Ausstieg aus der Atomenergie

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist bereits seit den 1970er Jahren ein kontrovers diskutiertes Thema. Vor allem durch das Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986 und weitere Störfälle wie im Atomkraftwerk von Fukushima 2011 wurden immer mehr Stimmen laut, die den möglichst sofortigen Atomausstieg fordern. Ziel des Atomausstiegs ist es, den Verbrauch von Atomenergie beziehungsweise die Produktion von Atomstrom abzuschaffen. Italien ist es bereits gelungen, den vollständigen Ausstieg aus der Atomenergie durchzusetzen, in Deutschland und anderen Ländern wurden Maßnahmen getroffen, um einen baldigen Atomausstieg in die Wege zu leiten.

Inhalts­verzeich­nis

    Nachteile durch die Nutzung von Atomenergie

    Die möglichen Gefahren, die von Atomkraftwerken ausgehen, sind vielfältig und werden durch verschiedene Faktoren begünstigt. Bei der totalen Kernschmelze, die in Tschernobyl stattfand, waren vor allem bauliche Mängel die Ursache für die katastrophalen Ausmaße, die der Störfall angenommen hat. In Fukushima waren durch Erdbeben ausgelöste Tsunamis Auslöser der Unfallserie, die zu partiellen Kernschmelzen in mehreren Reaktorbereichen geführt haben. Die Folgen von Atomunfällen sind Kontaminierungen im Umfeld, die betroffenen Menschen werden unterschiedlich hohen Strahlenbelastungen ausgesetzt, woraus verschiedene Krankheiten und Langzeitschäden resultieren. Durch den nur langsamen Abbau der Strahlung sind betroffene Landstriche häufig auf lange Sicht unbewohnbar. Die genauen Folgen und Schäden sind häufig durch die schlechte Informationspolitik der betroffenen Länder kaum messbar. Doch auch wenn ein Atomreaktor unfallfrei arbeitet, stellt die Endlagerung der ausgebrannten Brennstäbe ein Problem dar. Eine endgültige, wirklich umweltverträgliche Lösung ist hierfür noch nicht gefunden. Auch die Gewinnung der benötigten Rohstoffe, um einen Kernreaktor zu betreiben ist umstritten und mit Folgen für Menschen und Umwelt verbunden. Der schrittweise Ausstieg aus der Atomenergie ist zwar mit Herausforderungen verbunden, wird aber von der Mehrheit der Bürger getragen.

    Ausstieg aus der Atomenergie: 2022

    Durch die zahlreichen Unfallrisiken, die nicht absehbaren Langzeitfolgen und auch die Angst vor Terroranschlägen, bei denen Atomreaktoren zum Angriffsziel werden könnten, haben sich in den letzten Jahren die Forderungen nach einem Atomausstieg vermehrt. Eine 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung der deutschen Atomkraftwerke wurde 2011 wieder zurückgenommen und in dessen Folge eine stufenweise Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke bis Ende 2022 beschlossen. In anderen europäischen Ländern bestehen ähnliche Pläne mit unterschiedlich langen Restlaufzeiten. Kritiker am Ausstieg aus der Atomenergie befürchten, dass es zu Versorgungsengpässen kommt, wenn die Grundversorgung nicht mehr durch Atomenergie gesichert ist. Andere fürchten, dass ein deutscher Atomausstieg dazu führt, dass stattdessen Atomstrom aus dem Ausland importiert wird. Dass die Sorge um Versorgungslücken nicht berechtigt ist, zeigte sich im Januar und Februar 2012, als in Folge der Kältewelle mehr Strom durch regenerative Energien als durch die bis dato acht vom Netz genommenen Atomkraftwerke produziert wurde – ein Versorgungsengpass blieb aus. Die großen Energieversorger, die für den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland zuständig sind, klagen unterdessen gegen den Ausstieg aus der Atomenergie und haben bereits jetzt hohe Verluste durch die Abschaltung ihrer Reaktoren.

