Ausfuhrkennzeichen: Fahrzeuge aus der EU ausführen

Sie wollen ein Fahrzeug für den privaten Gebrauch aus der EU in einen Nicht-EU-Staat ausführen? Dann benötigen Sie ein Ausfuhrkennzeichen – auch Zollkennzeichen oder Exportkennzeichen genannt.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Das Ausfuhrkennzeichen ist für die Überführung eines Fahrzeuges ins Ausland (außerhalb der EU) erforderlich!
  • Für Überführungsfahrten innerhalb der EU müssen Sie hingegen das Kurzzeitkennzeichen nutzen!
  • Das Ausfuhrkennzeichen kann bei jeder Zulassungsstelle beantragt werden und kostet zwischen 30 und 50 Euro!

Inhalts­verzeich­nis

    Ausfuhrkennzeichen oder Kurzzeitkennzeichen?

    Bei vielen Fahrzeughaltern herrscht Unklarheit darüber, wann Sie ein Ausfuhrkennzeichen benötigen und wann ein Kurzzeitkennzeichen. Zusätzlich erschwert wird die richtige Entscheidung dadurch, dass beide Kennzeichentypen umgangssprachlich Überführungskennzeichen genannt werden. Dabei werden sie für sehr unterschiedliche Situationen genutzt. Im Folgenden erfahren Sie, welche Richtlinien für die unterschiedlichen Kennzeichen gelten.

    Kurzzeitkennzeichen für Überführungen innerhalb von Deutschland und der EU

    Wenn Sie einen Pkw innerhalb von Deutschland oder der EU überführen wollen oder nur für kurze Zeit bewegen, brauchen Sie kein Ausfuhrkennzeichen. Stattdessen reicht es, ein Kurzzeitkennzeichen bei der jeweiligen Zulassungsbehörde zu beantragen. Für eine kurze Fahrt zum TÜV benötigen Sie darüber hinaus keine internationale Versicherungsbestätigung. Vorweisen muss man die internationale Versicherungsbestätigung nur, wenn ein Fahrzeug innerhalb der EU überführt werden soll.

    Kurzzeitkennzeichen

    Kurzzeitkennzeichen Auto

    Mehr Infos zum Kurzzeitkennzeichen und wie du es beantragst!

    Kurzzeitkennzeichen

    Ausfuhrkennzeichen für Überführungen in Länder außerhalb der EU

    Wollen Sie Ihr Fahrzeug hingegen ins Ausland (außerhalb der EU) überführen, benötigen Sie anstelle des Kurzzeitkennzeichens das sogenannte Ausfuhrkennzeichen. Für das Ausfuhrkennzeichen gelten besondere steuerliche Richtlinien und auch die Versicherungspflicht ist für ein Fahrzeug mit Ausfuhrkennzeichen bindend. Im Gegensatz zum Kurzzeitkennzeichen benötigen Sie außerdem eine gültige HU-/AU-Bescheinigung vom TÜV, um ein Zollkennzeichen zu beantragen. Alle wichtigen Informationen über die Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung von Fahrzeugen mit Ausfuhrkennzeichen erhalten Sie im Folgenden.

    Wie sieht ein Ausfuhrkennzeichen aus?

    Ein Ausfuhrkennzeichen ist leicht zu erkennen. Denn schon allein das Aussehen unterscheidet sich erheblich von einem normalen Kfz-Kennzeichen. Das Zollkennzeichen besteht aus dem Buchstabenkürzel der Stadt oder des Landkreises der Zulassungsstelle. Außerdem ist auf dem Ausfuhrkennzeichen eine Zahlenkombination mit einem Buchstaben eingeprägt. Zwischen dem Kürzel der Stadt und der Zahlenkombination ist das rote Stadt- oder Landkreissiegel aufgeklebt. Am rechten Rand des Kennzeichens befindet sich darüber hinaus ein roter Balken, in dem das Ablaufdatum (Tag / Monat / Jahr) vermerkt ist. Bis zu diesem Tag muss das Fahrzeug die Bundesrepublik verlassen haben. Denn danach ist es nicht mehr versichert. Auf öffentlichen Straßen darf es dann nicht mehr bewegt werden.

    Wo kann man ein Ausfuhrkennzeichen beantragen?

    Ein Zollkennzeichen für Ihren Pkw beantragen Sie entweder bei einer Kfz-Zulassungsbehörde oder bei einem Straßenverkehrsamt. Allerdings müssen Sie dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Antragsteller dürfen zum Beispiel keine rückständigen Gebühren aus früheren Zulassungen auf ihrem Konto haben. Auch wenn Sie Kfz-Steuerschulden in einer Höhe von 5 Euro oder mehr haben, können Sie kein Ausfuhrkennzeichen beantragen.

    Ausfuhrkennzeichen online beantragen

    Wenn Sie die lästigen Wartezeiten in der Zulassungsbehörde umgehen wollen, können Sie Ihr Ausfuhrkennzeichen auch online beantragen. Die Online-Zulassung hat zudem den Vorteil, dass Sie Ihre Zulassung immer wieder verlängern können, ohne einen neuen Termin bei der Zulassungsbehörde zu vereinbaren. Haben Sie Ihr Ausfuhrkennzeichen hingegen vor Ort beantragt, können Sie auch die Verlängerung der Zulassung nur vor Ort vornehmen. Angeboten wird die Online-Zulassung unter anderem von den Kfz-Zulassungsstellen und von verschiedenen privaten Anbietern, die Sie im Internet finden. Ihre persönlichen Kfz-Unterlagen schicken Sie dann einfach per E-Mail oder per Fax an die jeweilige Zulassungsbehörde.

