Telekommunikationsverbände

Seit dem Jahr 1998 ist der Telekommunikationsmarkt in Deutschland gänzlich liberalisiert. Seither drängten immer mehr Telekommunikationsanbieter auf den Markt und belebten den Wettbewerb. Der Vorteil für die Endkunden waren deutlich niedrigere Preise im privaten Bereich dank der viel größeren Angebotsvielfalt. Der bis dahin monopolisierte Markt musste sich neu ordnen und darüber hinaus Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb schaffen. Dazu schlossen sich große Unternehmen, aber auch Tochterfirmen, zu Telekommunikationsverbänden zusammen, um gemeinsam ihre Interessen gegenüber Wirtschaft und Politik zu vertreten und durchzusetzen. Die Telekommunikationsmärkte entwickeln sich in den einzelnen Branchensegmenten und Regionen unterschiedlich. Zielsetzungen der einzelnen Verbände sind daher unter anderem die Vereinheitlichung von nationalen und internationalen Normen und die Schaffung von einheitlichen Standards.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Um ihre Interessen gegenüber Wirtschaft und Politik zu vertreten, haben sich Telekommunikationsunternehmen zu Organisationen zusammengeschlossen!
  • Einer der wichtigsten Verbände ist der BITKOM. Aufgaben sind die Organisation des Austauschs von Fachkräften, Netzpolitik, Fachkräftenachwuchs und Bildung, E-Government und Datensicherheit!
  • Die Stiftung Digitale Chancen zum Beispiel hat sich zum Ziel gesetzt, Verbrauchern das Internet nahezubringen und sie bei der Nutzung zu unterstützen!

Inhalts­verzeich­nis

    DVTM – Deutscher Verband für Telekommunikation und Medien

    Der DVTM, Deutscher Verband für Telekommunikation und Medien , fungiert als Schnittstelle aller Unternehmen, die sich an der Wertschöpfungskette Energie, Telekommunikation und Medien beteiligen. Der Verband wurde bereits im Jahr 1997 als Fachverband Freiwillige Selbstkontrolle Telefonmehrwertdienste (FST) gegründet. Im Jahr 2007 erfolgte die Umbenennung in DVTM. Darunter fallen beispielsweise Netzwerk- und Internetprovider , Dienste-Anbieter, Verlagshäuser oder auch Inkassounternehmen. Der Verband will mit seiner Arbeit einen Konsens von Wirtschaft, Politik und Verbrauchern schaffen und zu einem wettbewerbsorientierten Markt für Telekommunikation und Medien beitragen. Alle Mitglieder des DVTM richten sich freiwillig nach dem sogenannten „Kodex Deutschland für Telekommunikation und Medien“, der Branchenstandards setzt und somit der Selbstregulierung des Telekommunikationsmarktes dient. Im Zentrum steht die Etablierung eines konvergenten europäischen Binnenmarktes in den Bereichen Telekommunikation, Energie und Medien.

    BREKO – Bundesverband Breitbandkommunikation

    Der Bundesverband Breitbankkommunikation , kurz BREKO, wurde im Jahr 1999 gegründet und sitzt in Bonn. In dem Interessenverband organisieren sich rund 200 Unternehmen. Rund die Hälfte von ihnen sind Netzbetreiber. Diese bieten über eigene Teilnehmernetze Internet- und Datendienste an. Grundsätzlich gehören zu den Tätigkeitsfeldern der Mitgliedsunternehmen hauptsächlich ISDN, Breitband, Kabelnetz oder Festnetz. Damit stehen sie im Wettbewerb zur Deutschen Telekom, dem größten deutschen Telekommunikationsnetzbetreiber . Ziel des BREKO ist es, faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Telekommunikationsmarkt zu gewährleisten und die Liberalisierung des Marktes voranzutreiben. Darüber hinaus will der BREKO die wirtschaftliche Tätigkeit seiner Mitglieder fördern. Im BREKO organisiert sind unter anderem die Mitglieder Telefónica, Versatel, Nokia-Siemens Networks oder Alcatel-Lucent. Sie vertreten gemeinsam ihre Interessen gegenüber Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt, Medien und Öffentlichkeit.

    BITKOM – Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.

    Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) vertritt seit seiner Gründung im Jahr 1999 über 2.200 Unternehmen der digitalen Wirtschaft. Darunter fallen neben den wichtigsten Global Playern etwa 1.000 Mittelständler und mehr als 200 Start-Ups. Die Mitglieds-Unternehmen stellen Hardware und Consumer Electronics her und bieten IT-Services, Internet- oder Telekommunikationsdienste sowie Software an. Auch im Bereich „Digitale Medien“ oder in der Netzwirtschaft tätige Unternehmen gehören zum BITKOM. Rund 76 Prozent von ihnen sitzen hauptsächlich in Deutschland, zehn Prozent in Europa und neun Prozent in den USA. Der BITKOM organisiert unter anderem den Austausch und die Kooperation von Fachkräften. Der BITKOM widmet sich zudem Aufgaben in Bereichen wie Netzpolitik, Fachkräftenachwuchs und Bildung, E-Government und Datensicherheit . Der Verband fördert die Kooperation aller Unternehmen mit ITK-Bezug (Informations- und Telekommunikationstechnologie).

