Wohn-Riester: Nachteile vor Vertragsabschluss gegen Vorteile abwägen

Im Alter unabhängig zu sein und in der eigenen Immobilie zu wohnen, das wünschen sich viele Verbraucher. Wohn-Riester kann dabei helfen, denn die private Altersvorsorge kann staatlich gefördert werden. Wohn-Riester ist aber nicht für jeden gleichermaßen gut geeignet. Ob sich ein Vertrag lohnt, sollte man erst nach Abwägung aller Wohn-Riester Nachteile und Vorteile entscheiden.

Inhalts­verzeichnis

    Beliebt wie nie: Wohn-Riester

    Wohn-Riester erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit: Im Jahr 2014 legte der Bestand um 223.000 auf insgesamt 1,4 Millionen Vertragsabschlüsse zu, so der Verband der Privaten Bausparkassen. Die Riester-Sparte ist damit diejenige mit den höchsten Zuwachsraten. So stieg der Zahl der Investmentfondsverträge im gleichen Zeitraum um 47.000 auf insgesamt 3,1 Millionen an. Versicherungsverträge verzeichneten 2014 lediglich einen Zuwachs von 16.000 auf 10,9 Millionen Abschlüsse und der Riester-Banksparvertrag steigerte sich um 8000 Abschlüsse auf eine Gesamtvertragszahl von 814.000. Eventuelle Wohn-Riester Nachteile scheinen in der Gunst der Verbraucher derzeit vor Alternativmöglichkeiten zur Altersvorsorge zu liegen.

    Für wen lohnt sich Wohn-Riester? Nachteile und Vorteile fallen individuell aus

    Die Idee hinter der Wohn-Riester-Eigenheimrente ist die der Ergänzung der eigenen Altersvorsorge. Besonders geeignet ist sie für alle, die eine Immobilie erwerben, bauen oder entschulden wollen. Für die staatliche Förderung kommen zum Beispiel rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer, Beamte, Berufssoldaten oder Richter in Frage. Diese müssen als Fördervoraussetzung ihr Eigenheim – sei es eine Wohnung oder ein Haus – aber selber bewohnen. Besonders vorteilhaft sei bei Wohn-Riester, dass ein Immobilienkredit aufgrund der staatlichen Bezuschussung und weiterer möglicher steuerlicher Vorteile schneller abbezahlt und damit Zinsen gespart werden können, so Jörg Sahr von „Finanztest“. Ein Rechenbeispiel von Ralf Scherfling, Finanzexperte bei der nordrhein-westfälischen Verbraucherzentrale, zeigt, wie sich staatlich gefördertes Wohn-Riester konkret für die Verbraucher auswirken kann: Laut seinen Angaben könne man 24.000 Euro sparen, wenn man „bei einer Rate von 800 Euro insgesamt 30 Monate früher fertig ist als bei einem ungeförderten Darlehen“.

    Vorteile aus Wohn-Riester vor allem für Familien mit vielen Kindern

    Wohn-Riester Nachteile entstehen kaum für sozialversicherungspflichtige Geringverdiener und kinderreiche Familien. Im Gegenteil, sie profitieren nach Aussagen von Scherfling am meisten von den staatlichen Zulagen. Denn diese Gruppen bekämen zusätzlich zur Grundförderung (154 Euro) bis zu 300 Euro extra im Jahr – und zwar pro kindergeldberechtigtem Kind. Alleinstehende mit gutem Einkommen hingegen nütze besonders der Sonderausgabenabzug. Das bedeutet, dass jährlich Sparbeiträge von bis zu 2.100 Euro steuerlich abgesetzt werden können. „Finanztest“-Experte Sahr empfiehlt, die steuerlichen Vorteile für die Kredittilgung zu benutzen.

    Wohn-Riester Nachteil: Nachgelagerte Besteuerung

    Die Wohn-Riester Eigenheimrente ist aber auch mit einem generellen Nachteil behaftet, denn das Geld auf dem Wohnförderkonto wird grundsätzlich nachgelagert besteuert. Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) sieht die Kunden damit einem Risiko ausgesetzt. Bei Wohn-Riester würden fiktive Erträge einer Besteuerung unterliegen, sodass keine Auszahlung wie bei einem regulären Riester-Vertrag vorgenommen werde, mit dem man für die Steuerlast aufkommen könne. Der Grund dafür liegt darin, dass es sich bei einem Wohnförderkonto um ein fiktives Konto handelt. Darauf wird im Grunde genommen nichts angespart, sondern lediglich die geförderten Tilgungsleistungen von bis zu 2.100 Euro pro Jahr sowie gegebenenfalls Kapitalentnahmen aus Riester-Verträgen registriert. Jährlich werden die Beträge mit 2 Prozent verzinst, sodass sich nach Rechnungen von Verbraucherschützer Scherfling nach 30 Jahren ein Betrag in Höhe von 86.600 Euro ergibt. Wird das Konto dann im Alter von 68 Jahren aufgelöst, unterliegt der Betrag spätestens dann der Besteuerung. Versteuert werden könne entweder sofort mit einem 30-Prozent-Rabatt oder auch ohne Rabatt. Dann erfolgt die Versteuerung durch eine Verteilung der Steuerlast auf die Jahre bis zum 85. Lebensjahr. So kann die nachgelagerte Versteuerung dazu führen, dass Verbraucher auch noch im Rentenalter für hohe Zahlungen aufkommen müssen.

    „Finanztest“ schätzt Wohn-Riester Nachteile geringer ein als Vorteile

    Für Finanztester Sahr hingegen überwiegen die Wohn-Riester Vorteile die Nachteile. In den meisten Fällen fielen die Vorteile aus den staatlichen Zulagen während der Eigenheimfinanzierung bedeutend höher aus als die steuerliche Belastung, die nach Kontoauflösung auf das Wohnförderkonto zu zahlen ist. Gleichzeitig rät Sahr aber auch eindrücklich davon ab, eine Immobilie nur mittels staatlicher Förderung und steuerlicher Vorteile finanzieren zu wollen. Wer sich trotz eventueller Nachteile für Wohn-Riester entscheidet, sollte bei seinem Eigenheimfinanzierungsplan stets einen ausreichenden Puffer denken.

    Kunden-Bewertungen

    • 5 / 5
      sehr übersichtlich; der Wechsel klappte sehr schnell
    • 4 / 5
      Prompte und schnelle Barbeitung
    • 5 / 5
      Also für mich war sehr schnell und nicht kompliziert das kominikation mit dem Anbieter, deswegen bis jetzt bin ich sehr zufrieden vielen dank .
    • 4 / 5
      Gute Übersicht über verfügbare Tarife\nEinfache Abwicklung und Wechsel zu anderen Anbietern

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