Abgasuntersuchung: AU, ASU & UMA

Im Rahmen der Hauptuntersuchung wird regelmäßig geprüft, inwiefern das eigene Fahrzeug noch den Vorschriften entspricht, die in puncto Umweltverträglichkeit gelten. Auch die Abgasuntersuchung gehört seit 2010 dazu. Doch obwohl beide Untersuchungen zusammengefasst wurden, verpassen zahlreiche Autofahrer die entsprechenden Prüfungsintervalle. Erfahre, weshalb die Abgasuntersuchung Pflicht ist und in welchen Abständen diese durchzuführen ist.

Inhalts­verzeich­nis

    Abgasuntersuchung als Bestandteil der vorgeschriebenen Hauptuntersuchung

    Um unsere Umwelt zu schonen und möglichst wenig zu belasten, müssen für jeden Fahrzeugtyp vor seiner Zulassung im Straßenverkehr die aktuellen, europaweiten Immissionsvorschriften nachgewiesen werden. Dazu sind die Autoproduzenten gehalten, sich die Einhaltung dieser Vorgaben durch eine neutrale Prüfstelle bestätigen zu lassen.

    Eine Abgasuntersuchung (AU) soll Auskunft darüber geben, ob dein Fahrzeug auch Jahre nach dem Kauf noch den gesetzlich festgelegten Höchstwerten genügt. Seit nunmehr 30 Jahren müssen Autobesitzer in regelmäßigen Abständen zur Abgasuntersuchung. Im Jahr 1985 war die Abgassonderuntersuchung (ASU), wie die Abgasuntersuchung damals genannt wurde, lediglich für Fahrzeuge mit Benzinmotor vorgeschrieben. Erst im Jahr 1993 wurde aus ASU die heute geläufige Formulierung AU. Streng genommen lautet jedoch diese Pflichtkontrolle "Untersuchung des Motormanagements und Abgasreinigungssystem", kurz UMA. Zeitgleich zur UMA wurde auch die Abgasuntersuchung für Motorräder eingeführt. Nachdem die Abgasuntersuchung jahrelang auch als eigenständige Prüfung durchgeführt werden konnte, wurde sie im Jahr 2010 als fester Bestandteil der Hauptuntersuchung aufgenommen.

    In diesem Zuge wurde auch die sechseckige AU-Plakette abgeschafft, die bis dahin als Nachweis für die bestandene AU-Prüfung stand. Die Vorschrift zur Durchführung der Abgasuntersuchung findet sich in § 47a StVZO in Verbindung mit Anlage VIII und VIIIa StVZO. Für die Hauptuntersuchung, die übrigens seitens der Prüforganisationen nicht im Ausland durchgeführt werden darf, gilt überdies § 29 StVZO.

    So läuft die Abgasuntersuchung ab

    Bevor es zu der eigentlichen Abgas-Messung kommt, wird in der Praxis eine Sichtprüfung der für das Abgasverhalten relevanten Bauteile vorgenommen. Darunter fallen neben der gesamten Auspuffanlage beispielsweise auch der Luftfilter sowie die Einspritzanlage. Stellen die Prüfer hierbei keine Missstände wie Undichtigkeiten oder Beschädigungen fest, folgt die Abgas-Messung. In diesem Zusammenhang hat es erst im Jahr 2008 eine einschneidende Veränderung für Autos mit sogenannter OBD-Schnittstelle (Onboard-Diagnose) gegeben.

    Danach werden die Abgase für Fahrzeuge mit Baujahr nach dem 1. Januar 2006 nicht mehr im Auspuff anhand einer Sonde gemessen. Vielmehr wird das elektronische Bordsystem hinsichtlich solcher Fehlerquellen untersucht, welche ein mangelhaftes Abgasreinigungssystem zur Folge haben könnten. Seither hat sich der Aufwand spürbar reduziert: Denn nunmehr werden Diagnosegerät und Fahrzeug über einen Stecker miteinander verbunden und der Fehlerspeicher ausgelesen. Die Messung mittels einer Sonde im Auspuff wird hingegen nur noch bei solchen Autos vorgenommen, die vor 2006 gebaut wurden.

