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Nachtstrom: nachts speichern, tags heizen

Nachtstrom ist ein umgangssprachlicher Begriff für eine besondere Tarifart. Man spricht hier auch von Niedertarifstrom. Der Niedertarif dient dazu, in Stunden, in denen wenig Energie verbraucht wird (sogenannte Schwachlastphasen) die Kraftwerke besser auszulasten. Da dies vor allem in den Nachtstunden der Fall ist, wird auch der Begriff Nachtstrom gebraucht.

Inhalts­verzeichnis

    Nachtstrom messen

    Wer solch einen Stromtarif nutzen möchte, braucht einen Doppeltarifzähler, auch Zweitarifzähler genannt. Alternativ kann der Nachtstrom über einen zweiten Stromzähler abgerechnet werden. Die Gebühr für die Nutzung eines Zweitarifzählers ist in der Regel höher als für einfache Stromzähler.

    Was bedeuten "HT" und "NT" auf meinem Stromzähler?

    Auf dem Doppel- oder Zweitarifzähler finden sich die Abkürzungen „HT“ und „NT“. Damit sind Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT) gemeint. Der Energieverbrauch am Tag und in der Nacht wird also getrennt berechnet: tagsüber der Hochtarif (HT) und nachts der günstigere Niedertarif (NT).

    Moderne Stromheizungen arbeiten zu etwa 25 Prozent energieeffizienter als Nachtspeicherheizungen. Auch hier lohnt sich es sich, einen Strompreis-Vergleich durchzuführen. Die Ersparnis kann gerade bei hohem Stromverbrauch erheblich sein.

    Wie funktioniert Nachtstrom?

    Je nach Energieversorger wird der Zweitarifzähler zum Beispiel mittels Zeitschaltuhr umgeschaltet. Auch eine Fernschaltung oder die Umschaltung per Langwellenfunk ist möglich, wobei eine entsprechende Frequenz auf die Netzspannung aufmoduliert wird.

    Vorteile von Nachtstrom

    Der Energieüberschuss z. B. bei Windkraftanlagen oder Wasserwerken kann derzeit nicht gespeichert werden. Die Strom-Kapazitäten in den Nachtstunden werden von den Kunden nicht ausgeschöpft. Um dieses Überangebot an Nachtstrom besser abzusetzen, werden Nachtstromtarife zu einem günstigeren kWh-Preis angeboten.

    Insbesondere Großabnehmer mit Nachtspeicherheizungen profitieren davon. Früher gab es für solche Kunden nur den Grundversorger als Anbieter. Heute gibt es sowohl regionale als auch bundesweite Stromanbieter mit Nacht- bzw. Heizstromtarifen. Ein Tarifvergleich lohnt sich in jedem Fall.

    Nachtstromtarife deutlich erhöht

    Da Nachtstrom früher von den Grundversorgern zu einem vergünstigten Tarif angeboten wurde, war es oft nicht notwendig, den Stromanbieter zu wechseln. Mittlerweile haben bundesweit viele Stromversorger ihre Nachtstromtarife massiv erhöht. Im Versorgungsgebiet Baden-Württemberg beispielsweise kam es zu einer Verteuerung von 46 Prozent. Haushalte mit Nachtstrom sollten deshalb regelmäßig die aktuellen Nachtstromtarife vergleichen. Dies lohnt sich besonders, weil man als Nutzer von Nachtstrom größere Strommengen bezieht.

    Wie funktioniert ein Nachtstrom-Anbieterwechsel?

    Der kostenlose Nachtstrom-Preisvergleich ist nicht schwieriger als jeder normale Strompreisvergleich. Neben den beiden üblichen Daten – Postleitzahl und Stromverbrauch – müssen Nachtstromkunden lediglich angeben, wie viel Prozent ihres Verbrauchs in der Haupt- bzw. in der Nebenzeit liegt. Weitere Optionen wie Paket- oder Ökostromtarif lassen sich wie üblich ab- bzw. anwählen.

    Nach der Daten-Eingabe stellt der Stromtarifrechner eine Liste zusammen, die mit dem günstigsten Nachtstrom-Anbieter beginnt. In der Regel kannst du gleich online zu einem neuen Versorger wechseln. Eine Versorgungslücke brauchst du dabei nicht zu befürchten. Der neue Versorger übernimmt auch die Kündigung beim bisherigen Stromanbieter.

