Ökostrom: Auswahl für Verbraucher wächst stetig

Berlin, 10. Juli 2013 – Trotz anhaltender Diskussionen um die Kosten der Energiewende steigen immer mehr Verbraucher auf Ökostrom um. Laut einer repräsentativen Studie des Umweltministeriums und des Umweltbundesamtes bezogen im letzten Jahr bereits 20 Prozent der befragten Haushalte Ökostrom.* 2010 lag dieser Wert noch bei lediglich acht Prozent. Mit der steigenden Nachfrage wächst auch das Angebot an Ökostromtarifen stetig. So haben viele Unternehmen in den vergangenen Jahren auf das zunehmende Kundeninteresse reagiert und bieten entsprechende Tarife an. Im Ergebnis hat sich die Auswahl für Haushaltskunden in den letzten fünf Jahren mehr als vervierfacht. Dies zeigt eine deutschlandweite Wettbewerbsanalyse des Berliner Vergleichsportals TopTarif.de (www.toptarif.de).

Hatten Verbraucher Mitte 2008 die Wahl zwischen 25 Anbietern von Ökostromtarifen, so stehen heute im bundesweiten Mittel 106 Alternativen vor Ort zur Verfügung. Nach dem Atomunglück in Fukushima im Frühjahr 2011 lag die durchschnittliche Wettbewerbsdichte bei 70 Unternehmen deutschlandweit. „Neben reinen Ökostromanbietern drängen vor allem konventionelle Versorger auf den Markt, die neue Produkte bereitstellen, um umweltbewusste Kunden für sich zu gewinnen“, erklärt Daniel Dodt von TopTarif.de.

Grafik: Wettbewerb am Ökostrommarkt

Insgesamt ist das Angebot aber nicht für alle Verbraucher gleich groß. So lassen sich je nach Region leichte Schwankungen in der Wettbewerbsdichte beobachten. Am größten ist die Auswahl für Ökostromkunden in Bayern und Baden-Württemberg, wo im Schnitt 114 bzw. 113 Unternehmen „grünen“ Strom anbieten. Deutlich geringer fällt das Angebot im Saarland mit durchschnittlich 92 verfügbaren Versorgern aus. Auch in Hessen (99 Anbieter) ist die Wettbewerbsdichte eher unterdurchschnittlich.

Die Qualität des Ökostroms ist entscheidend

„Bei der Wahl des passenden Ökostromtarifs sollte neben dem Preis auch die Qualität des Angebots sorgsam geprüft werden“, betont Dodt. „Ökologisch sinnvoll sind lediglich solche Tarife, die einen nachhaltigen Nutzen für die Umwelt garantieren, zum Beispiel durch die Förderung eines zusätzlichen Neubaus umweltschonender Anlagen.“ Allerdings existiert in Deutschland bislang noch kein einheitliches Ökostromsiegel. Aus diesem Grund gibt es zwischen den einzelnen Angeboten am Markt große Qualitätsunterschiede.

Mit Blick auf einen nachhaltigen Umweltnutzen gehören das „Grüner Strom Label“ und das „ok-power“-Label zu den von Experten und Verbraucherschützern am häufigsten empfohlenen Gütesiegeln. Hinzu kommen reine Ökostromanbieter wie LichtBlick, Naturstrom, Greenpeace Energy und die EWS Schönau, die ebenfalls besonders nachhaltig agieren, aber teilweise auf eine Auszeichnung durch Qualitätssiegel verzichten.

Daneben zertifizieren auch einige TÜV-Gesellschaften Ökostromprodukte. Insgesamt trägt rund die Hälfte des in Deutschland gehandelten Ökostroms eines der verschiedenen TÜV-Label.** Allerdings erfolgt die Zertifizierung bei den jeweiligen Gesellschaften nicht nach einem einheitlichen Kriterienkatalog, so dass erst ein genauer Blick auf die Inhalte des ausgestellten Zertifikats Klarheit verschaffen kann. Wesentlich kritischer wird von Verbraucherschützern die RECS-Zertifizierung gesehen. Hauptkritikpunkt: Über einen reinen Handel von Zertifikaten könne Atom- oder Kohlestrom legal zu Ökostrom „umetikettiert“ werden.

Wechsel zu Ökostrom entlastet die Haushaltskasse

„Neben einem nachhaltigen Nutzen für die Umwelt bietet der Wechsel zu Ökostrom oft auch die Möglichkeit, den eigenen Geldbeutel zu schonen“, macht Dodt deutlich. „Gerade für Haushalte, die noch nie einen Anbieter- oder Tarifwechsel vollzogen haben, ist der Umstieg besonders lukrativ.“ Während ein dreiköpfiger Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh Strom in den gesetzlichen Tarifen der Grundversorgung derzeit rund 1.060 Euro im Jahr zahlen muss, fallen bei preiswerten Ökostromtarifen im Durchschnitt lediglich 893 Euro an.***

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* Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit/ Umweltbundesamt (2013): Umweltbewusstsein in Deutschland 2012. Ergebnisse einer Bevölkerungsumfrage. S. 12.

** Quelle: Bundesnetzagentur/ Bundeskartellamt (2012): Monitoringbericht 2012. S. 146.

*** Vorauskasse-, Paket- und Kautionsmodelle fanden in der Auswertung keine Berücksichtigung. Aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit wurde zudem auf die Einberechnung einmaliger Neukunden- und Wechselboni verzichtet. In der Erhebung wurden Tarife mit folgenden Ökostromzertifizierungen berücksichtigt: TÜV, ok-power, Grüner Strom Label.

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