Teurer Strom: Erhöhung der EEG-Umlage ab 2011 führt zu Mehrkosten von bis zu 112 Euro für private Verbraucher

Berlin, 14. Oktober 2010 - Für Millionen Haushalte in Deutschland dürfte der Strombezug spätestens im nächsten Jahr wieder erheblich teurer werden. Grund für den zu erwartenden Preisanstieg ist die Anhebung der EEG-Umlage durch die übertragungsnetzbetreiber zum Jahreswechsel von aktuell 2,047 Cent pro Kilowattstunde auf 3,5 Cent, wie die Nachrichtenagenturen dpa und AFP vorab berichten. Nach aktuellen Berechnungen des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de www.toptarif.de kann die Erhöhung der Umlage je nach Haushaltsgröße zu jährlichen Mehrkosten von bis zu 112 Euro führen.

Für einen Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1.800 kWh Strom steigt die EEG-Umlage im kommenden Jahr um rund 31 Euro brutto* von 43,85 Euro auf 74,97 Euro. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom zahlt dagegen bereits 69 Euro mehr - statt 97,44 Euro in diesem Jahr ganze 166,60 Euro für 2011. Richtig teuer wird es bei noch höheren Verbrauchsstufen. So betragen die Kosten der EEG-Umlage für eine Großfamilie mit einem Jahresverbrauch von 6.500 kWh Strom im kommenden Jahr stolze 270,73 Euro. Aktuell hingegen werden mit 158,33 Euro rund 112 Euro weniger fällig.

Tabelle: Verteuerung der EEG-Umlage für verschiedene Haushaltsgrößen

?Angesichts der deutlich steigenden Kosten zur Förderung der erneuerbaren Energien, die auf alle Verbraucher umgelegt werden, rechnen wir bereits zum Jahreswechsel mit flächendeckenden Preiserhöhungen bei Hunderten Versorgern", erklärt Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de www.toptarif.de. Bereits in diesem Jahr hatten rund 300 Unternehmen die ersten Monate für Preiserhöhungen genutzt - mit Verweis auf die letzte Anpassung der EEG-Umlage. Bei lediglich 60 Grundversorgern führten sinkende Beschaffungskosten zu Preisvorteilen für die privaten Verbraucher.

?Unter der Annahme, dass die Kosten der EEG-Umlage direkt an die Privathaushalte weitergegeben werden, würde die Anhebung im kommenden Jahr zu einer Verteuerung des Stroms um rund 7,3 Prozent** führen", macht Bohg deutlich. ?Inwieweit und in welcher Höhe die jetzige Anpassung der EEG-Umlage aber auf den tatsächlichen Endkundenpreis durchschlagen wird, hängt im Wesentlichen von den jeweiligen Markt- und Beschaffungsstrategien der einzelnen Versorger ab." So ist beispielsweise denkbar, dass die erheblich günstigeren Großhandelspreise für Strom seit Mitte 2008 dämpfend auf die Gesamtentwicklung der Verbraucherpreise wirken könnten. ?Allerdings legen die Erfahrungswerte dieses Jahres nahe, dass sich die Preisspirale beim Strom - mit Verweis auf die EEG-Umlage - ab 2011 weiter in die Höhe drehen wird ", so Bohg.

Mit Blick auf die zu erwartenden Preiserhöhungen in den kommenden Monaten raten die Experten von toptarif.de www.toptarif.de zu einem umfassenden Tarifvergleich und empfehlen einen Wechsel zu Angeboten mit umfangreichen Preisgarantien. Vielerorts lassen sich durch einen Anbieterwechsel nicht nur 20 Prozent der jährlichen Kosten sparen. Auch kann eine Preisgarantie die jetzt günstigen Konditionen langfristig sichern. Wichtig: Eine Preisgarantie sollte möglichst alle Bestandteile des Endkundenpreises abdecken, damit beispielsweise änderungen bei staatlichen Abgaben - wie die jetzige Erhöhung der EEG-Umlage - nicht an die Verbraucher weitergegeben werden können.

Durch Verbraucherportale wie toptarif.de www.toptarif.de/strom oder kostenlose Service-Hotlines wie 0800 - 10 30 499 können sich Verbraucher schnell und unkompliziert über Alternativen in ihrer Region informieren und kostenlos zu günstigen Stromanbietern wechseln.

Hintergrund:

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet die Netzbetreiber zur Abnahme (1) und vorrangigen Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien ins allgemeine Stromnetz (2). Anlagenbetreiber erhalten dafür mindestens 20 Jahre lang eine gesetzlich festgelegte Mindestvergütung (3). Da der nach dem EEG vergütete Strom bislang noch teurer ist als Atom- oder Kohlestrom, werden die daraus entstehenden Kosten über die EEG-Umlage auf die Stromkunden umgelegt. Seit 2010 vermarkten die vier übertragungsnetzbetreiber den EEG-Strom direkt über die Börse und refinanzieren die Differenz zwischen der Vergütung für die Gesamteinspeisung und dem Börsenwert des eingespeisten Stroms über die EEG-Umlage. Der aktuelle Anstieg der EEG-Umlage auf 3,5 Cent wird mit dem massiven Zubau von Photovoltaik- und Biomasseanlagen, einer zu gering angesetzten EEG-Umlage für 2010 und einem vergleichsweise geringen Niveau der Stromgroßhandelspreise begründet.

*EEG-Umlage zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer von 19 Prozent

** Berechnung auf Basis des aktuell vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft ausgewiesenen Strompreises für einen Drei-Personen-Musterhaushalt. Vgl. hierzu BDEW: Stromrechnung für Haushalte: Rund 41 Prozent Staatsanteil (Stand Oktober 2010). Preis aktuell: 23,69 Cent/ kWh; Preis kalkuliert 2011: 25,42 Cent/ kWh.

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