Schadstoffklasse & Euro-Abgasnorm

Fahrzeuge werden auf der Basis ihres Schadstoffausstoßes in verschiedene Schadstoffklassen zugeordnet. Neuerdings ist die jeweilige Schadstoffklasse relevant dafür, wie hoch die Kfz-Steuer ausfällt. Anhand der ermittelten Klasse kann sehr übersichtlich berechnet werden, welche Steuerlast für das jeweilige Fahrzeug angesetzt wird.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Die Schadstoffklassen beeinflussen die Höhe des Beitrages zur Kfz-Steuer . Je niedriger die Klasse, desto höher der Beitrag!
  • Auch die Umweltplaketten werden nach Schadstoffklassen vergeben. Fahrzeuge mit roter und gelber Plakette dürfen in einigen Innenstädten nicht fahren!
  • Um die Schadstoffklasse zu reduzieren, können Umrüstungen am Fahrzeug vorgenommen werden. So spart man Steuern und kann ggf. in Innenstädten fahren!

Inhalts­verzeich­nis

    Emissionen bestimmen Schadstoffklasse

    Dem Gesetzgeber ist es wichtig, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und schadstoffarme Fahrzeuge zu begünstigen. Einheitliche Abgasvorschriften sind in Europa zwar seit 1970 vorhanden. Seit Einführung der einheitlichen Euro-Abgasnorm im Jahr 1991 wurden die Richtlinien allerdings stufenweise verschärft. So ist die Abgasnorm 6 für sämtliche Neufahrzeuge seit Anfang 2015 verbindlich. Die Einhaltung der Norm wird bei der Abgasuntersuchung geprüft. Im Rahmen der Euro-Normen werden Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlenwasserstoffen, Stickstoffoxiden, Kohlenstoffmonoxid und Partikeln festgesetzt. Die Einteilung in Schadstoffklassen erfolgt anschließend anhand dieser Grenzwerte. Zu unterscheiden ist dabei zwischen Diesel- und Ottomotoren, zumal Dieselmotoren gegenüber Benzinern einen höheren Schadstoffausstoß aufweisen. Deutsche Abgasnormen wie etwa D3 oder D4 sind inzwischen zu Gunsten der Euro-Schadstoffklassen weitestgehend entfallen. Angaben für Busse und Lkw zu Schadstoffklassen erfolgen in römischen Ziffern. Hierbei ist derzeit Euro VI bindend.

    Derzeit existieren hierzulande für Pkw folgende Schadstoffklassen:

    • Euro 1
    • Euro 2
    • Euro 3
    • 3 Liter Auto
    • Euro 4
    • Euro 5
    • Euro 6
    • Euro 0 (Nicht schadstoffarme Pkw , die bei Ozonalarm fahrberechtigt sind)
    • Euro 0 (Nicht schadstoffarme Pkw, die bei Ozonalarm nicht fahrberechtigt sind)

    Wie werden die Schadstoffklassen ermittelt?

    Auf der Zulassungsbescheinigung Teil I kann die Schadstoffklasse ganz einfach abgelesen werden. Zu finden ist die Schlüsselnummer der nationalen Emissionsklasse unter Ziffer 14.1. Bei vor dem Oktober 2005 zugelassenen Fahrzeugen lässt sich die Schadstoffklasse im Fahrzeugschein in Feld 1 entnehmen. Diese Emissionsnorm entspricht jedoch bei älteren Fahrzeugen nicht den derzeit gültigen Schadstoffklassen. "Schadstoffklasse E" oder "Schadstoffarm nach E2" entspricht dann etwa der Schadstoffklasse Euro 1 und nicht Euro 2.

