Kfz-Versicherung in der Steuererklärung absetzen

Du kannst deine Kfz-Versicherung in der Steuererklärung angeben und von der Steuer absetzen. Je nachdem wie du dein Fahrzeug nutzt, ist die Absetzung unterschiedlich möglich: Entweder als Sonderausgaben, Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Welche Möglichkeiten du hast und wieviel du sparen kannst, erfährst du im TopTarif-Ratgeber.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Privatpersonen können alleine die Kfz-Haftpflichtversicherung als Kfz-Versicherung in der Steuererklärung angeben. Selbstständige haben zudem die Möglichkeit, eine Kaskoversicherung steuerlich geltend zu machen.
  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung gehört zu den Vorsorgeaufwendungen. Bei den Vorsorgeaufwendungen hat der Gesetzgeber eine Höchstgrenze von 1.900 Euro je Steuerjahr festgesetzt.
  • Wenn du dein Auto nutzt, um zum Arbeitsplatz zu fahren, kannst du einen Teil der Kfz-Kosten über die sogenannte Entfernungspauschale steuerlich geltend machen.

Inhalts­verzeichnis

    Kfz-Versicherung und Steuererklärung: Darauf musst du achten

    Ein Auto ist praktisch und gerade für Pendler oft unverzichtbar, allerdings ist der Unterhalt auch teuer. Aus diesem Grund erlaubt es der Gesetzgeber, einige Kosten für das Fahrzeug steuerlich abzusetzen. Genauer gesagt: Allgemein absetzbar ist die Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie wird als eine der Vorsorgeaufwendungen gewertet und damit Versicherungen wie der Pflege- und Krankenversicherung, der Unfallversicherung oder der Berufsunfähigkeitsversicherung gleichgestellt. Andere Formen der Kfz-Versicherung können in der Steuererklärung nur unter bestimmten Bedingungen angegeben werden: Nur wenn du Selbstständiger bzw. Freiberufler bist und das Auto für deine Tätigkeit verwendest, kannst du auch Teilkasko oder Vollkasko als Betriebsausgaben steuerlich geltend machen. Für Angestellte und alle anderen gilt: Die Haftpflicht kann als einzige Kfz-Versicherung in der Steuererklärung angegeben werden. Wie genau diese geltend gemacht werden kann, erklären wir dir hier.

    Wo soll ich die Kfz-Versicherung in der Steuererklärung aufführen?

    Die Haftpflichtversicherung kann als Kfz-Versicherung bei der Steuererklärung an unterschiedlicher Stelle genannt werden – je nachdem wie du das Auto nutzt. Zu unterscheiden ist so die Absetzung als Betriebsausgaben, Sonderausgaben und Werbungskosten. Die Absetzung der Versicherung als Betriebsausgaben betrifft nur Selbstständige – wir werden uns weiter unten um diesen Fall kümmern. Nicht selbstständig tätige Privatpersonen können die Kfz-Versicherung somit steuerlich geltend machen als:

    Tipp

    So ist Kfz-Versicherung für Angestellte absetzbar

    • Sonderausgaben
    • Werbungskosten

    Kfz-Versicherung bei der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben

    Als „Sonderausgaben“ gilt eine Vielzahl an Versicherungen, die persönliche Risiken abdecken – der Gesetzgeber spricht von „Vorsorgeaufwand“. Dazu gehören etwa auch Ausgaben für die Pflegeversicherung und die Unfallversicherung. Willst du deine Kfz-Haftpflichtversicherung als Sonderausgabe angeben, so nutze dafür die Anlage „Vorsorgeaufwand“. Unter dem Punkt „Unfall- und Haftpflichtversicherung“ der Steuererklärung kann die Kfz-Versicherung eingetragen werden.

    Beachte jedoch, dass der Gesetzgeber eine Höchstgrenze für die hier absetzbaren Kosten definiert hat. Sie beträgt derzeit 1.900 Euro, sofern du zu deiner Krankenversicherung einen steuerfreien Zuschuss erhältst. Musst du dagegen etwa als Freiberufler deine Krankversicherung selbst bezahlen, beträgt die Grenze für absetzbare Beträge 2.800 Euro. Übrigens: Nicht nur die Kfz-Versicherung ist bei der Steuererklärung als Vorsorgeaufwand absetzbar, das gilt ebenso für eine Insassen-Unfallversicherung und eine Reiseunfallversicherung. Unfallkosten hin oder her: Eine Vollkaskoversicherung kann übrigens nicht als Vorsorgeaufwand abgesetzt werden. Sie gilt als Sachversicherung, die keine persönlichen Lebensrisiken betrifft.

