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Satelliten-Internet: Die Alternative für den ländlichen Raum

Wo keine DSL-Verbindung verfügbar ist, bietet das Satelliten-Internet eine echte Alternative für schnelles Surfen, aber auch Telefon und TV. Die Verbindung zum Internet wird über einen Satelliten hergestellt, der sich in einem stationären Orbit über Europa befindet. Der Internetzugang steht in ganz Europa flächendeckend zur Verfügung.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Für den Empfang von Satelliten-Internet brauchst du eine Satellitenschüssel mit einem Durchmesser von ca. 74-77 cm. Deine alte TV-Satellitenschüssel kann in der Regel nicht auf Internetempfang umgestellt werden.
  • Im Gegensatz zu früher sind die Internetverbindungen über Satellit heute bidirektional, d. h. das Funksignal wird sowohl für den Download als auch für den Upload von Daten genutzt.
  • Die Ping-Zeit beträgt durch die Entfernung zum Satelliten etwa 600-650 Millisekunden – für Live-Games eignet sich das Satelliten-Internet also nicht.

Inhalts­verzeichnis

    So funktioniert die Internet-Verbindung via Satellit

    Der Ausbau von Glasfaser- und LTE-Netz in Deutschland schreitet zwar voran, jedoch gibt es weiterhin sogenannte weiße Flecken – Regionen, in denen weder DSL noch LTE verfügbar sind. Gerade in ländlichen Gebieten ist das Satelliten-Internet deshalb eine tolle und oft die einzige Alternative zu DSL. Einzig die Ping-Zeiten (auch Latenzzeiten genannt) können beim Satelliten-Internet nicht mit einer terrestrischen Leitung mithalten. Das ist allerdings kein Wunder, schließlich ist der Satellit zehntausende Kilometer von der Erde entfernt und die Daten müssen diese Entfernung erst zurücklegen. Wenn man mit Satelliten-Internet surft, werden die Daten beim Aufrufen einer Seite im Netz vom Modem umgewandelt und dann verschlüsselt über die Satellitenanlage an den Satelliten gesendet. Der Satellit überträgt dann die Datenanfrage an die Bodenstation. Danach folgt die gleiche Schleife zurück – von der Bodenstation an den Satelliten, zum Modem und dann entschlüsselt in den Browser. Dies passiert aber so schnell, dass es beim normalen Surfen nicht auffällt, mittlerweile verfügen Satelliten-Internetverbindungen über ähnliche Geschwindigkeiten wie DSL.

    Welche Vorteile bietet Satelliten-Internet?

    Internet via Satellit ist schon lange keine Zukunftsvision mehr und hat zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten findest du im Folgenden:

    • Wetterunabhängig

      Die bei den Anbietern eingesetzte KA-Band-Technologie ist wetterunempfindlich und hat kaum noch etwas mit früheren Sat-Anlagen gemein. Lediglich bei viel Schneefall könnte es nötig sein, die Satellitenschüssel von den Schneemassen zu befreien. Ansonsten kann schlechtes Wetter der Technik nichts anhaben.

    • Fernsehen und Telefonie auf Wunsch verfügbar

      Über die Internet-Satellitenschüssel lässt sich auf Wunsch auch Satelliten-TV empfangen und über VoIP (Voice over IP) telefonieren. Dafür braucht es zusätzliche Hardware (einen Adapter sowie ein VoIP-Telefon), die vom Anbieter zur Verfügung gestellt werden.

    • Schnelle Übertragung mit bis zu 30 Mbit/s

      Die Übertragungsraten beim Satelliten-Internet betragen bis zu 30 MBit/s im Download und 6 MBit/s im Upload. Flüssiges Surfen oder auch das Streamen von Filmen sind mit dem Satelliten-Internet also kein Problem. Gleichzeitig liegen die Preise häufig unter den Preisen vergleichbarer LTE-Tarife, sofern man die Anschaffungskosten für die Sat-Anlage herausrechnet.

    Verfügbarkeitscheck – ist Satelliten-Internet bei mir möglich?