    Anhand der Schlüsselnummer kann die Zuordnung in die Schadstoffklassen erfolgen:

    Schlüsselnummer Schadstoffklasse
    01-04, 09, 11-14, 16, 18, 21, 22, 77 Euro 1
    25-29, 34, 35, 40, 41, 49, 71 Euro 2
    30, 31, 36, 37, 42, 44-61 Euro 3
    32, 33, 38, 39, 43, 62-70 Euro 4
    35AO bis 35MO Euro 5
    36NO bis 36YO Euro 6
    00, 05-08, 10, 15, 17, 19, 20, 23, 24, 88 andere

    Wie wird anhand der Schadstoffklasse die Kfz-Steuer berechnet?

    Der jeweilige Steuersatz gilt pro angefangenen 100 Kubikzentimetern Hubraum. Danach fallen die Kosten folgendermaßen aus:

    Schadstoffklasse Kosten Diesel Kosten Benziner
    Euro 0 (ohne Ozonfahrverbot) 33,29 Euro 21,07 Euro
    Euro 0 (übrige) 37,58 Euro 25,36 Euro
    Euro 1 27,35 Euro 15,13 Euro
    Euro 2 16,05 Euro 7,36 Euro
    Euro 3 15,44 Euro 6,75 Euro
    Euro 4 15,44 Euro 6,75 Euro
    Euro 5 15,44 Euro 6,75 Euro
    Euro 6 15,44 Euro 6,75 Euro

    Bei Erstzulassungen bis Dezember 2011 lag der Grenzwert für den CO2-Ausstoß von PKWs bei 120 Gramm pro Kilometer. Dieser Wert hat sich bei Erstzulassungen in 2012 und 2013 auf 110 Gramm je Kilometer reduziert. 95 Gramm pro Kilometer beträgt dieser Grenzwert seit Einführung von Euro 6. Demnach muss der Halter 2 Euro Steuer für jedes Gramm CO2 je Kilometer bezahlen. Bis 2020 soll der Wert von 95 Gramm den Durchschnitt sämtlicher in der EU gefertigten Neuwagen darstellen. Für die Zeit nach 2020 sind Grenzwerte zwischen 68 und 78 Gramm je Kilometer im Gespräch.

    Für neu zugelassene Elektrofahrzeuge gilt bis zum 31. Dezember 2020 eine Kfz-Steuerbefreiung.

    Schadstoffgruppen / Euro-Abgasnorm

    Neben der Berechnung der Kfz-Steuer entscheiden die Schadstoffklassen auch darüber, welche Feinstaubplakette dem Fahrzeug zugeordnet wird. Dieser auch als Umweltplakette bezeichnete Nachweis ist notwendig, um die Umweltzonen zahlreicher Städte befahren zu dürfen. Deutschlandweit gibt es über 80 Umweltzonen. Hier gelten strengere Obergrenzen für Schadstoffe als außerhalb dieser Zonen. Um mit dem eigenen Fahrzeug eine Umweltzone befahren zu dürfen, benötigt jeder Fahrzeughalter eine Umwelt- oder Feinstaubplakette. Unterschieden werden hierbei 4 Schadstoffgruppen.

    Übersicht Schadstoffklassen und Umweltplaketten

    • Blaue Feinstaubplakette

      In diesem Jahr könnte erstmalig die blaue Plakette kommen. Diese ist ausschließlich für Autos vorgesehen, welche die Euro-6-Norm erfüllen.

    • Grüne Feinstaubplakette

      Fahrzeuge mit Euro 4 oder 5 dürfen alle Umweltzonen befahren. Auch die Partikelminderungsstufen PM1 bis PM5 erhalten diese Umweltplakette .

    • Gelbe Umweltplakette

      Dieselfahrzeuge der Schadstoffklasse 3 bekommen eine gelbe Umweltplakette. Dies gilt auch für solche Fahrzeuge, die gemäß Europäischer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) eine Partikelfilter-Nachrüstung gemäß PM 1 haben. Mit Ausnahme von Hannover und Berlin dürfen alle Umweltzonen passiert werden.

    • Rote Umweltplakette

      Zur Euro 2 zählen ausschließlich Dieselfahrzeuge, die hierbei eine rote Plakette bekommen. Für alle Pkw mit dieser Plakette gilt in den meisten Umweltzonen ein Fahrverbot.