    Die Bedeutung des Atomausstiegs

    Laut des Bundesamtes für Strahlenschutz bedeutet Atomausstieg den mittel bzw. langfristigen Abbau von bestehenden Atomkraftwerken (AKW) vor dem technisch bedingten Laufzeitende des jeweiligen Kraftwerks. Dieser Begriff bezeichnet ebenfalls den Verzicht auf den Neubau von Atomkraftwerken und die damit verbundenen zivilen Nutzung von Kernenergie zur Stromerzeugung. Der Ausstieg aus der Kernenergie beruht auf einer Vereinbarung zwischen der rot-grünen Bundesregierung und den führenden Energieversorgungsunternehmen (EVU) , die nach langwierigen Verhandlungen 2001 im Berliner Kanzleramt unterzeichnet wurde (auch Atomkonsens genannt). Im Jahre 2002 wurde das Ausstiegsgesetz novelliert.

    Eckpunkte des Atomausstiegs

    • Die Laufzeiten der Atomkraftwerke werden auf 32 Jahre befristet. Das Ende der Atomenergienutzung begrenzt die Menge des radioaktiven Abfalls.
    • Wiederaufarbeitung (WAA) als Entsorgungsweg ist nur noch bis zum 1. Juli 2005 zulässig.
    • An den Standorten der AKW entstehen Zwischenlager. Dadurch werden Atomtransporte um bis zu zwei Drittel minimiert.
    • Der Bau des möglichen Endlagers Gorleben ist gestoppt.

    Zur Begriffsklärung: Atomausstieg

    Der Begriff Atomausstieg als solcher entstand ursprünglich als politisches Schlagwort der Anti-Atomkraftbewegung Mitte der 70er Jahre. Besonders nach der Katastrophe von Tschernobyl 1986, dem bisher größten Atomkraftwerksunfall der Weltgeschichte, forderten immer mehr Menschen den Atomausstieg. Bis heute wurde dieser jedoch in den meisten Ländern mit Atomkraftwerken nicht umgesetzt und in Europa haben nur wenige Länder bisher ein Ausstiegsdatum festgelegt.
    Im September 2010 beschloss die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP im Rahmen eines neuen Energiekonzepts eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke. Die Gesetzesänderung verlängerte die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre: Bei Kernkraftwerken, die bis 1980 in Betrieb gegangen sind, um acht, bei den jüngeren um 14 Jahre. Die sieben älteren Kraftwerke sollten ab 2020 stillgelegt sein.

    Aufgrund der dramatischen Ereignisse in dem japanischen Kernkraftwerk Fukushima hat die schwarz-gelbe Regierungskoalition im März 2011 ein dreimonatiges Moratorium für die beschlossene Laufzeitverlängerung verhängt und die sieben ältesten Meiler vom Netz genommen. Eine genaue Sicherheitsüberprüfung aller 17 Kernkraftwerke wurde daraufhin angekündigt.
    Bis heute ist das Thema Atomausstieg ein politisch weitverbreiteter Streitpunkt. Die schnellstmögliche Abschaltung aller Atomkraftwerke ist weiterhin eine zentrale Forderung von vielen Umweltschutzorganisationen und „grünen“ europäischen Parteien.

    Kunden-Bewertungen

    • 4 / 5
      Bisher ist alles gut gelaufen. Ich bin aber noch am Anfang des Wechselprozesses. Meinen letzten Wechsel des Gaslieferanten habe ich auch mit Top-Tarif gemacht. Ich bin gespannt ob ich den versprochenen Bonus von meinem bisherigen Lieferanten bekomme. Man liest über Grüne Welt in Punkto Bonus nichts Gutes in den Portalen.
    • 4 / 5
      Zum neuen Anbieter kann ich noch keine Angaben machen. Im Internet wurden manche Mängel angezeigt.
    • 5 / 5
      Super Angebote, kaufe immer wieder gerne ein.
    • 5 / 5
      Der Wechsel wurde zwar noch nicht vollzogen. Aber das Angebot hat mich überzeugt.

    So läuft dein Wechsel

    Strom Geld Stecker

    Stromanbieter kündigen

    Du bist mit deinem Stromanbieter unzufrieden? Hier findest du Musterschreiben und Tipps zur Stromanbieter Kündigung.

    Stromanbieter kündigen
    Kündigungsfrist Vertrag

    Sonderkündigungs­recht

    Dein Stromanbieter hat die Preise erhöht? Hier erfährst du wann das Sonderkündigungsrecht greift und findest unsere Musterkündigung.

    Sonderkündigungsrecht
    Strommast Stromvergleich

    Stromanbieter wechsel

    Dein Vergleich, dein Tarif! Vergleiche jetzt günstige Stromtarife aus deiner Region und wechsel einfach online deinen Stromanbieter.

    Stromanbieter wechsel