Kfz-Versicherung nicht bezahlt – was nun?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht für alle Autofahrer. Nur mit einem gültigen Versicherungsschutz dürfen Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen gefahren oder abgestellt werden. Was passiert, wenn man die Kfz-Versicherung nicht bezahlt?

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Ist die Kfz-Versicherung nicht bezahlt, meldet der Anbieter dies umgehend an das Kraftfahrt-Bundesamt und das Auto kann vom Ordnungsamt oder der Polizei stillgelegt werden!
  • Das Fahrzeug darf nun nicht mehr im Straßenverkehr bewegt werden. Geschieht dies doch, drohen sehr empfindliche Strafen. Im Falle eines Unfalls muss der Halter den Schaden selbst begleichen!
  • Allerdings schickt der Versicherer vor der Meldung an das KBA sowohl eine Zahlungserinnerung als auch eine Mahnung. Nach der Mahnung darf der Versicherer nach zwei Wochen den Versicherungsschutz kündigen!

Inhalts­verzeich­nis

    Gültiger Versicherungsnachweis für Zulassung unverzichtbar

    Die Kfz-Haftpflichtversicherung greift bei allen Schäden, die das versicherte Fahrzeug verursacht. Ohne Versicherung kann das Auto nicht zugelassen werden. Zur Autozulassung muss deshalb die sogenannte eVB-Nummer (elektronische Versicherungsnummer) angegeben werden, die der Halter beim Abschluss der Kfz-Versicherung erhält. Die siebenstellige Nummer wird dem Fahrzeugbesitzer heutzutage binnen eines Tages per E-Mail oder per SMS von seinem Versicherer übermittelt. Dem Versicherten wird außerdem ein Versicherungsschein zugestellt. Innerhalb der nächsten 14 Tage muss er den Beitrag bezahlen. Ist der Versicherungsbeitrag beglichen und hat die Versicherungsgesellschaft den Vertrag bestätigt, besteht ein sogenannter vorläufiger Versicherungsschutz. Einige Versicherer verlangen die Zahlung per Vorkasse. In diesem Fall muss zunächst der Beitrag vom Kunden beglichen werden, erst nach Zahlungseingang erhält er seine eVB-Nummer und kann sein Auto zulassen. In aller Regel prüfen die Versicherungsgesellschaften vor Abschluss der Versicherung die SCHUFA des Antragstellers, um das Risiko eines Zahlungsverzugs zu minimieren.

    Zahlungsbedingungen bei der Kfz-Haftpflichtver­sicherung

    Die verschiedenen Versicherer haben unterschiedliche Modalitäten bezüglich der Beitragszahlung. Bei einigen muss der Beitrag für das kommende Versicherungsjahr im Voraus gezahlt werden, bei anderen Gesellschaften kann eine halbjährliche, vierteljährliche oder monatliche Zahlungsweise gewählt werden. Auch die Ratenzahlung ist mitunter möglich. Die Zahlung kann jedoch nicht ausgesetzt werden. Ist allerdings das Konto des Autohalters nicht gedeckt, gerät der Autohalter in Zahlungsrückstand. In diesem Fall erlischt der Versicherungsschutz für sein Fahrzeug.

    Das geschieht, wenn die Kfz-Versicherung nicht bezahlt wird

    Hält der Kunde die Zahlungsfristen nicht ein und ist damit im Zahlungsrückstand, informiert der Versicherer umgehend das Kraftfahrt-Bundesamt. Das Auto wird daraufhin vom Amt stillgelegt, indem ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes oder der Polizei vor Ort das Siegel vom Nummernschild entfernt. Dann darf das Auto nicht mehr auf öffentlichen Straßen bewegt oder abgestellt werden. Tut der Halter dies trotzdem, muss er mit hohen Geldstrafen rechnen. Wer außerdem ohne gültige Kfz-Haftpflichtversicherung Auto fährt und zusätzlich einen Verkehrsunfall verursacht, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern muss auch für alle Kosten für die Unfallschäden selbst aufkommen. Natürlich wird der Autohalter vom Versicherer mehrmals auf seinen Zahlungsrückstand aufmerksam gemacht.

    Kfz-Versicherung nicht bezahlt – was tun?