    Beachte: Für die Haupt- und Abgasuntersuchung benötigen die Prüfer die Zulassungsbescheinigung, Teil I (früher Fahrzeugschein) sowie eventuell vorhandene Allgemeine Betriebserlaubnisse oder Anbaubestätigungen.

    Wo wird die Abgasuntersuchung durchgeführt?

    Sowohl die Prüfung anhand der Sonde wie auch mithilfe des Diagnosegeräts wird von Dekra, TÜV und Co. vorgenommen. Darüber

    hinaus kann die Untersuchung der Abgase auch seitens solcher Werkstätten durchgeführt werden, die hierfür speziell zugelassen sind. Über eine derartige Zulassung verfügt der Großteil der Autowerkstätten. Entscheidest du dich für diesen Service, hast du im Anschluss an die bestandene Abgasuntersuchung zwei Monate Zeit, um durch eine offizielle Prüfungsorganisation auch die Hauptuntersuchung durchführen zu lassen.

    So sieht es eine zum 1. Juli 2012 in Kraft getretene Gesetzesänderung vor. Bei diesem Termin hast du die Bescheinigung über die erfolgreiche AU vorzulegen. Eine Ersparnis erzielen lässt sich mit der Vorabuntersuchung allerdings nicht. Denn die 20 bis 30 Euro, die im Rahmen der Hauptuntersuchung wegfallen, wurden beim vorherigen Werkstatttermin fällig. Vielmehr bietet es sich in Hinblick auf Zeitersparnis und Komfort an, beide Untersuchungen in einem Termin zu beauftragen.

    Übrigens: Sollten Dekra, TÜV und Co. einen Fehler bei der OBD-Auslesung finden, muss der Pkw im Anschluss an die Mängelbeseitigung erneut vorgeführt werden. Für diesen neuen Check werden dir dieselben Kosten in Rechnung gestellt, wie bei der ersten Abgasuntersuchung. Gleiches gilt bei der Abgas-Messung über die Sonde im Auspuff. Lässt du demzufolge die AU in einer Werkstatt durchführen, kannst du bei Mängeln die doppelte Gebührenerhebung umgehen.

    Welche Prüfungsintervalle sind einzuhalten?

    Die Frist für die jeweils folgende Abgas- und Hauptuntersuchung beginnt mit Monat und Jahr der letzten Hauptuntersuchung bzw. mit der Erstzulassung. Bei Neufahrzeugen steht die erste Untersuchung erstmalig nach 36 Monaten an, ab dann alle 24 Monate. Dies gilt auch für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (zGG) sowie Anhänger bis 750 kg (zGG).

    Krafträder, Wohnmobile bis max. 7,5 Tonnen zGG sowie LKW und Anhänger bis max. 3,5 Tonnen zGG müssen grundsätzlich alle 24 Monate zur Abgasuntersuchung in die Werkstatt. Um Geldstrafen zu vermeiden, solltest du die Prüfungsintervalle genauestens einhalten. Schließlich lässt sich die HU-Fälligkeit bei Überschreitung seit Juli 2012 nicht mehr rückdatieren. Konkret drohen bei Fristüberschreitung folgende Bußgelder.

    • mehr als 2 bis zu 4 Monaten: 15 Euro

    • mehr als 4 bis zu 8 Monaten: 25 Euro

    • mehr als 8 Monate: 60 Euro sowie 1 Punkt im Verkehrszentralregister

    Bei einer Überschreitung von mehr als zwei Monaten ist die Hauptuntersuchung um eine Ergänzungsuntersuchung zu erweitern, wodurch sich das Entgelt um 20 Prozent erhöht. Im Anschluss an die Untersuchung erhältst du einen Prüfbericht, den du mindestens bis zur nächsten HU aufbewahren solltest. Wenn du dich vorübergehend im Ausland befindest und in dieser Zeit die Frist für die nächste Hauptuntersuchung abläuft, reicht es aus, wenn diese unverzüglich nach Wiedereinreise veranlasst wird.