    So kannst du die Kfz-Versicherung als Werbungskosten absetzen

    Wenn du dein Kfz dienstlich oder beruflich nutzt, kannst du deine Fahrt- und Reisekosten als Werbungskosten absetzen. Genauer gesagt: Dabei setzt du nicht die Haftpflichtversicherung an sich ab, sondern erhältst deine Fahrten zur Tätigkeitsstätte als sogenannte Entfernungspauschale angerechnet. Bekannter ist diese als Pendlerpauschale. Das bedeutet: Nicht die tatsächlichen, von Schadenfreiheitsklasse und Tarif abhängigen Kosten der Kfz-Haftpflicht werden als Werbungskosten abgesetzt, sondern die Fahrkosten zur Tätigkeitsstätte. Dem Finanzamt kommt es dabei nicht auf die real entstandenen Fahrtkosten an; es arbeitet mit einer Pauschale von 0,30 Euro pro Entfernungskilometer und Arbeitstag. In deiner Einkommenssteuererklärung kannst du diese sogenannte Pendlerpauschale in der Anlage N eintragen, der entsprechende Punkt findet sich ab Zeile 31 („Werbungskosten“).

    Entfernungen über die Pendlerpauschale absetzen

    Insgesamt kannst du bei deiner Steuererklärung bis zu 4.500 Euro jährlich als Pendlerpauschale absetzen. Entscheidest du dich für die pauschale Form der Absetzung, musst du keine weiteren Belege und Nachweise vorlegen. Pro Arbeitstag und Entfernungskilometer können 30 Cent geltend gemacht werden – jedoch nur die einfache Fahrtstrecke.

    Rechenbeispiel Pendlerpauschale absetzen

    • Zwischen Wohnort und Tätigkeitsstätte liegen 15 km. Du arbeitest Vollzeit.
    • Im Jahr ergeben sich nach Abzug von Urlaubs-, Krankheits- und Feiertagen 205 Arbeitstage.
    • Deine Pendlerpauschale berechnet sich wie folgt: 205 * 15 * 0,30 = 922,50 Euro. Damit wärst du bei diesem Rechenbeispiel weit unter dem Maximum.

    Tatsächliche Kosten bei Pendlerpauschale absetzen

    Viele Arbeitnehmer pendeln jedoch nicht „nur“ 15 Kilometer zum Arbeitsplatz, sondern nehmen werktäglich deutlich weitere Wege auf sich. Die Höchstgrenze von 4.500 Euro ist da schnell erreicht. Sofern du allerdings mit einem Dienstwagen oder einem privaten Pkw zur Arbeit fährst, kannst du auch höhere Werbungskosten absetzen. Voraussetzung dafür ist, dass du die entsprechenden Kosten nachweisen kannst. Führe dazu am besten ein Fahrtenbuch.

    Kfz-Versicherung bei Steuererklärung: Berufliche und private Nutzung absetzen

    Wenn du dein Auto sowohl privat als auch für Fahrten zum Arbeitsplatz nutzt, kannst du sowohl Werbungskosten als auch Sonderausgaben absetzen. Nach den Regelungen des Einkommensteuergesetzes (Paragraph 9, Absatz 1 und Paragraph 10) musst du dabei wie folgt vorgehen:

    Tipp

    Berufliche und private Nutzung absetzen:

    • Ein Teil deiner Ausgaben für die Kfz-Haftpflicht kann als Sonderausgabe abgesetzt werden. Diese Kosten sollten eigentlich nur anteilig angegeben werden, entsprechend der privaten Nutzung des Pkw.
    • Deine Fahrten zum Arbeitsplatz kannst du im Rahmen der Entfernungspauschale als Werbungskosten absetzen.

    Um die Berechnung zu erleichtern, tritt eine sogenannte Vereinfachungsregelung in Kraft. Das bedeutet, dass du unabhängig von der Entfernungspauschale die vollen Kosten für die Kfz-Haftpflicht als Sonderausgabe geltend machen kannst.

    Checkliste: Kfz-Versicherung und Steuererklärung

    Zusammengefasst gelten somit folgende Bedingungen für die Absetzung der Kfz-Versicherung bei der Einkommenssteuererklärung. Du darfst deine Kfz-Versicherung als Sonderausgabe absetzen, wenn du folgende Punkte erfüllst:

    • Du hattest im Berechnungsjahr steuerpflichtige Einkünfte.
    • Du besitzt eine Kfz-Haftpflicht.
    • Du hast die Höchstgrenze für Sonderausgaben noch nicht erreicht.
    • Du hast die Ausgaben nicht bereits als Betriebskosten angegeben (gilt für Selbstständige).

    Für Selbstständige gibt es gesonderte Regelungen, über die wir dich im Folgenden informieren.

    Wie geben Selbstständige die Kfz-Versicherung in der Steuererklärung an?

    Als Selbstständiger, der das Auto im Rahmen seiner Tätigkeit nutzt, kannst du deine Ausgaben für die Kfz-Versicherung als Betriebskosten absetzen. Betriebsausgaben mindern das zu versteuernde Einkommen und haben so einen direkten Einfluss auf den zu versteuernden Gewinn. Als Selbstständiger kannst du sowohl die Kfz-Haftpflicht wie auch Teil- und Vollkasko als Betriebsausgaben deklarieren. Verwendest du dein Fahrzeug beruflich und privat, wird das Finanzamt vermutlich eine genaue Erfassung deiner Fahrten verlangen. Führe darum ein Fahrtenbuch, aus dem hervorgeht, welche berufliche Nutzung des Pkw vorlag. Alternativ zur genauen Erfassung gibt es die Möglichkeit, die pauschale Versteuerung zu nutzen.

