Safer Internet Day: Wie viel Smartphone ist gesund?

Berlin, 5. Februar 2015 – Menschen verbringen durchschnittlich knapp drei Stunden am Tag mit ihrem Smartphone. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn.* Erstaunlich ist auch, wie häufig die Studienteilnehmer durchschnittlich das Handy aktivieren – nämlich etwa alle siebeneinhalb Minuten. Das Berliner Vergleichsportal TopTarif (www.toptarif.de) erklärt, ob der ständige Griff zum Smartphone gesund ist und gibt anlässlich des Safer Internet Days Vielnutzern Tipps im Umgang mit dem mobilen Alleskönner.

Studie: Das Smartphone ist ständiger Begleiter der Deutschen
Die veröffentlichten Teilergebnisse aus den Bonner Daten übertreffen vorherige Studien bei weitem: Knapp drei Stunden verbringt demnach jeder am Tag mit seinem Smartphone – allein 35 Minuten davon entfallen auf den Messenger-Dienst Whatsapp. Das klassische Telefonieren hingegen nimmt nicht einmal mehr 10 Minuten ein.

Ist Smartphone-Vielnutzung ein Problem?
Wann Smartphone-Nutzung zum Problem wird, darüber streiten Experten. Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie für andere potenzielle Suchtfaktoren auch: Kritisch wird der Umgang vor allem dann, wenn Verhaltensauffälligkeiten auftreten, so zum Beispiel Konzentrationsschwächen, Schlafstörungen oder psychische Anspannung – aber auch ein Leistungsverlust in der Schule oder im Beruf. Die Nutzungsdauer allein lässt also nicht auf einen problematischen Gebrauch schließen: „Das Smartphone übernimmt heute mehrere Funktionen gleichzeitig. Für viele ist es Telefon, Nachrichtenquelle, Spielkonsole, Uhr, Wecker und Kamera in einem. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Nutzungsdauer der Geräte immer weiter zunimmt,“ erklärt Klaus Hufnagel, Geschäftsführer bei TopTarif. „Kommunikation verändert sich. Gerade für Jugendliche bedeutet das Smartphone heute Zugang zu ihren sozialen Kontakten – das ist nicht per se schlimm oder schädlich.“

Handystrahlung: Die umstrittene Gefahr
Die Liste der Studien zur Gefahr von Handystrahlung ist ebenso lang wie umstritten. Fakt ist, dass Handys Strahlung abgeben. Hierfür gilt der EU-weite Grenzwert der spezifischen Absorptionsrate (SAR) von zwei Watt pro Kilogramm. Alle marktüblichen Handys liegen unterhalb dieses Wertes. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf einen möglichst geringen SAR-Wert achten, der für jedes Handy ausgewiesen ist. Die Samsung-Galaxy-Serie zum Beispiel punktet mit relativ niedrigen Strahlungswerten, Apple-Fans hingegen müssen mit einer fast doppelt so hohen Strahlung rechnen.** Wer weitere Sicherheitsvorkehrungen treffen möchte, sollte möglichst oft ein Headset benutzen, nicht bei schlechtem Netz telefonieren und einen kleinen Abstand zwischen Ohr und Gerät lassen.

Vorsicht vor Kostenfallen für Kinder und Jugendliche
Auch wenn das mobile Telefonieren und Surfen von Jahr zu Jahr günstiger wird, sind Kinder und Jugendliche laut Statistischem Bundesamt immer noch überproportional häufig von Verschuldung durch Mobilfunkkosten betroffen.*** Eine Auswertung unter Schuldnern zeigt, dass bei Unter-25-Jährigen knapp ein Fünftel der Gesamtschulden auf Forderungen von Telefon- und Internetanbietern zurückzuführen ist. „Deshalb eignen sich gerade für junge Menschen Prepaid-Tarife, bei denen nur das vorher eingezahlte Guthaben abtelefoniert wird. Eltern können die Handys außerdem kindgerecht einstellen, also etwa App- und In-App-Käufe deaktivieren, gegebenenfalls den Internetzugang blockieren und teure Sonderrufnummern direkt beim Anbieter sperren lassen“, rät Hufnagel.

Einfach mal abschalten: Der TopTarif Smartphone-Knigge
Smartphonefreie Zonen: Smartphone-Vielnutzer müssen nicht gleich ganz auf ihr Smartphone verzichten. Handyfreie Zeiten sorgen aber dafür, nicht ständig erreichbar zu sein – etwa beim Sport, Abendessen oder im Badezimmer.
Menschen haben immer Vorrang: Ob nun Freunde, Bekannte oder Kollegen – sobald man mit anderen Menschen zusammen ist, gehört die Aufmerksamkeit den anwesenden Personen.
Lautstarkes Telefonieren: Nicht nur laute Klingeltöne sind unhöflich, auch lautstarkes Telefonieren in der Öffentlichkeit sollte vermieden werden.
Nicht alles googeln: Google weiß alles – aber nicht immer sollte man auch sein Handy zu Rate ziehen. Besserwisserei ist auch mit Smartphone keine Tugend.
Kein Smartphone im Schlafzimmer: Vielnutzer sollten den Abend nutzen, um buchstäblich mal abzuschalten. Einzige Ausnahme: Als Wecker machen Smartphones eine gute Figur und dafür müssen sie nicht einmal in Betrieb sein.

* Informationen unter: https://menthal.org/. Das Forschungsteam veröffentlichte zuletzt im Juni 2014 Daten, wonach laut dpa-Informationen das Smartphone im Durchschnitt täglich 135 Mal eingeschaltet wurde. Auf einen Wachzeitraum von 16 Stunden gerechnet ist das alle siebeneinhalb Minuten. Zu beachten ist, dass die meisten Teilnehmer im Vielnutzer-Alter zwischen 17 und 23 Jahren liegen.

** Das iPhone 6 hat einen SAR-Wert von 0,97, das Samsung Galaxy S5 von 0,562. Damit liegen beide Handys weit unterhalb des Grenzwertes von 2 Watt pro Kilogramm.

*** Mehr Infos zur Studie unter: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/STATmagazin/WirtschaftsrechnungenZeitbudget/2014_06/EinkommenKonsumLebensbedingungen2014_06

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