    • Keine Umweltplakette

      Dieselfahrzeuge mit Partikel-Emissionen nach Euro-Norm 1 bzw. schlechter sowie Fahrzeuge mit Ottomotor ohne Katalysator oder ungeregeltem Katalysator erhalten gar keine Feinstaubplakette.

    Erworben werden kann die Umweltplakette gegen Zahlung von 5 Euro unter anderem bei Sachverständigenorganisationen wie Dekra , TÜV oder GTÜ. In der Regel wird diese innen an der Windschutzscheibe angebracht, rechts unten auf der Beifahrerseite.

    Strafen bei falscher Schadstoffklasse

    Wer mit der falschen Plakette unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen. Gemäß dem Bußgeldkatalog 2016 wird eine Geldstrafe von 80 Euro veranschlagt. Ein Fahrverbot oder Führerscheinentzug muss allerdings nicht befürchtet werden.

    Wie kann die Schadstoffklasse verbessert werden?

    In vielen Fällen lässt sich die Einordnung in bestimmte Schadstoffklassen durch bauliche Veränderungen verbessern. Die Entscheidung sollte unter Berücksichtigung der Kosten und der Nutzungsdauer getroffen werden.

    Nachrüstmöglichkeiten für Dieselfahrzeuge

    • Rußpartikelfilter-Nachrüsten:Hiermit lassen sich die Ruß-Emissionen um etwa 40 Prozent reduzieren. Die Kosten hierfür belaufen sich auf ungefähr 650 bis 1.500 Euro, wobei der Staat eine Förderung über 260 Euro in Aussicht stellt. Ein Nachrüsten des Rußpartikelfilters ist jedoch nicht bei allen Dieselfahrzeugen möglich.
    • Aufrüst-Katalysator:Richtet sich an Halter, deren Fahrzeuge mit einem Oxy-Kat ausgestattet sind. Besonders interessant ist diese Option dann, wenn der bisherige Kat aus Altersgründen ohnehin ausgetauscht werden muss. Etwa 400 Euro kostet die Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2.
    • Katalysator-Nachrüstung (Oxy-Kat):Für diejenigen, welche die Schadstoffklasse ihres Fahrzeugs von 00 auf Euro 1 - in Einzelfällen sogar Euro 2- verbessern und erstmalig einen Katalysator einbauen lassen möchten. Die Kosten belaufen sich auf ca. 400 Euro.

    Nachrüstmöglichkeiten für Fahrzeuge mit Otto-Motor

    • Kaltlaufregelsysteme:Deren Funktion besteht darin, den Kat im Falle eines Kaltstarts schneller zu aktivieren. Möglich ist die Verbesserung von Euro 1 auf Euro 2 oder D3. Zu rechnen ist mit Kosten in Höhe von ca. 200 Euro.
    • Aufrüst-Katalysator:Wer über ein Fahrzeug mit geregeltem Katalysator verfügt und diesen ohnehin altersbedingt austauschen muss, kann den Einbau eines Aufrüst-Katalysators vornehmen lassen. Hierdurch ist die Besserstellung von Euro 1 auf Euro 2 oder D3 möglich. Kostenpunkt: ca. 400 Euro.
    • Katalysator-Nachrüstung (G-Kat):Ältere Fahrzeuge ohne oder mit ungeregeltem Katalysator können ihre Schadstoffklasse 00 mit G-Kat auf Euro 1 oder teilweise sogar Euro 2 verbessern. Hierbei ist mit Kosten von ungefähr 700 Euro zu rechnen.

