Strompreise 2010: Lokale Versorger nur bedingt konkurrenzfähig

Berlin, 04. Februar 2010 - Der Wettbewerb am deutschen Strommarkt hat in den letzten Jahren erheblich an Fahrt gewonnen. Nach Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben bereits rund 60 Prozent der Verbraucher einen Tarif- bzw. Anbieterwechsel vollzogen. An vielen Grundversorgern ist diese Entwicklung, mit Blick auf die Preisgestaltung, aber bisher vorbei gegangen. Nach einer aktuellen Analyse des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de www.toptarif.de für die 50 größten deutschen Städte bietet nur ein Bruchteil der lokalen Stadtwerke in ihrem jeweiligen Grundversorgungsgebiet wettbewerbsfähige Strompreise an. Im Durchschnitt sind sie rund 15 Prozent teurer als günstige, alternativ verfügbare Wettbewerber.

Durchschnittlich 34 Wettbewerber vor dem günstigsten Tarif der Grundversorger   

?Nur jeder vierte der von uns untersuchten Grundversorger zählt mit seinen aktuell angebotenen Tarifen überhaupt zu den 25 günstigsten Anbietern in seiner Region", macht Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de www.toptarif.de deutlich. In die regionalen Top Ten schafft es allein der Vattenfall-Onlinetarif in Berlin und Hamburg. Durchschnittlich gibt es 34 Wettbewerber, die vor den günstigsten Tarifen der örtlichen Stadtwerke rangieren.

Tabelle: Strompreise und Wettbewerb in den 50 größten deutschen Städten

?Gerade bei den konkurrenzfähigeren Grundversorgern ist zu beobachten, dass diese mit neuen Tarifmodellen auf den erhöhten Wettbewerb reagiert haben", erklärt Bohg. ?Die bei günstigen Wettbewerbern gängigen Tarifstrukturen, wie preiswertere Abschlussmöglichkeiten über das Internet, hohe Neukundenprämien und Treueboni sowie Vorauszahlungsmodelle, werden nach und nach auch von örtlichen Versorgern adaptiert." Ein Indiz dafür ist die enorme Preisspanne zwischen den einzelnen Stadtwerken von bis zu 28 Prozent. So kosten die günstigsten angebotenen Stromtarife der jeweiligen örtlichen Grundversorger in Leipzig, Duisburg, Essen, Mühlheim und Oldenburg bei einer Abnahmemenge von 4.000 kWh mehr als 945 Euro. In Berlin und Hamburg werden hingegen weniger als 770 Euro im verfügbaren Online-Tarif mit Treueprämie fällig.

Anbieterwechsel bringt Kunden Kostenvorteile von durchschnittlich 133 Euro

Angesichts der aktuellen Preisgestaltung der meisten Grundversorger können Verbraucher vielerorts durch einen Anbieterwechsel erheblich sparen. So lassen sich die Kosten für einen Musterhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh um durchschnittlich 133 Euro reduzieren, wenn statt der örtlichen Stadtwerke ein günstiger neuer Anbieter die Stromversorgung übernimmt. ?In der Spitze sind alternative Wettbewerber in Großstädten bis zu 216 Euro im Jahr preiswerter als der lokale Grundversorger im günstigsten Tarif", rechnet Bohg vor. ?Wer zudem bereit ist, für seinen Strom ein Jahr im Voraus zu bezahlen, kann weitere Einsparpotentiale von nochmals 100 Euro erreichen."

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