Mobilfunkabdeckung in Deutschland – Unterschiede und Folgen für Verbraucher

Berlin, 19. November 2014 - In diesem Herbst könnten sich einige Kunden der Mobilfunkanbieter E-Plus und O2 über veränderte Surfgeschwindigkeiten gewundert haben. Denn aufgrund der Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2) wurde inzwischen damit begonnen, die Netze der beiden Betreiber zusammenzulegen.

Laut E-Plus können die erforderlichen Maßnahmen dazu führen, dass in einigen Regionen derzeit langsamer gesurft werden kann als zuvor. Das Berliner Vergleichsportal TopTarif.de (www.toptarif.de) klärt auf, wie es sich mit der Netzabdeckung in Deutschland verhält und worauf sich Kunden einstellen sollten.

Unterschiedliche Geschwindigkeiten durch Einsatz verschiedener Technologien

Außer E-Plus und O2 (E-Netze) gibt es in Deutschland noch die Netzbetreiber Deutsche Telekom und Vodafone (D-Netze). Diese Anbieter versorgen ihre Kunden über eigene Netze mit verschiedenen Mobilfunk-Ausbaustufen. Die Netzstandards heißen 2G (GSM), 3G (UMTS) sowie 4G (LTE) und sind unterschiedlich leistungsfähig: Je höher die Zahl, desto schneller das Netz. Die unterschiedlichen Netzgeschwindigkeiten bemerken Nutzer zwar bei der mobilen Datenübertragung, im Regelfall jedoch nicht beim Telefonieren. Ankommende und abgehende Telefonate werden heute lediglich in Ausnahmefällen, wie z.B. auf Veranstaltungen oder in abgelegenen Regionen, beeinträchtigt. Zumindest mit einer der drei genannten Ausbaustufen ist heute fast jeder Ort in Deutschland abgedeckt, meist sogar mit mehreren.

Was eine Zusammenschaltung oder Trennung von Netzen bewirken kann

Problematisch wird es bisweilen, wenn die Netze zweier Anbieter zusammengelegt werden und deshalb von parallel bestehenden Netzräumen einer abgeschaltet wird – womöglich der aus Kundensicht bislang schnellere. Ähnliche Probleme wie derzeit durch die Zusammenschaltung der E-Netze können auftreten, wenn zwei Netzbetreiber ihre Zusammenarbeit beenden. Das war vor einigen Jahren nach der Beendigung des so genannten „National Roaming“ zwischen O2 und der Telekom der Fall. Ob die Speedreduzierung, die einige Verbraucher derzeit erleben, bestehen bleibt, ist unklar. Fest steht: Ein Parallelbetrieb beider Netze wäre für fusionierte Unternehmen auf Dauer weder wirtschaftlich noch sinnvoll.

Verbraucher sollten Netzabdeckung selbst prüfen

„Vor Abschluss eines Vertrags sollten Verbraucher die Netzabdeckung des Mobilfunkanbieters am Wohnort und an häufig frequentierten Orten prüfen“, rät Klaus Hufnagel, Geschäftsführer von TopTarif.de. Denn die von den Anbietern angegebenen Maximalgeschwindigkeiten werden bei höherer Netzauslastung – etwa zu typischen Feierabendzeiten – nicht immer erreicht. Volumenbegrenzungen gibt es übrigens in allen Tarifen zur mobilen Nutzung. Deshalb sollten sich Verbraucher ihren Volumenbedarf genau anschauen: Wer nicht regelmäßig große Dateien abruft und versendet, kommt bei der Suche nach einem passenden Tarif deutlich günstiger weg.

„Trotz der geschilderten Umstellungen in den Netzen können Verbraucher davon ausgehen, künftig im Schnitt noch besser versorgt zu werden, auch mit weiter steigenden Geschwindigkeiten“, sagt Klaus Hufnagel. „Dafür werden auch neue Wettbewerber wie Liquid Broadband sorgen, der mit einem Shared-Economy-Modell den Markt aufmischen will und auf Bürgerbeteiligung setzt.“


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