    Grundsätzlich ist das Internet via Satellit in ganz Europa flächendeckend verfügbar. Dennoch solltest du einen individuellen Verfügbarkeitscheck durchführen, um zu überprüfen, welche Anbieter für deine Region infrage kommen und welche Tarife verfügbar sind. Im Satelliten-Internet-Vergleich kannst du ganz einfach und unverbindlich deine Adresse eingeben und der Vergleichsrechner listet mögliche Angebote für deinen Wohnort auf. In der Ergebnisliste siehst du alle Tarife und Tarifdetails auf einen Blick. So kannst du übersichtlich vergleichen und dich für einen Tarif deiner Wahl entscheiden. Nun wirst du auf die Seite des Anbieters weitergeleitet und kannst auf Wunsch direkt deinen neuen Internet-Vertrag abschließen. Bevor du dich jedoch endgültig entscheidest, solltest du dir das Kleingedruckte, also die Tarif- und Vertragsdetails, gründlich durchlesen. Der Online-Vergleich hilft dir dabei, gleichzeitig die verschiedenen Optionen und auch die Preise zu vergleichen.

    Satelliten-Internet: Darauf solltest du bei der Tarifwahl achten

    Während DSL-Tarife sehr unterschiedliche Übertragungsgeschwindigkeiten aufweisen können, gibt es beim Satelliten-Internet kaum Unterschiede. In der Regel bieten die Provider eine Download-Geschwindigkeit von 22-30 Mbit/s und eine Upload-Geschwindigkeit von 2-6 Mbit/s an. Neben der Surfgeschwindigkeit gibt es aber noch einige weitere Tarifdetails, die du beim Vergleich berücksichtigen solltest.

    • Passendes Datenvolumen wählen

      Für Nutzer, die die DSL-Flatrate gewohnt sind, könnte das üblicherweise begrenzte Datenvolumen bei Satelliten-Internet-Tarifen eine Überraschung darstellen. Die Pakete der Anbieter sind aber für die verschiedenen Ansprüche unterschiedlicher Haushalte ausgelegt. So findet jeder das passende Paket – ob 10 oder 100 GB pro Monat. Viele Tarife enthalten zudem eine sogenannte Nachtoption oder Nacht-Flatrate, d. h. zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens kann man unbegrenzt surfen. Ist das Datenvolumen komplett verbraucht, wird oftmals automatisch welches dazugebucht. Hierzu musst du als Kunde häufig nicht explizit zustimmen. Deshalb solltest du einen genauen Blick ins Kleingedruckte werfen, denn beim Zusatzvolumen können die Preise deutlich variieren.

    • Fair Use Policy beachten

      Fast alle Satelliten-Internet-Tarife verfügen über eine sogenannte Fair Use Policy. Hat man ein bestimmtes Datenvolumen erreicht (oftmals die Hälfte des Pakets), wird die maximale Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt. Die Fair Use Policy soll gewährleisten, dass zu den Hochnutzungszeiten alle Nutzer gleichermaßen schnell surfen können. So wird also die Bandbreite auf alle fair verteilt. Aufgrund der Fair Use Policy ist es sinnvoll, sich von vornherein für ein passendes Volumenpaket zu entscheidet, das zu den eigenen Surfgewohnheiten passt. Und hier lohnt es sich auf jeden Fall, das eigene Surf-Verhalten zu überprüfen. HD-Filme müssen beispielsweise nicht immer gestreamt werden, sondern können auch bequem in der Nacht heruntergeladen und später offline geguckt werden. Das Gleiche gilt für große Datenmengen, zum Beispiel Bilder und Videos im E-Mail-Anhang oder online. Wer sein Surf-Verhalten ein wenig anpasst, kann mit dem Satelliten-Internet bares Geld sparen.

    • Hardware mieten oder kaufen?