    Entstehung der Schadstoffklassen

    Für viele mag es kaum vorstellbar sein, dass der erste Vorschlag zur Umsetzung von Grenzwerten für den Schadstoffausstoß eines Fahrzeugs ausgerechnet aus den USA stammt. Dies rührte daher, dass das Land, dem heutzutage ein niedriges Umweltbewusstsein vorgeworfen wird, zu Beginn der 1960er Jahre in Kalifornien von großen Smog-Problemen betroffen war. Damit sah sich die Regierung gezwungen, für den Straßenverkehr verbindliche Abgasregelungen einzuführen. Die EU machte sich diese Regelungen teilweise zu Nutze und ließ sie 1970 in einheitliche europäische Abgasvorschriften einfließen. Im ersten Schritt fanden sich hierin lediglich Beschränkungen für den Ausstoß von Kohlenwasserstoff und Kohlenmonoxid. Erst seit 1977 wird auch die Emission von Stickstoffoxiden reguliert. Die erste europaweite Abgasnorm für Busse und Lkw sowie die Einführung von Grenzwerten für Rußpartikel von Dieselfahrzeugen folgten im Jahr 1988. Europaweite Abgasnormen sind 1997 auch für motorisierte Zweiräder in Kraft getreten.

    Noch heute bestehen zusätzlich zu den Euro-Abgasnormen auch deutsche Abgasnormen. Diese nationalen Erweiterungen wurden eigens für die Gewährung steuerlicher Vorteile ins Leben gerufen. Heute spielen diese D-Normen jedoch nahezu keine Rolle mehr. D-Normen und EU-Normen unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich ihrer Messpunkte und ihres Messverfahrens. Zwar wird die Schadstoffklasse D3 oft irrtümlich der Schadstoffklasse Euro 3 gleichgesetzt. Allerdings ist der Schadstoffausstoß nicht identisch. Aus diesem Grund entspricht ein Fahrzeug mit D3 einem Fahrzeug der Schadstoffklasse Euro 2. Bei Dieselmotoren entspricht D3 der Euro-Norm 3 sowie D4 der Euro-Norm 4, da die Messverfahren hier identisch sind.

    Was bringt die neue Schadstoffklasse Euro 6 für Neuwagen?

    Anfang September 2014 wurde die neue Schadstoffklasse „Euro 6“ eingeführt, die für alle PKW-Neuzulassungen gültig und verpflichtend ist. PKW, die der Schadstoffklasse Euro 6 zugeteilt sind, sollen ökologisch nachhaltiger sein und weniger Benzin verbrauchen als PKW der Schadstoffklassen 1–5. Doch was bringt die neue Schadstoffklasse für Neuwagen?

    Euro 6 – was ist das eigentlich?

    Euro 6 ist die neueste Stufe der Abgasnorm für Kraftfahrzeuge, die seit September 2014 für alle PKW-Neuzulassungen gültig ist. Die bis dahin günstigsten Schadstoffklassen, sowohl bei Diesel-, als auch bei Benzinmotoren, sind Euro 4 und 5. Euro 6 lohnt sich aus umwelttechnischer Sicht definitiv, denn ein Dieselfahrzeug mit der Schadstoffklasse 6 stößt sowohl weniger Stickstoffoxide (NO2), als auch Kohlenstoffdioxide (CO2) aus. Aufgrund der innovativen Technik von Fahrzeugen der Schadstoffklasse 6 ist ihr Gesamtpreis allerdings wesentlich höher als der für Fahrzeuge mit niedrigeren Schadstoffklassen.

    KFZ-Steuer sinkt mit der Einführung von Euro 6

    Der Grenzwert für den CO2-Ausstoß lag bei Erstzulassungen bis Dezember 2011 bei 120 Gramm pro Kilometer, bei Erstzulassungen in den Jahren 2012 und 2013 bei 110 Gramm pro Kilometer. Mit der Einführung von Euro 6 sinkt der Grenzwert auf 95 Gramm pro Kilometer. Für jedes Gramm CO2 pro Kilometer, das über diesem Wert liegt, fallen zusätzlich zwei Euro Steuern an, die der Fahrzeughalter zu leisten hat.

    Kunden-Bewertungen

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