Fünf Reise-Irrtümer, die richtig teuer werden können

Berlin, den 01. Juni 2017 – Im Urlaub heißt es: abschalten und entspannen. Doch schnell kann die gebuchte Reise schon vor Abflug für Frust statt Freude sorgen. Damit der Urlaub nicht zur Kostenfalle wird, klärt das Vergleichsportal TopTarif fünf Reise-Irrtümer auf.

Irrtum 1: Online-Reisen können innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden

Wer im Internet einkauft, kann Verträge ohne weiteres innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Das ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter § 355 „Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen“ verankert. Doch es gibt Ausnahmen: Reisebuchungen im Internet sind vom Widerruf ausgeschlossen (BGB, § 312g Absatz 2 Nr. 10). Sie können nur storniert werden. „Für eine Stornierung verlangen die Reiseanbieter in der Regel enorme Gebühren. Nur vereinzelt können Reisen innerhalb von drei Tagen kostenfrei widerrufen werden“, sagt TopTarif-Geschäftsführer Dr. Arnd Schröder.

Irrtum 2: Namensänderungen in den Reisedaten sind kostenfrei

Wer seine persönlichen Daten bei einer Flugbuchung eingibt, sollte sehr sorgfältig sein. Denn für eine nachträgliche Änderung, zum Beispiel wegen eines Tippfehlers, bitten Fluggesellschaften Verbraucher teilweise kräftig zur Kasse. Bei manchen Airlines können die Reisedaten innerhalb von 24 Stunden kostenfrei geändert werden. Danach werden Anpassungen nur noch kostenpflichtig entgegengenommen. Dabei kann eine Korrektur zwischen 50 und 120 Euro kosten, je nach gebuchtem Tarif.

Für frisch vermählte Paare gilt eine Ausnahme: Wer den Namen des Partners angenommen hat, legt einfach die Heiratsurkunde und den Personalausweis vor. Dann werden die Daten ohne Zusatzkosten geändert. Das gilt auch bei einer Scheidung. Hierfür ist die Scheidungsurkunde notwendig.

Irrtum 3: Eine Reiserücktrittsversicherung ist überflüssig

Ob Last-Minute oder Frühbucher – muss der Urlaub wegen Krankheit oder eines Unfalls ausfallen, werden Stornierungsgebühren fällig. Diese sind meist gestaffelt: Je kurzfristiger die Reise storniert wird, desto höher sind die Kosten. Je nach Reiseveranstalter belaufen sich die Gebühren auf 50 Prozent oder mehr des Reisepreises. Das gilt auch für individuell zusammengestellte Reisen: Wird die Reise abgesagt, fallen für jeden einzelnen Posten – Hotel, Mietwagen und Flug – entsprechend gestaffelte Stornogebühren an. Bei einem Billigflug können diese unter Umständen bis zu 100 Prozent des Flugpreises betragen. „Wir empfehlen Urlaubern besonders bei teuren Reisen eine Rücktrittsversicherung abzuschließen“, sagt Schröder. „Ein verpasster Flieger wegen Stau oder eine Erkältung reichen jedoch als Grund nicht aus, damit die Versicherung die Stornokosten übernimmt. Die Versicherer akzeptieren in der Regel nur eine wichtige Ursache wie eine plötzliche schwerwiegende Erkrankung oder einen Unfall. Zudem muss dies meist mit einem ärztlichen Attest belegt werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Urlauber vorab genau informieren, wann die Versicherung zahlt und welche Leistungen in den Vertragsbedingungen inbegriffen sind.“

Irrtum 4: Bei Unwetter darf eine Reise immer kostenfrei storniert werden

Naturkatastrophen wie Hurrikans, Erdbeben oder Überschwemmungen rechtfertigen eine kostenfreie Reisestornierung nur unter bestimmten Umständen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn das Reiseziel aufgrund von Verwüstungen nicht erreicht werden kann oder eine Gefahrensituation vor Ort herrscht. So entschied das Oberlandesgericht München, dass die Stornierung einer Reise nach Sri Lanka wegen einer Warnung des Auswärtigen Amts vor „dauerhaft starken Regenfällen“ gerechtfertigt ist (Az. 21 U 519/12). Auch die Richter des Oberlandesgerichts Bremen gaben Urlaubern Recht. Sie wollten von ihrer gebuchten Kreuzfahrt durch die Region um das Atomkraftwerk Fukushima wegen möglicher Gesundheitsgefahren zurücktreten (Az. 2 U 41/12). Sind Ereignisse jedoch zu erwarten, weil es zum Beispiel regelmäßig zu Überschwemmungen in einem bestimmten Gebiet kommt, greift die kostenfreie Stornierung nicht. Höhere Gewalt, also unvorhersehbare Ereignisse wie Vulkanausbrüche, Stürme oder Kriege berechtigen Urlauber allerdings, ihre Reise auch während des Aufenthalts abzubrechen. Eine Reiseabbruch- oder Rücktrittversicherung springt in der Regel nicht ein. In diesem Fall tragen Verbraucher die Reisekosten bis zur Heimreise sowie Hin- und Rückflug. Nur die übrigen Urlaubstage werden vom Reiseveranstalter erstattet.

Irrtum 5: Gesetzlich Krankenversicherte sind auch im Ausland versichert

Wer in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist, besitzt automatisch auch eine Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card/EHIC). Damit haben gesetzlich Krankenversicherte europaweit Anspruch auf medizinisch notwendige Leistungen. Das gilt für alle Staaten, mit denen Deutschland ein Sozialversichungsabkommen vereinbart hat. Darunter sind zum Beispiel Island, Israel und die Türkei. Wer aber außerhalb Europas Urlaub macht, braucht eine Auslandskrankenversicherung. Kommt es in den USA oder in Asien zu einer Erkrankung, müssen Urlauber selbst für die Behandlungskosten aufkommen. „Eine ärztliche Behandlung kann schon mehrere tausend Euro kosten. Daher ist bei jeder Auslandsreise eine private Auslandskrankenversicherung unverzichtbar“, so Schröder.

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