    Diese Unterlagen benötigen Sie für das Ausfuhrkennzeichen

    Für den Antrag eines Ausfuhrkennzeichens werden verschiedene Unterlagen benötigt. Folgende Dokumente dürfen Sie bei einem Gang zur Zulassungsbehörde auf keinen Fall vergessen:

    Erforderliche Unterlagen für die Beantragung eines Ausfuhrkennzeichens

    • Reisepass oder Personalausweis mit Meldebescheinigung
    • Versicherungsbestätigung (gelbe Karte)
    • Zulassungsbescheinigung> Teil I und Teil II (Kfz-Schein und Kfz-Brief)
    • Nachweis über eine gültige Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO (teilweise wird sogar eine gültige Abgasuntersuchung verlangt)
    • SEPA-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
    • bei abgemeldeten Fahrzeugen: Nachweis über die Außerbetriebsetzung
    • eventuell alte Nummernschilder

    Natürlich können Sie auch eine einfache Vollmacht ausstellen, wenn ein Freund oder Bekannter die Zollkennzeichen für Sie beantragen soll. Eine praktische Vorlage für Ihre persönliche Vollmacht finden Sie hier .

    Versicherungsbestätigung: Gelbe Karte oder eVB-Nummer?

    Im Gegensatz zur Zulassung von Kurzzeitkennzeichen gibt es für das Ausfuhrkennzeichen noch keine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer). Anstelle der siebenstelligen eVB-Nummer müssen Sie also immer noch die gelbe Versicherungskarte – auch Doppelkarte genannt – mit zur Zulassungsbehörde nehmen, um den Antrag für ein Ausfuhrkennzeichen zu stellen.

    Auf Dauer der Hauptuntersuchung achten

    Wenn Sie ein Ausfuhrkennzeichen beantragen wollen, benötigen Sie unbedingt eine gültige HU-/AU-Bescheinigung. Doch auch wenn das Fahrzeug TÜV-geprüft ist, müssen Sie es für eine Inspektion bei der Zulassungsstelle vorfahren – es sei denn, das Fahrzeug ist neu oder die TÜV-HU liegt nicht länger als vier Wochen zurück. Achten Sie außerdem darauf, dass die Gültigkeitsdauer der Hauptuntersuchung mindestens so lang ist wie die Dauer der Kfz-Versicherung.

    Wie teuer ist das Ausfuhrkennzeichen?

    Je nachdem, bei welcher Zulassungsbehörde Sie das Ausfuhrkennzeichen beantragen, können die Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel müssen Sie mit einer Gebühr in der Höhe von 30 bis 50 Euro rechnen. Hinzu kommen die Kosten für die Prägung sowie bei einer Onlineanmeldung für den Versand des Kennzeichens.

    Ausfuhrkennzeichen: Gebrauchtwagen bei Zulassungsbehörde vorfahren

    Wenn Sie ein Ausfuhrkennzeichen für einen Gebrauchtwagen beantragen, verlangt die Zulassungsbehörde in der Regel, dass Sie Ihren Pkw bei der Zulassungsbehörde vorfahren. Dort wird das Fahrzeug von einem Sachverständigen inspiziert. Bei Neufahrzeugen hingegen, die direkt vom Händler für die Ausfuhr vorbereitet werden, verzichten die Zulassungsbehörden normalerweise auf diese Prozedur.

    Versicherungspflicht für Fahrzeuge mit Ausfuhrkennzeichen

    Auch wenn Sie Ihr Auto ins nichteuropäische Ausland ausführen wollen, muss das Fahrzeug mit einer Kfz-Haftpflicht versichert sein. Diese Versicherung ist dabei deutlich teurer als die Kfz-Haftpflicht für Pkw, die bloß für Deutschland zugelassen sind. Im Durchschnitt kostet eine Versicherung für ein Fahrzeug mit einem zulässigen Gesamtgewicht von einschließlich 2,8 Tonnen rund 80 Euro – für einen Zeitraum von 15 Tagen. Dafür erhalten Sie eine normale Kfz-Haftpflicht. Versicherungsschutz mit Teil- oder Vollkasko ist nur gegen Aufpreis erhältlich und wird zudem von sehr wenigen Versicherern angeboten. Grundsätzlich ist die Versicherung für mindestens 15 und maximal 365 Tage erhältlich. Angeboten wird die Kfz-Versicherung unter anderem von den Geschäftsstellen des ADAC.

    Kfz-Steuer für Fahrzeuge mit Ausfuhrkennzeichen

    Ebenso wie die Kfz-Versicherung muss auch die Kfz-Steuer für alle Fahrzeuge mit Ausfuhrkennzeichen gezahlt werden. Inzwischen gilt sogar eine verschärfte Regelung. Denn seit dem 1. Juli 2010 sind die Fahrzeuge vom ersten Tag an steuerpflichtig, während sie davor für einen Zeitraum von drei Monaten von der Steuer befreit waren. Die Kfz-Steuer wird in der Regel per Lastschrift eingezogen, wenn Sie über eine deutsche Bankverbindung verfügen. Ist Ihr Wohnsitz hingegen außerhalb von Deutschland, kann die Kfz-Steuer auch direkt gezahlt werden.

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