schon erlebt: Es wird höchste Zeit, die Hausarbeit oder ein Referat fertig zu stellen, aber du bist nervlich völlig am Ende. Du könntest verrückt werden und weißt nicht mehr, wo oben und unten ist. Aber dir ist klar, du musst es erledigen – und zwar schnell!

Klammere dich in solchen Situation nicht krampfhaft an die Aufgaben. Auch wenn es schwer fällt: Unternimm etwas, das nichts mit der Aufgabe zu tun hat und deinen mentalen Zustand verändert. Wie das am schnellsten geht, weißt du ja selbst. Manchen Gehe joggen oder schwimmen. Iss und trinke etwas ¬– bereits das kann helfen, wieder klarer zu denken. Für genau solche Situationen habe ich in meiner Podcast-Serie „Studium mit Rückenwind“ das 9-minütige Audio „Genial einfach in den optimalen Lernzustand“ erstellt. Du kannst es anhören oder downloaden unter https://www.podomatic.com/podcasts/kira-klenke/episodes/2016-05-21T15_00_01-07_00 und dich von mir coachen lassen!

  • Lernexpertin Ulrike Erbe Ulrike Erbe: Wichtigkeit der Pausen verstehen!

    Lege nach einem Lernabschnitt von 60 - 90 Minuten eine Pause ein. Das ist die Zeit, die das Gehirn benötigt, um das Gelernte richtig zu verarbeiten. Wichtig dabei ist, dass du in der Pause deinem Gehirn genügend Freiraum gibst, zum Beispiel mit Spaziergängen. „Überlade“ es aber nicht mit neuen Erlebnissen, wie durch Fernsehen.

    Zusatztipp: Achte auf die Ernährung! Eine Mahlzeit kann sich als ideale Pause erweisen. Sie lenkt ab und versorgt das Gehirn mit wichtigen Nährstoffen. Esse daher vitaminreich und vorzugsweise leichte Kost. So kann die ganze Energie auch nach der Mahlzeit im Kopf bleiben und wird nicht im Magen gebraucht.

5. Das Ziel fokussieren

Das Wichtigste zum Schluss: Verliere nie aus den Augen, warum du dich gerade für dieses Studium entschieden hast. Mach in schwierigen Zeiten einfach mal die Augen zu und geh auf eine kleine Fantasiereise und stelle dir vor, wo du in ein paar Jahren beruflich stehen könntest. Das motiviert – probiere es aus!

Stay focussed: Erinnere dich zurück!

Prof. Dr. Klenke Lernexpertin Prof. Dr. Kira Klenke:

Je länger ein Semester läuft, umso mehr gibt es zu tun. Irgendwann häufen sich die aktuell anstehenden Aufgaben. Sonst reagierst du nur noch, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das erschwert, mit Schwung und Zuversicht zu lernen. Dann kann es helfen, sich daran zu erinnern, mit welcher Hoffnung und mit welcher Zukunftsvorstellung du dich ursprünglich immatrikuliert hast: Was hast du dir von deinem Studium erhofft? Was willst du mit deinem Abschluss erreichen? Wie stellst du dir deine zukünftige Karriere oder dein (Berufs-)Leben vor? Was fasziniert dich an diesem Fach oder dem Berufsfeld? Schreibe es auf! Nimm dir – am besten jetzt sofort – Zeit, um das zu notieren. Dieses Blatt Papier ist deine Quelle in Zeiten, in denen das Studium strapaziös wird.