      Wer sich für Satelliten-Internet entscheidet, braucht nur zwei Dinge: eine Satelliten-Schüssel und das dazugehörige Modem. Wer zudem noch Internet-Fernsehen und VoIP-Telefonie buchen möchte, benötigt zusätzlich einen Adapter und ein VoIP-Telefon. Die Technik stellen in der Regel die Anbieter bei einem Vertragsabschluss zur Verfügung. Oftmals kann auch die Montage der Sat-Anlage mitgebucht werden. Begabte Heimwerker können diese auch selbst montieren und sich hierbei an der Video-Anleitung orientieren, die üblicherweise von den Providern zur Verfügung gestellt wird. Die Satellitenschüssel muss in jedem Fall mit freier Sicht nach Süden aufgestellt werden. Die Hardware kann in der Regel gemietet oder gekauft werden. Wer die Anlage mietet, zahlt die Mietkosten monatlich im Rahmen des Tarifs. Im Online-Vergleich sind diese bereits in den angezeigten monatlichen Kosten enthalten. Die Anmietung ist allerdings in den meisten Fällen nur dann möglich, wenn der Tarif eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten hat. Wer die Hardware lieber kaufen möchte, muss mit einmaligen Kosten in Höhe von bis zu 400 Euro rechnen. Bei manchen Anbietern kann auch gebrauchte Hardware erworben werden.

    • Monatliche Grundgebühr vergleichen

      Der monatliche Grundpreis für Satelliten-Internet bewegt sich zwischen circa 20 und 100 Euro pro Monat – und hängt hauptsächlich vom gebuchten Datenvolumen ab. Wer allerdings einen 20-Euro-Tarif abschließen möchte, sollte genau hinschauen. Selbst wenn manche Angebote als „Flatrate“ bezeichnet werden, gibt es aufgrund der Fair Use Policy keine richtigen Flatrate-Verträge beim Satelliten-Internet. Für 20 Euro erhält man in der Regel ein Mindestvolumen von 5 oder 10 GB. Sobald dieses aufgebraucht ist, wird automatisch Zusatzvolumen in Anspruch genommen, das mit höheren Kosten zu Buche schlägt.

    • Vertragsdauer und Kündigungsfrist prüfen

      Die meisten Anbieter haben Tarife mit einer 24-monatigen Laufzeit. Dabei bindest du dich als Kunde für zwei Jahre an einen Anbieter, meist mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten. Kündigst du den Vertrag nicht innerhalb der Frist, dann verlängert er sich automatisch um weitere zwölf Monate. Es gibt aber auch Satelliten-Internet-Tarife, die monatlich kündbar sind, meistens mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist zum Monatsende. Wer auf eine maximale Flexibilität Wert legt, sollte sich für einen solchen Tarif entscheiden. Das kann dann sinnvoll sein, wenn im Rahmen des Breitbandausbaus zu erwarten ist, dass in einem absehbaren Zeitraum DSL am eigenen Wohnort verfügbar sein wird. Monatlich kündbare Verträge haben den großen Vorteil, dass du regelmäßig nach günstigeren Angeboten Ausschau halten und dann kurzfristig wechseln kannst.

    • Einrichtungsgebühr

      Bei vielen Anbietern fällt bei Vertragsabschluss eine einmalige Einrichtungsgebühr an. Wenn du online Tarife vergleichst, solltest du also unbedingt nicht nur die monatlichen Kosten, sondern auch die einmaligen Kosten zu Beginn des Vertrags durchsehen. Die Einrichtungsgebühr kann stark variieren und von 0 bis 150 Euro reichen. Daneben schlagen übrigens auch die Kosten für den Versand der Technik zu Buche.

    Anbieterüberblick: Hier erhältst du Satelliten-Internet

    In Europa wird das Satelliten-Internet von zwei großen Anbietern zur Verfügung gestellt, die jeweils eigene Satelliten betreiben: Astra-Connect und Tooway von Eutelsat. Von Resellern wie skyDSL, Filiago oder StarDSL werden die beiden Angebote dann an den Kunden zu jeweils individuellen Vertragsbedingungen weiterverkauft.

