Hoher Stromverbrauch durch Stromklau

Nichtsahnend öffnest du deine Stromrechnung. Du kennst schließlich - zumindest ungefähr - deinen Verbrauch. Diesmal warst du ganz besonders sparsam, um den Verbrauch und damit die Kosten noch weiter zu senken. Dann der Schock: deine Stromrechnung ist viel höher als bisher; du hast weitaus mehr Strom verbraucht wie zuvor. Wenn dir ein solches Szenario widerfährt und du dir nicht erklären kannst, wieso die Stromrechnung so hoch ist, dann sollten die Alarmglocken klingeln. Denn hier kann es sich um Stromdiebstahl handeln. Jetzt gilt es zu handeln - Stromdiebstahl: Was tun?

Inhalts­verzeich­nis

    Stromdiebstahl: Zwei Tatvarianten sind möglich

    Grundsätzlich handelt es sich bei einem Stromdiebstahl erst einmal um die unerlaubte Entziehung elektrischer Energie. Diese Entziehung elektrischer Energie ist nach § 248c StGB ein diebstahlähnliches Vergehen bzw. Delikt. Dabei musst du zwischen zwei Varianten unterscheiden. Zum einen liegt ein Stromdiebstahl vor, wenn ein eigenmächtiges Anzapfen durch das gezielte Anschließen eines physikalisch passenden Stromleiters vorliegt. Zum anderen zählt auch die Überbrückung des Stromzählers oder einer vom Energieversorger zuvor entfernten Sicherung als Stromdiebstahl respektive als Entziehung elektrischer Energie nach § 248c.

    Vorsicht: Versehen oder Arbeitsfehler möglich

    Dass Deine Stromrechnung zu hoch ist, kann allerdings auch auf einem Versehen fußen. So ist es schon vorgekommen, dass im Zuge von nachträglichen Anbau- oder Umbaumaßnahmen Stromzähler falsch zugewiesen wurden. Dann laufen plötzlich einzelne Räume oder Stromverbrauchsquellen über den Zähler des Nachbarn. Oftmals ist die Entziehung elektrischer Energie aber bewusst herbei geführt worden. Wurde einem Deiner Nachbarn zum Beispiel die Energiezufuhr vom Stromversorger gesperrt, könnte er sich bei Dir bedient haben, Dabei ist es unerheblich, ob sich der Stromdieb direkt an der Verkabelung zu schaffen gemacht hat, oder ob er den Stromdiebstahl mit Mehrfachsteckdosen und Verlängerungskabeln begeht. In beiden Fällen handelt es sich um Stromdiebstahl nach StGB § 248c.

    Stromdiebstahl: Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre

    Stromdiebstahl bzw. die Entziehung elektrischer Energie ist dabei beileibe kein Kavaliersdelikt. Denn ein Diebstahl ist immer eine Straftat; die gesetzliche Grundlage hierfür ist im § 242 StGB formuliert. Demnach begeht eine Person einen Diebstahl, wenn sie einer anderen Person eine fremde bewegliche Sache entwendet bzw. wegnimmt. Eine strafbare Handlung dieser Art wird vom Gesetzgeber mit einer Geldstrafe oder sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet. Wichtig ist hierbei, dass selbst der Versuch schon strafbar ist.

    Dieses Strafmaß gilt auch bei nachgewiesenem Stromdiebstahl, wobei der subjektive Tatbestand aber immer sowohl Vorsatz als auch Zueignungsabsicht beinhalten muss. Diese Prämisse ist im § 15 StGB explizit niedergeschrieben. Die entsprechende gesetzliche Grundlage für die Anwendung des Strafmaßes findet sich eben im § 248c StGB; dieser Paragraph wurde im Oktober 1953 in das Strafgesetzbuch aufgenommen. Ob dabei letztendlich ein Schaden entstanden ist, spielt keine Rolle. Denn dieser Umstand ist für die Erfüllung des diesbezüglichen Tatbestands nicht erforderlich.

    Mit diesem einfachen Trick Stromdieb überführen

    Bevor du dich allerdings mit den Faktoren Stromdiebstahl und Strafe auseinandersetzt, solltest du erst einmal sicher stellen, dass es sich in der Tat auch um einen Stromdiebstahl handelt. Denn ein Verdacht ist noch lange kein Beweis. Solltest du also einen entsprechenden Verdacht haben, kannst du mit einfachen Tricks überprüfen, ob du tatsächlich Opfer eines Stromdiebs geworden bist. Die Vorgehensweise ist dabei denkbar einfach und erfolgversprechend. Schalte einfach sämtliche Stromverbrauchsquellen in Deiner Wohnung aus und werfe anschließend einen Blick auf Deinen Stromzähler. Dieser sollte sich jetzt nicht mehr drehen. Diese Stichprobe kannst du mehrmals täglich zu unterschiedlichen Zeiten wiederholen.