    Ist eine Befreiung von der Abgasuntersuchung möglich?

    In Betracht kommt dies lediglich für folgende Fahrzeuge mit

    • Kompressionszündungsmotor, welche weniger als 4 Räder besitzen, vor 1977 erstmalig in Verkehr gekommen sind oder eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h aufweisen,

    • Fremdzündungsmotor, die 3 Räder und eine zulässige Gesamtmasse von weniger als 400 kg haben, vor dem Juli 1969 erstmals in Verkehr gekommen sind oder die mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 50 km/h aufwarten,

    • Selbstfahrende Arbeitsmaschinen (z.B. Aufsitzrasenmäher, Schneeräumfahrzeuge), welche den Baumerkmalen von LKW in Bezug auf Fahrgestell und Antriebsmotor nicht entsprechen,

    • Gabelstapler,

    • Forst- und landwirtschaftliche Zugmaschinen,

    • Krafträder sowie 3 bis 4-rädrige Kfz der Klassen L5e, L4e, L3e und L7e nach Abschnitt 2 der Anlage XXIX, welche vor 1989 in den Verkehr gekommen sind

    Wie hängen Abgasuntersuchung und Abgasnorm zusammen?

    Abgasnormen regeln, wie viele Schadstoffe ein Wagen ausstoßen darf. Diese sind in einer Übersicht der Europäischen Union festgehalten. Die entsprechende Abgasnorm entscheidet darüber, ob du Umweltzonen befahren darfst und in welcher Höhe die Kfz-Steuer anfällt. Enthalten sind in den Abgasnormen beispielsweise Regelungen zu Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickstoffoxiden sowie andere Partikel.

    Hersteller von Autos und anderer Fahrzeuge sind daran gehalten, den aktuellen Normen zu entsprechen und zu gewährleisten, dass neu produzierte Vehikel diese für eine gewisse Zeit einhalten. Aus den Abgasnormen werden zudem Schadstoffklassen abgeleitet, welche Auswirkungen auf die Kfz-Steuer haben. Einst durften im Jahr 1993 nur solche Benziner zugelassen werden, welche je Kilometer höchstens 1.130 mg Kohlenmonoxid ausgestoßen haben. Nach der Euro-5-Abgasnorm waren es ab 2011 nur noch 1.000 mg. Diese Abgasnorm gilt für alle ab September 2009 zugelassenen Fahrzeuge. Die in den Abgasnormen festgelegten Grenzwerte unterscheiden sich je nach Motortyp (Benzin- oder Dieselmotor) und Fahrzeugtyp (Motorrad, Pkw, LKW, Omnibus). Zum September 2014 hat das Europäische Parlament die Euro 6 Abgasnorm eingeführt.

    Aktuell erfüllen zwei Drittel aller angebotenen Fahrzeuge die Norm 5, weniger als 10 Prozent jedoch die Norm 6. Derzeit können zahlreiche Innenstadtgebiete (Umweltzonen) lediglich mit der Euroabgasnorm 4 sowie 5 und damit dem grünen Zonenschild befahren werden. Abgasuntersuchung und Abgasnorm sind nicht losgelöst voneinander zu betrachten. Zwar unterscheiden sich die Grenzen im Rahmen der Abgasuntersuchung vom Grenzwert, den die Abgasnorm für die Erstzulassung fordert. Jedoch soll die Abgas-Prüfung sicherstellen, dass die Abgaswerte der jeweiligen Abgasnorm laufend eingehalten werden.

    Kunden-Bewertungen

    • 4 / 5
      Nichts Auffälliges. Etwas magere Informationen. Sonst ok.
    • 5 / 5
      schneller und reibungsloser Wechsel
    • 5 / 5
      Schnell,probleml

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