    Meist schickt der Versicherer zunächst eine Zahlungserinnerung, dann eine Mahnung. In dieser Zeit kann der Versicherte den Betrag noch begleichen. Tut er dies nicht, kann der Versicherer nach zwei Wochen den Versicherungsschutz kündigen, muss dies aber nicht tun. Der Versicherte sollte nun so schnell wie möglich die Prämie überweisen und kann so seinen Versicherungsschutz wiedererlangen. Es ist ratsam, das Gespräch mit der Versicherung zu suchen. Häufig können Kunden den Grund für die verspätete Zahlung darlegen, beispielsweise eine längere Abwesenheit durch Urlaub. Da es sich um eine Pflichtversicherung handelt, ist eine Wideraufnahme der Kfz-Haftpflichtversicherung meist möglich.

    Zahlungsrückstand bei Teilkasko- und Vollkaskoversicherung

    Anders als bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sind viele Versicherer bei Voll- und Teilkaskoversicherung flexibler, was die Zahlungsmodalitäten angeht. Während die Kfz-Haftpflicht für jeden Autofahrer Pflicht ist, handelt es sich bei diesen Policen um freiwillige Zusatzversicherungen. Wer bei Kaskoversicherungen in Zahlungsverzug gerät, kann mit der Gesellschaft häufig eine individuelle Vereinbarung treffen.

    Fallbeispiel: Versicherung verweigert Zahlung nach Unfall

    Die Kfz-Versicherung kann die Kostenübernahme eines Schadens im Rahmen der Kfz-Haftpflichtversicherung verweigern, wenn Beiträge über einen längeren Zeitraum nicht bezahlt wurden. Das Landgericht Nürnberg-Fürth entschied das im Fall eines Mannes, der sein Auto zwar bei einer Autoversicherung angemeldet, jedoch über einen Zeitraum von fünf Jahren keine Beiträge entrichtet hatte. Normalerweise ist die Jahresprämie bei der Kfz-Versicherung zum Jahresbeginn fällig, es sei denn, es wurde eine quartalsweise oder monatliche Zahlweise festgelegt. Verlängert sich die Bearbeitungszeit beispielsweise aufgrund eines Versicherungswechsels, sichert das Versicherungsunternehmen dem Versicherten in der Regel trotzdem den vertraglichen Schutz zu, auch wenn die Prämie noch nicht beglichen wurde. Dies befreit den Fahrzeughalter jedoch nicht von der Zahlungspflicht und berechtigt auch nicht dazu, auf kostenfreien Versicherungsschutz zu spekulieren.

    Kfz-Versicherung muss bei Unfall nicht regulieren

    Der Fahrzeugbesitzer verursachte einen schweren Unfall und ließ seine Kfz-Versicherung den Schaden regulieren, was diese auch zunächst tat. Als der Mann anschließend auf die ausstehenden Beträge hingewiesen wurde, begründete er seine Nichtleistung damit, dass er nicht zur Zahlung verpflichtet gewesen sei, da die Autoversicherung ihn nicht gemahnt hätte.

    Autoversicherung bekam vor Gericht Recht

    Der Fall ging bis vor das Landgericht Nürnberg-Fürth(Az.: 8 O 4525/06), das den Versicherungsnehmer dazu verurteilte, den durch die Kfz-Versicherung bereits beglichenen Schaden an diese zurückzuzahlen. Dabei führte das Gericht aus, es sei treuwidrig, Leistungen der Versicherung zu verlangen, „ohne auch nur einen Cent“ an sie gezahlt zu haben. Bleiben aufgrund eines technischen Fehlers Mahnungen aus, so sei dies kein Grund, ein Fahrzeug jahrelang beitragsfrei zu versichern.

    Zahlungsrückstand wegen zu hoher Beitragskosten

    Gerade zu Jahresbeginn flattern neben der Kfz-Versicherung meist viele weitere Rechnungen ins Haus. Da kann es schon einmal vorkommen, dass das Konto nicht gedeckt ist und man in Zahlungsrückstand gerät. Doch für viele Autohalter gibt es die Möglichkeit die hohen Kfz-Versicherungsbeiträge zu senken. Ein einfacher und schneller Kfz-Versicherungsvergleich bei Toptarif zeigt Ihnen auf, welches Sparpotenzial in Ihrer Kfz-Versicherung liegt. Finden Sie ganz einfach die günstigste Kfz-Versicherung, wechseln Sie online und sparen Sie bis zu 850 €.

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