    • Filiago (Astra Connect)

      Filiago bietet derzeit (alle Angaben: Stand September 2017) sieben verschiedene Tarife für Privatkunden an. Mit Übertragungsraten bis zu 30 Mbit/s im Download und 2 Mbit/s im Upload kann sorgenfrei gesurft und gemailt werden. Das Datenvolumen liegt je nach Tarif zwischen 5 GB pro Monat und einem unbegrenzten Datenvolumen entsprechend der Fair Use Policy. Sollte dein Wohnort an das Glasfasernetz angeschlossen werden, so entlässt dich Filiago übrigens aus dem Vertrag – ganz verbraucherfreundlich.

    • Orbitcom (Astra Connect)

      Das Unternehmen Orbitcom bietet sechs Tarife für Privatkunden. Der günstigste liegt bei ca. 25 Euro mit einem Datenvolumen von 5 GB. Wer gern viel surft, kann sich für den Tarif Astra Connect XXL entscheiden – mit unbegrenztem Datenvolumen mit Berücksichtigung der Fair Use Policy.

    • Getinternet (Tooway)

      Ähnlich sieht es auch bei Getinternet aus. Allerdings fängt der niedrigste Tarif bei diesem Anbieter bei ca. 35 Euro im Monat und 10 GB Datenvolumen an. Darüber hinaus kann das Angebot von Getinternet durch sehr geringe Kosten für die Hardware von weniger als 300 Euro überzeugen.

    • StarDSL

      Bei StarDSL stehen dir fünf Tarife zwischen 20 und 100 Euro zur Verfügung. Die Fair Use Policy nennt StarDSL übrigens Heavy User Control – auch hier wird nach einer bestimmten Grenze beim übertragenen Datenvolumen gedrosselt, damit noch Bandbreite für die weiteren Nutzer übrigbleibt.

    • skyDSL (Tooway)

      skyDSL bietet drei verschiedene Tarife für Privatkunden an – die Option S ist für Gelegenheitssurfer geeignet, für Familien bietet sich die Option L mit vielen kostenlosen Features und Diensten wie zum Beispiel einem Musikpaket mit kostenfreien Musik-Downloads an. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt bei allen Tarifen 24 Mbit/s im Download und 2 Mbit/s im Upload. Das Besondere: Beim Tarif L verzichtet skyDSL auf die Anwendung der Fair Use Policy und der Vielnutzer kann ungedrosselt surfen.

    • Sat Internet Services (Tooway)

      Der Einstiegtarif bei Sat Internet Services schlägt mit circa 35 Euro bei 10 GB Datenvolumen zu Buche. Die angebotenen Tarife sind Tooway-Pakete und entsprechen dem Angebot von Getinternet.

    • EUSANET (Tooway)

      Mit EUSANET können Privatkunden mit einer Download-Geschwindigkeit zwischen 16 und 30 Mbit/s surfen. Wer sich für einen Tarif mit maximaler Geschwindigkeit entscheidet, zahlt circa 80 Euro monatlich und muss ein Hardware-Modul hinzubuchen. Hinsichtlich der Tarifbedingungen profitieren Kunden von vielen verschiedenen Variationsmöglichkeiten. So lässt sich beispielsweise individuell vereinbaren, die Option einer monatlichen Kündigung für fünf Euro im Monat in den Tarif einzuschließen.

    Fazit: Schnelles Internet für Regionen ohne Anschluss an das Breitbandnetz

    Noch vor zehn Jahren konnte das Satelliten-Internet nicht mit der Kabel-Variante mithalten. Schließlich wurde der Download, also der Empfang der Daten, zwar über Satellit getätigt, aber für den Versand von Daten (Upload) wurde eine Telefonleitung benötigt. Heute sind bidirektionale Systeme die Regel und machen das Satelliten-Internet (fast) zu einem echten Konkurrenten zu DSL und LTE. Der größte Vorteil des Satelliten-Internets bleibt die ausgezeichnete Anbindung in allen Regionen Deutschlands und Europas. Die Kosten liegen zwar über den durchschnittlichen Kosten eines DSL-Vertrags. Wer jedoch auf dem Land wohnt und keine Anbindung an das Breitbandnetz hat, kann dennoch mit Highspeed surfen.

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