    In diesem Fall musst du Abrechnungs- und Nutzungsnachweise eines Zeitraums von mindestens drei Monaten einreichen. Als Nachweise zählen etwa Reisekostenaufstellungen, Terminkalender und vergleichbare Dokumente. Bitte beachte: Wenn du deine Kfz-Versicherung bei der Steuererklärung als Betriebskosten geltend machst, kannst du sie nicht zusätzlich als Sonderausgabe (Vorsorgeaufwand) geltend machen.

    Kfz-Versicherung und Steuererklärung: Kosten reduzieren lohnt sich immer

    Mit rund 1.900 Euro sind die Kosten, die als Vorsorgeaufwand geltend gemacht werden können, recht niedrig angesetzt. Viele Privatpersonen zahlen deutlich über 1.000 Euro an Prämie für ihre Kfz-Haftpflichtversicherung. Kommen dann noch Ausgaben für die Unfallversicherung hinzu, ist die Höchstgrenze des steuerlich Absetzbaren schnell erreicht. Anders gesagt: Selbst bei der Steuererklärung lohnt es sich, eine günstige Kfz-Haftpflicht zu haben! Denn wenn du die Kosten niedrig hältst, kannst du einen größeren Teil der Kosten absetzen und so doppelt sparen.

    Rechenbeispiel Kfz-Versicherung absetzen für Selbstständige

    • Deine Kfz-Haftpflicht kostet jährlich 1.400 Euro.
    • Zusätzlich hast du eine Unfallversicherung, deren Prämien jährlich 800 Euro betragen.
    • Zusammen ergibt das Kosten von 2.200 Euro – jedoch kannst du maximal nur 1.900 als Vorsorgeaufwand geltend machen. Die darüberhinausgehenden 300 Euro können nicht steuerlich geltend gemacht werden.
    • Ist deine Kfz-Haftpflicht dagegen günstiger, bleibt unter Umständen sogar noch ein Restbetrag frei, den du durch andere Versicherungen abschöpfen kannst.

    Tipp

    Wie berechnen sich die Kosten einer Kfz-Haftpflichtversicherung?

    Wie aber findet man eine günstige und dennoch leistungsstarke Kfz-Haftpflichtversicherung? Die Prämienhöhe bei einer Kfz-Haftpflicht berechnet sich unter anderem anhand folgender Faktoren:

    Die monatlichen Beiträge reduzieren bzw. erhöhen sich durch die Zuordnung in eine Schadenfreiheitsklasse: Wenn du viele Jahre lang ohne Unfall gefahren bist, wird diese Schadensfreiheit durch Hochstufung in eine bessere Schadenfreiheitsklasse belohnt.

    Je nach Höhe der Klasse wird ein Schadenfreiheitsrabatt von bis zu 70 Prozent angerechnet. Darüber hinaus kannst du die Prämienhöhe durch Festlegung einer Selbstbeteiligung weiter reduzieren. Verwende am besten unseren Online-Tarifrechner, um die für deinen Wohnort und deinen Pkw beste Kfz-Haftpflichtversicherung zu finden!

    Die wichtigsten Fragen zur Steuererklärung bei der Kfz-Versicherung

    Wo Kfz-Steuer in Steuererklärung eintragen?

    Als Privatperson kannst du die Kfz-Steuer nicht von der Steuer absetzen. Absetzbar sind allerdings zwei mit dem Pkw verbundene Ausgaben:

    • Du kannst die Kfz-Haftpflichtversicherung als Sonderausgabe von der Steuer geltend machen.
    • Nutzt du das Auto, um zu deinem Arbeitsplatz zu fahren, kannst du die Entfernungspauschale geltend machen.

    Selbstständige und Unternehmen können dagegen die Kfz-Steuer und viele weitere mit dem Pkw verbundene Kosten als Betriebskosten absetzen.

    Wo Kfz-Versicherung bei Steuererklärung angeben?

    Die Kfz-Versicherung kannst du bei der Steuererklärung als Sonderausgabe unter dem Punkt „Vorsorgeaufwand“ angeben. Die dafür notwendige Anlage nennt sich ebenfalls „Vorsorgeaufwand“ und enthält eine Zeile zu „Unfall- und Haftpflichtversicherung“. Hier ist die Kfz-Haftpflicht aufzuführen. Alternativ bzw. zusätzlich kannst du deine Fahrtkosten als Werbungskosten absetzen. Dabei greift die Entfernungspauschale. In der Einkommenssteuererklärung sind diese in der Anlage N einzutragen (Zeile 31, „Werbungskosten“).

    So läuft dein Wechsel

    Kündigungsfrist Vertrag

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