Geldanlagen für Kinder: Der richtige Mix macht’s

Berlin, 19. März 2012 – Führerschein, erste eigene Wohnung, Ausbildung oder Studium – werden Kinder erwachsen, steigt der Kapitalbedarf oft erheblich. Gut, wenn Eltern rechtzeitig vorgesorgt und Geld für die Zukunft der Sprösslinge beiseitegelegt haben. Doch die Palette an möglichen Sparprodukten ist breit und die Verunsicherung bei der Entscheidung für eine oder mehrere Anlagen dementsprechend groß. Die Experten des unabhängigen Verbraucherportales toptarif.de (www.toptarif.de) stellen deshalb die wichtigsten Anlageformen zur Kapitalbildung für den Nachwuchs vor und zeigen, worauf es zu achten gilt.

„Legen Eltern Geld für ihre Kinder an, sollten sie grundsätzlich mündelsichere Anlagen wählen“, erklärt Janine Pentzold von toptarif.de. „Diese unterliegen der Einlagensicherung, sodass die Rückzahlung auch bei etwaigen Zahlungsschwierigkeiten des Kreditinstitutes garantiert ist.“ Mündelsicher sind unter anderem Sparbücher, Tages- und Festgelder sowie Banksparpläne.

Die Auswahl der passenden Sparform(en) sollte sich stets an den individuellen Möglichkeiten und Bedürfnissen der Eltern orientieren. Muss das Geld zum Beispiel stets verfügbar sein, ist von einer festen Anlage abzusehen. Entscheidend ist auch, ob einmalig oder regelmäßig gespart werden soll, wie sicher die Rendite sein soll und welche Laufzeiten in Frage kommen. Grundsätzlich gelten folgende Faustregeln:

  • Eine hohe Flexibilität, Liquidität oder Sicherheit der Anlage schmälert in der Regel die Rendite.
  • Je länger die Laufzeit einer Anlage, desto höher ist im Regelfall die zu erwartende Rendite.
  • Zum Zeitpunkt eines hohen (Spar-)Zinsniveaus empfiehlt sich eine langfristige Anlage, bei niedrigen Zinsen bieten sich Produkte mit flexibler Verzinsung an.

a) Optionen für einmalige Anlagen: Sparbücher, Tages- und Festgeldkonten

Der Klassiker unter den Anlagen – das Sparbuch – zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus. Ein- und Auszahlungen sind jederzeit möglich, eine Mindesteinlage oder regelmäßiges Sparen ist nicht erforderlich. Bei den meisten Kreditinstituten sind 3.000 Euro pro Monat ohne Kündigung verfügbar, gegen Vorschusszinsen* auch das gesamte Guthaben. Die gebotene Flexibilität hat jedoch ihren Preis: Sparbuchzinsen liegen derzeit bei lediglich einem Prozent pro Jahr oder weniger.

Auch Tages- und Festgeldkonten bieten ein hohes Maß an Flexibilität – allerdings zu besseren Konditionen. Tagesgelder sind täglich ohne Kündigungsfristen verfügbar und werden meist mit Laufzeiten von einem Monat bis zu einem Jahr angeboten. Für die Laufzeit wird ein Zins vereinbart, welcher jedoch bei Änderungen am Markt seitens der Bank angepasst werden kann. Zusätzliche Einzahlungen sind meist in beliebiger Höhe und Häufigkeit möglich. Das Zinsniveau eines dreimonatigen Tagesgeldkontos liegt derzeit bei rund 2,0 bis 2,5 Prozent.

