Erhöhungen bei RWE und Co. - Strompreise klettern im Sommer weiter

Berlin, 21. Juni 2010 - Die Welle der Strompreiserhöhungen in diesem Jahr reißt auch in den kommenden Wochen nicht ab. Nachdem bereits 43 kleinere und mittlere Lokalversorger Tariferhöhungen in den Sommermonaten von bis zu 16 Prozent vorgenommen bzw. angekündigt haben, steigen ab August auch die Strompreise beim zweitgrößten deutschen Energiekonzern RWE um 7,3 Prozent in der Grundversorgung an.

Der RWE-Konzern versorgt nach Eigenangaben rund 3,3 Millionen Stromkunden in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Mit Blick auf steigende Strompreise ist RWE aber bei weitem kein Einzelfall. Nach einer aktuellen Auswertung des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de (www.toptarif.de) haben seit Jahresbeginn mit mehr als 410 Unternehmen knapp die Hälfte aller deutschen Grundversorger ihre Preise um durchschnittlich 5,9 Prozent erhöht. Insgesamt müssen in diesem Jahr deutschlandweit bereits mehr als 20 Millionen Haushalte wieder tiefer für ihre Stromversorgung in die Tasche greifen, da auch andere Großkonzerne wie Vattenfall, fünf E.ON-Regionaltöchter und die niedersächsische EWE ihre Preise in den vergangenen Monaten teils kräftig nach oben geschraubt haben.

"Von Preiserhöhungen betroffene Haushalte werden 2010 bei einer Abnahmemenge von 4.000 kWh Strom durchschnittlich 54 Euro mehr für ihre Versorgung zahlen müssen", rechnet Energieexperte Thorsten Bohg von toptarif.de (www.toptarif.de) vor. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Strompreise für Privatverbraucher im Mittel um rund 7 Prozent zugelegt und zu zusätzlichen Mehrbelastungen von über 2 Milliarden Euro geführt.

Ein Ende des Preisanstiegs ist bislang nicht in Sicht. Insbesondere zum kommenden Jahreswechsel könnte der Strom erneut teurer werden. So verweisen die Konzerne bei aktuellen Preisanpassungen vordergründig auf die gestiegenen Kosten der EEG-Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien. Mit Jahresbeginn stieg die Umlage nach ihrer bundesweiten Vereinheitlichung von durchschnittlich 1,2 Cent pro verbrauchter Kilowattstunde Strom auf 2,047 Cent. Experten erwarten zudem, dass sich die Umlage auf Grund des starken Zubaus von Solaranlagen weiter verteuern wird. Vor diesem Hintergrund garantiert beispielsweise Vattenfall die jetzigen Konditionen vorerst nur bis zum Jahresende und auch beim baden-württembergischen Versorger EnBW gibt es lediglich das vage Versprechen, die Preise so lange wie möglich stabil halten zu wollen.

Auch der Essener Energiekonzern RWE begründet die jetzige Verteuerung der Strompreise neben gestiegenen Beschaffungskosten mit der Weitergabe der erhöhten EEG-Umlage. "Auf der anderen Seite haben aber rund 60 Grundversorger ihre Basistarife dank günstiger Entwicklungen bei der Strombeschaffung in diesem Jahr senken können", macht Bohg deutlich. ähnliches hatte auch RWE-Chef Großmann für 2010 - im Vorfeld der letzten Preiserhöhung im April 2009 - versprochen. Im Herbst des letzten Jahres ruderte die RWE-Führung allerdings erheblich zurück und gab lediglich das Versprechen stabiler Preise bis in die zweite Jahreshälfte 2010 ab.

Angesichts stetig steigender Strompreise empfehlen die Experten von toptarif.de (www.toptarif.de) daher den Wechsel zu günstigen Stromanbietern mit langfristigen Preisgarantien von mindestens 12 Monaten. "In der Regel lassen sich bei preiswerten Wettbewerbern selbst gegenüber den günstigsten Tarifen der örtlichen Grundversorger rund 15 Prozent der jährlichen Kosten sparen", erklärt Bohg.

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