    Sollte es sich wirklich um einen dreisten Stromdiebstahl handeln, wirst du das auf diesem Wege feststellen können. Auch wenn du den anfangs unerklärlichen Stromverbrauch jetzt enttarnt hast, so weißt du aber immer noch nicht, wer der Stromdieb ist. Aber auch das kannst du verhältnismäßig leicht herausbekommen.

    Einen Stromdiebstahl nachweisen

    Du kannst zum Beispiel auch einfach Deine Sicherungen ausschalten, wenn du das Haus verlässt. Kehrst du dann wieder heim und die Sicherungen sind wieder eingeschaltet, weißt du sofort, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Eine andere Erklärung, warum jemand Deine Sicherung wieder eingeschaltet haben soll, lässt sich hier wohl nur schwer finden. Das Ausstellen der eigenen Sicherungen ist dabei gerade in den Abendstunden ein probates Mittel, um einen Stromdieb zu identifizieren.

    Denn bei Dunkelheit wird ein Stromdieb garantiert aktiv, um eine Lichtquelle und womöglich noch den Fernseher mit Strom zu versorgen. Je nachdem wo sich der Sicherungskasten und der Stromzähler befinden, kannst du dich auch auf die Lauer legen und Deinen Stromzähler nach dem Abschalten der Sicherungen beobachten, um den Stromdieb quasi auf frischer Tat zu ertappen und so den Stromdiebstahl nachweisen. Du benötigst hier nur ein wenig Geduld, um den dreisten Stromdiebstahl nach StGB § 248c aufzudecken und den Übeltäter zu identifizieren.

    Stromdiebstahl: Vermieter, Versorger und Polizei

    Wenn du einen begründeten Verdacht hast oder direkt einen Stromdiebstahl nachweisen kannst, solltest du dann auch sofort diesen Stromdiebstahl melden. Zum einen musst du auf schnellstem Wege Deinen Vermieter und auch den Stromversorger informieren. Du kannst aber zum anderen auch natürlich selbst der Polizei einen Stromdiebstahl melden bzw. direkt bei der Polizei anzeigen Der Stromversorger selbst kann aber nur dann direkt aktiv werden, wenn direkt am Stromzähler manipuliert wurde. Anders verhält es sich, wenn sich der Stromdieb an den Hausleitungen, die rechtlich dem Vermieter gehören, zu schaffen gemacht hat. Denn hier ist der Vermieter in der Pflicht, den Stromdieb rechtlich zu belangen. Und nicht nur das. Sollte der Stromdiebstahl doch durch Arbeitsfehler beispielsweise im Rahmen von Umbauten erfolgt sein, muss der Vermieter laut der aktuellen Rechtssprechung schnellstmöglich nachbessern.

    Adhäsionsverfahren bei Stromdiebstahl nutzen

    Die Höhe des entstandenen Schadens sollte anschließend aber immer gemeinsam abgeschätzt werden, um für einen entsprechenden Ausgleich sorgen zu können. Ob du als Geschädigter aber Deinen Schaden ersetzt bekommst, ist nicht von vorne herein sicher, auch wenn der Täter vom Gesetzgeber eine Stromdiebstahl Strafe erhalten hat. Dir steht aber immer die Möglichkeit offen, dein Recht auf zivilrechtlichem Wege einzuklagen. Du hast aber noch eine weitere Option. Denn auch das so bezeichnete Adhäsionsverfahren kann Dir hier entscheidend weiterhelfen. Bei diesem in der Strafprozessordnung (StPO) verankerten Verfahren kannst du als Geschädigter den Schadensersatzanspruch, der sich aus dem Stromklau ergibt, auch direkt im Strafverfahren geltend machen.

    Du musst dieses Adhäsionsverfahren selbst beantragen und dabei den Grund des Anspruchs zuzüglich der Beweismittel schriftlich darlegen. Dieser Antrag wird vom Gesetzgeber wie eine Klage im bürgerlichen Rechtsstreit behandelt. Kannst du Deine Schadensersatzforderung bzw. Deinen Schadensersatzanspruch begründen, gibt ihn das Strafgericht im Rahmen der Urteilsverkündung respektive der Stromdiebstahl Strafe statt; diese Entscheidung ist gleichbedeutend mit einem Urteil aus einem Zivilprozess bzw. einem bürgerlichen Rechtsstreit.

    Kunden-Bewertungen

    • 1 / 5
      angegebener Wechseltermin wird nicht eingehalten . keinerlei Vorabinfo erhalten,so das eine Reaktion anderweitig nicht mehr möglich war und Zusatzkosten entstehen
    • 5 / 5
      recht ehrliche Angebote , Abwicklung zum Wechsel super-danke
    • 1 / 5
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