Festgelder können für einen Monat oder auch bis zu zehn Jahre angelegt werden – während der Laufzeit steht das Geld nicht zur Verfügung. Der Verzicht auf Liquidität wird mit einem höheren Zins als beim Tagesgeld belohnt. Dieser ist für die gesamte Laufzeit fest und wird bei Marktänderungen nicht angepasst. Wichtig: Festgelder müssen gekündigt werden, sonst verlängert sich die Laufzeit automatisch. Achten sollten Eltern auf den Zinstermin – werden die Zinsen monatlich oder quartalsweise statt jährlich gezahlt, erhöht sich das Guthaben durch den Zinseszins. Ein Beispiel: Derzeit werden für eine dreijährige Anlage von 5.000 Euro rund 3,5 bis 4 Prozent Zinsen gezahlt.

b) Regelmäßiges Sparen auch mit kleinen Beträgen: Banken- und Investmentsparpläne

Für regelmäßiges Sparen bieten sich (Bank-)Sparpläne an. Diese zeichnen sich häufig durch eine variable Grund- und eine feste Zusatzverzinsung aus, welche in festgelegten Abständen steigt. „Sparpläne eignen sich auch für den kleinen Geldbeutel – gespart werden kann oft schon ab 10 Euro monatlich“, erläutert Pentzold. Sparpläne können für die Dauer von zwei bis zehn Jahren abgeschlossen werden, der Zinssatz liegt derzeit bei durchschnittlich 3 Prozent.

Wer mehr Ertrag erzielen möchte, sollte sich für Investmentfonds entscheiden. Diese sind volatiler als festverzinste Sparprodukte und erfordern einen Anlagehorizont von mindestens fünf bis sieben Jahren. Jedoch werfen sie oft auch deutlich höhere Erträge ab und eignen sich besonders für monatliche Sparer, da die Rendite durch den Cost-Average-Effekt** meist größer ausfällt als bei Einmalanlagen. Außerdem sind Fondssparpläne überaus flexibel: Ein- und Auszahlungen sind jederzeit möglich, Sparraten können erhöht, gesenkt oder ausgesetzt werden. Da Fondsanlagen häufig mit Ausgabeaufschlägen und Depotgebühren verbunden sind, empfiehlt sich vor Abschluss ein genauer Angebotsvergleich.

c) Kombiprodukte wie Ausbildungsversicherungen und Co. oft weniger rentabel als Alternativen

Oft werden Eltern auch Kombiprodukte wie Ausbildungsversicherungen oder Unfallversicherungen mit voller Beitragserstattung angeboten. Dahinter verbergen sich in der Regel klassische Versicherungsprodukte inklusive kapitalbildender Sparpläne. Oft kommen Verbraucher jedoch besser weg, wenn sie Unfallversicherung und Sparplan einzeln abschließen, da die Rendite bei Kombiprodukten meist geringer ausfällt als bei Sparprodukten, die unabhängig voneinander sind.

Optimale Anlagen: Der richtige Mix lässt finanzielles Polster für den Nachwuchs wachsen

Ob Fonds oder Festgeld: Grundsätzlich ist es empfehlenswert, selbst bei niedrigen Anlage- bzw. Sparvolumina die Beträge zu splitten und einen Teil kurz-, einen anderen langfristig anzulegen. Auch die Kombination aus einmaligem und monatlichem Sparen ist sinnvoll. „Entscheiden sich Eltern zum Beispiel für ein mittelfristiges Festgeld sowie einen langfristigen Investmentsparplan, profitieren sie von einem attraktiven Mix aus Liquidität, Sicherheit und attraktiven Erträgen“, so Pentzold.

Durch Verbraucherportale wie toptarif.de (www.toptarif.de/geldanlage) oder kostenlose Service-Hotlines wie 0800 - 10 30 49 800 können Verbraucher schnell und unkompliziert verschiedene Sparprodukte und deren Konditionen vergleichen und auf Wunsch direkt online abschließen.

*Vorschusszinsen: Minuszinsen, in der Regel fällig für Beträge, die den monatlich verfügbaren Betrag übersteigen; zumeist in Höhe von einem Viertel des Guthabenzinses für die in der Regel geltende dreimonatige Kündigungsfrist

**Cost-Average-Effekt: entsteht durch regelmäßigen Zukauf von Wertpapieren für einen gleichbleibenden Betrag; bei hohen Kursen werden weniger Anteile, bei niedrigen Kursen für den selben Anlagebetrag mehr Anteile erworben; somit ergibt sich ein günstigerer Durchschnittspreis, als wenn immer eine feste Anzahl von Anteilen gekauft würde

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