    Gesetz verschärft Lage am Nachtstrom-Markt

    In den vergangenen Jahrzehnten betrug die Ermäßigung für Nachtstromanlagen bis zu 60 Prozent. Diese Ermäßigung wird seit 2007 nicht mehr gewährt. Erschwerend kommt für Haushalte mit Nachtstromtarif hinzu, dass die deutsche Bundesregierung im Jahr 2008 Nachtspeicherheizungen als klimaschädlich eingestuft hat. In Wohnhäusern mit mehr als fünf Wohneinheiten dürfen sie nur noch bis 2019 installiert werden.

    Diese Elektroheizungen müssen nach 2019 durch Heizungen mit höherer Effizienz ersetzt werden. Dadurch wird die Anzahl der in Deutschland verfügbaren Nachtstrom-Angebote sinken. Die bestehenden Tarife werden sich voraussichtlich erhöhen. Auch deshalb lohnt sich für betroffene Haushalte ein regelmäßiger Strompreis-Vergleich. Die steigenden Nachtstrom-Kosten lassen sich so ausbremsen.

    Aktuelle Marktlage für Nachtstrom

    Auch die Stiftung Warentest empfiehlt im Magazin Finanztest (03/2015) den Nachtstrom-Vergleich. Die Finanzexperten sehen bei einem Versorgerwechsel ein Einsparpotenzial von mehreren Hundert Euro. Ähnlich wie bei herkömmlichen Stromtarifen sollte auch hier auf langfristige Preisgarantien und möglichst kurze Kündigungsfristen geachtet werden. Beim Nachtstrom-Preisvergleich werden auch Pakettarife berücksichtigt. Die hier erzielbaren Einsparungen gehören zu den höchsten am Markt. Jedoch sollten Nachtstrom-Kunden ihren Verbrauch gut einschätzen und auch stabil halten können. Wer weniger verbraucht als bei Vertragsschluss angegeben, bekommt die Differenz nicht erstattet. Wer mehr verbraucht, zahlt aufgrund eines höheren kWh-Preises deutlich mehr.

    Betrieb von Nachtspeicherheizungen

    Damit du mit der Elektro-Speicherheizung nicht zu viel Nachtstrom verbrauchst, solltest du die Geräte weder verdecken noch Gegenstände vor die Lüftungsgitter stellen. Lass die Zimmertüren geschlossen, während du heizt. Auch die Lüftung ist wichtig: Die Zimmerluft sollte regelmäßig per Stoßlüftung ausgetauscht werden. Bei längerer Abwesenheit solltest du die Nachtspeicherheizung auf 16 Grad drosseln. Vermeide ein zu häufiges Ein- und Ausschalten des Gebläses und sorge dafür, dass der Luftkanal der Nachtspeicherheizung in regelmäßigen Abständen gereinigt wird.

    Zukunft von Nachtspeicherheizungen

    Am 17. Mai 2013 wurde das Verbot außer Kraft gesetzt, Nachtspeicherheizungen auch nach dem Jahr 2019 zu betreiben. Doch lohnt sich der Betrieb einer solchen Heizung nur bedingt. Für die 1,4 Millionen Anlagen mit rund vier Millionen Einzelspeicherungsgeräten ist der Umbau zu einer Zentralheizung oft fast unmöglich, weil damit eine Komplettsanierung des Hauses fällig werden würde. Häufig bietet es sich aber an, die alte Nachtspeicherheizung gegen eine neue Stromheizung auszutauschen.

    Kunden-Bewertungen

    • 5 / 5
      Reibungsloser Ablauf, sehr guter Kundenservice .Ich bin sehr Zufrieden und kann die BEV nur weiterempfehlen
    • 5 / 5
      Wechsel klappte ohne Probleme mit super Informationen zum jeweiligen Stand des Wechsels.
    • 5 / 5
      alles wunderbar geklappt, man muss sich um nichts kuemmern.Top wie der Name schon sagt.
    • 5 / 5
      Stromvergleich ist sehr angenehm übersichtlich u leicht somit effektiv ich habe *** gespart.

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