Energiepreise: Strom und Gas werden zum Jahreswechsel für die Mehrzahl der Verbraucher wieder teurer

Berlin, 28. Dezember 2010 - Für die Mehrzahl der Verbraucher in Deutschland wird der Strom- und Gasbezug im kommenden Jahr wieder erheblich teurer. Nach aktuellen Erhebungen des unabhängigen Verbraucherportals toptarif.de (www.toptarif.de) haben bislang 622 Versorger konkrete Strompreiserhöhungen für 2011 um bis zu 19,4 Prozent vorgenommen. Auch beim Gas planen knapp 90 Unternehmen, ihre Preise im Januar und Februar um bis zu 22 Prozent anzuheben.

Von der bevorstehenden Preiswelle sind allein mit Blick auf steigende Stromkosten mehr als 30 Millionen Haushalte betroffen, da neben zahlreichen Stadtwerken auch die Großversorger RWE, EnBW und Vattenfall ihre Tarife zum Jahreswechsel verteuern. Im Rahmen der für 2011 bekannt gegebenen Preiserhöhungen steigen die Kosten für einen vierköpfigen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh Strom um 7,1 Prozent oder 68 Euro, in der Spitze sogar um bis zu 178 Euro. Beim Gas müssen betroffene Haushalte bei einer jährlichen Abnahmemenge von 20.000 kWh mit durchschnittlichen Mehrkosten von 7,4 Prozent oder 96 Euro, in der Spitze sogar bis zu 255 Euro rechnen.

Konzerne begründen Strompreiserhöhung mit Anstieg der EEG-Umlage

„Hinsichtlich der aktuellen Erhöhungswelle argumentieren die Stromkonzerne mit der stark gestiegenen Umlage zur Förderung der Erneuerbaren Energien, deren Kostenzuwächse an die Endkunden weitergereicht werden müssten", erklärt Daniel Dodt von toptarif.de (www.toptarif.de). „Im Mittel bewegen sich die angekündigten Preiserhöhungen im Bereich der Zunahme der EEG-Umlage."

Ein Blick auf die einzelnen Preisänderungen zeigt jedoch, dass die Reaktionen der Versorger stark variieren. Während 341 Unternehmen die Erhöhung der EEG-Umlage nur teilweise an ihre Kunden weiterreichen, liegen die Preissteigerungen bei 137 Anbietern teils deutlich über den reinen Zusatzkosten aus der Umlage. 144 Stromversorger geben die höheren Förderkosten der Erneuerbaren Energien in etwa eins zu eins an die Endverbraucher weiter.

Wie stark sich die Erhöhungen im Einzelfall auswirken, hängt neben den jeweiligen Markt- und Beschaffungsstrategien aber auch davon ab, wann und wie die einzelnen Unternehmen zuletzt ihre Tarife angepasst haben. So haben rund die Hälfte aller Grundversorger ihre Preise in diesem Jahr konstant gehalten oder sogar gesenkt - trotz der vorangegangenen Erhöhung der EEG-Umlage zum Jahresbeginn.

Gaspreisentwicklung weiterhin uneinheitlich

„Die uneinheitliche Entwicklung auf dem Gasmarkt, die während des gesamten letzten Jahres zu beobachten war, setzt sich auch in den kommenden Wochen fort", führt Dodt aus. Während die Gaspreise bei mindestens 89 Unternehmen im Januar und Februar zulegen, wird es bei 27 Anbietern um durchschnittlich 5,5 Prozent bzw. 77 Euro günstiger.

„Mit Blick auf die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Unternehmen nimmt die Preisschere zwischen den Anbietern weiter zu", so Dodt. Gasversorger, die sich primär über langfristige Lieferverträge eindecken, haben in der Preissetzung einen verstärkten Anpassungsdruck nach oben. Grund hierfür sind steigende Ölpreise, an die die Entwicklung des Gaspreises in den Lieferverträgen im Regelfall gekoppelt ist. Andere Anbieter hingegen, die sich über den freien Gasmarkt verstärkt mit günstigerem Gas eindecken können, haben Möglichkeiten, diese Vorteile an ihre Kunden weiterzugeben.

Angesichts der umfangreichen Preisbewegungen raten die Experten von toptarif.de (www.toptarif.de) zu einem umfassenden Anbietervergleich und -wechsel. In der Regel lassen sich die Strom- und Gaskosten beim erstmaligen Anbieterwechsel um rund 20 bis 25 Prozent reduzieren. Langfristige Preisgarantien, die in ihrem Umfang auch staatliche Komponenten wie etwa Änderungen bei der EEG-Umlage berücksichtigen, schützen zudem vor weiteren bösen Überraschungen im Verlauf des kommenden Jahres.

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