Geschlechtsumwandlung: Krankenkasse darf Transsexuellen nicht in Frauentarif einstufen

Eine Geschlechtsumwandlung ist ein entscheidender Schritt im Leben eines Einzelnen. Für die Krankenkasse ändert sich dadurch aber rein gar nichts, so ein aktuelles Urteil des Bundesgerichthofes. Im konkreten Fall hatte sich ein als Mann geborener Transsexueller in eine Frau umwandeln lassen. Seine private Krankenversicherung durfte daraufhin keinen Wechsel in den teureren Frauentarif verlangen, so die Entscheidung des BGH.

Als Frau fühlen, als Mann krankenversichern

Eine Geschlechtsumwandlung stelle für die Krankenkasse keinen Grund für eine Anhebung der Beiträge dar, so das Urteil des BGH. Die männlich geborene, verheiratete Klägerin hatte sich im Jahr 2005 einer operativen Geschlechtsumwandlung unterzogen und auch ihren Vornamen geändert. Rechtlich habe es jedoch keine Feststellung des weiblichen Geschlechts gegeben, da die Klägerin dies ihrer Ehefrau nicht zumuten wollte. Bezahlt worden sei die Geschlechtsumwandlung von der Krankenkasse. Die HUK-Coburg Krankenversicherung AG habe im Nachhinein jedoch den Wechsel der Versicherten in die teurere Kranken- und Pflegeversicherung für Frauen verlangt. Das Gericht befand das für unzulässig, weil das Risiko einer Gefahrenerhöhung nach einem Vertragsabschluss stets allein der Versicherer trage. Zudem sei das „Risiko“ der Transsexualität bereits in der Krankenversicherung mitversichert.

Kosten entstehen, Risiken vergehen?

Der Klägerin kommt das verbraucherfreundliche Urteil des BGH sehr entgegen. Ob diese Entscheidung jedoch gerecht ist, ist fraglich. Versetzen wir uns doch einmal in die Lage der Krankenkasse. Der Versicherte hat sich schon immer als Frau gefühlt und möchte nun auch biologisch eine Frau werden – vorgenommen wird also eine Geschlechtsumwandlung. Die Krankenkasse zahlt die Kosten, schließlich sind die psychologischen Folgen eines solchen Lebens im falschen Körper in der heutigen Gesellschaft bekannt und auch als Grund für eine Geschlechtsumwandlung anerkannt. Nach einer hohen Zahlung will die Versicherung nun einen Teil der Kosten wieder hereinholen. Kann man das dem Versicherer etwa verübeln? Sinnvoll erscheint das Urteil jedoch im Hinblick auf die entstandenen Risiken. Auch wenn die Klägerin nun genau genommen eine Frau ist, trägt sie doch weiterhin die körperlichen Risiken eines Mannes und die sind meist geringer als bei Frauen. So oder so wird diese Debatte mit den nahenden Unisex-Tarifen bald ein Ende haben. Ab Dezember sind Mann, Frau und alle anderen vor der Versicherung gleich.

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