    Stiftung Digitale Chancen

    Die Stiftung Digitale Chancen hat sich zum Ziel gesetzt, Verbrauchern das Internet nahezubringen und sie bei der Nutzung zu unterstützen. So bietet die Stiftung Hilfe für Einsteiger und arbeitet mit Spezialisten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammen, um die Digitale Integration zu fördern. Die Stiftung stellt Informationen zu öffentlichen Internetcafés bereit und bietet Schulungen, Kurse und Vorlesungen für Internet-Einsteiger an. Dabei konzentrieren sich die Mitarbeiter besonders auf Kinder, Frauen, Senioren, Migranten und Menschen mit Behinderung. Auf der Webseite der Stiftung Digitale Chancen sind zudem Studien, Statistiken und Analysen zum Thema Internet nutzerfreundlich aufbereitet. Unter anderem hat die Stiftung Digitale Chancen beispielsweise im Rahmen der Initiative „Internet erfahren“, entwickelt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, auf bundesweiter Ebene Trainingsveranstaltungen durchgeführt. Mit der Kampagne sollte das Internet verstärkt in Bildungsprozessen verankert werden.

    VATM – Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten

    Bei dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) handelt es sich um einen Zusammenschluss von mehr als 100 deutschen Telekommunikations- und Multimedia-Unternehmen, die in einem direkten Wettbewerb zum größten deutschen Netzbetreiber, der Deutschen Telekom, stehen. Sowohl deutsche Firmen als auch Tochterfirmen international agierender Konzerne sind im VATM organisiert. Ziel des VATM ist es, chancengleiche und faire Wettbewerbsbedingungen auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt zu schaffen und zu sichern. Die Mitglieder vertreten ihre Interessen sowohl auf Bundes- als auch auf europäischer Ebene. Der Austausch von Informationen, die Organisation von Presseinterviews sowie die Veröffentlichung von Pressemitteilungen gehören zur Arbeit des VATM. Der Verband steht in Kontakt mit deutschen, europäischen und internationalen Branchenverbänden.

    BVDW – Bundesverband Digitale Wirtschaft

    Beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) handelt es sich um eine zentrale Interessenvertretung für Firmen mit digitalen Geschäftsmodellen und Tätigkeiten in der digitalen Wertschöpfung. Der Verband mit Sitz in Düsseldorf will digitale Angebote nutzbarer und effizienter machen und Dienste, Inhalte und Technologien transparenter gestalten sowie ihre Nutzung in Administration, Gesellschaft und Wirtschaft fördern. Im BVDW sind rund 600 Mitglieder aus den Branchenzweigen E-Commerce, Online-Mediaplanung, Mobile Marketing und Social Media organisiert. Der Verband will als zentrales Organ der Digitalen Wirtschaft Standards und Richtlinien für Branchenakteure hinsichtlich Markttransparenz und Angebotsqualität setzen.

    VAF – Bundesverband Telekommunikation

    200 unabhängige Fachunternehmen und Systemhäuser vertritt der Bundesverband Telekommunikation (VAF) seit seiner Gründung im Jahr 1951 als unabhängiger Fachverband. Mitglieder bieten professionelle Lösungen und Dienstleistungen mit eigenem Fachpersonal. Der VAF will seine Mitglieder als unabhängige Systemhäuser fördern. Zu den Partnern des VAF gehören unter anderem der BITKOM und der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke.

    PMeV – Bundesverband Professioneller Mobilfunk e.V.

    Der Bundesverband Professioneller Mobilfunk e.V. (PMeV) wurde im Jahr 1999 in Berlin gegründet. Anwender von Kommunikationssystemen für den mobilen professionellen Einsatz sowie führende Anbieter waren an der Gründung beteiligt. Zu ihnen zählen System- und Applikationshäuser, Hersteller, Nutzer und Netzbetreiber. Der Verband will den PMR-Markt (Professional Mobile Radio) in Deutschland weiterentwickeln und bietet ein Forum für einen unabhängigen und kooperativen Dialog mit Politik, Behörden und Marktpartnern. Für Hersteller und Anwender stellt der PMeV eine Plattform zur Verfügung, um Technologien zu bewerten und die Chancen innovativer Lösungsansätze und Konzepte zu erörtern. Bekannte Mitglieder im PMeV sind beispielsweise Motorola Solutions und Eurofunk.

    DVPT – Deutscher Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V.

    Der Deutsche Verband für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation e.V. (DVPT) tritt für die Interessen seiner Mitglieder ein – nach eigenen Angaben im Sinne einer Verbraucherschutzorganisation und eines Anwenderfachverbandes. Der DVPT agiert in erster Linie neutral und unabhängig und zeichnet sich zudem durch weitreichende Erfahrung und Fachkompetenz aus. Die Arbeit des Verbandes umfasst mehrere Fachbereiche von Post, Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation über Social Business bis zu aktuellen Marktentwicklungen und Innovationen. Der DVPT kümmert sich um Wissensvermittlung für Anwender und Kunden und um den nutzungsorientierten Einsatz von neuen Technologien und Kommunikationsformen. Darüber hinaus tritt der Verband für faire Wettbewerbsbedingungen auf dem freien Telekommunikationsmarkt ein. Der DVPT will politische und wirtschaftliche Entscheidungen in der Telekommunikations- und IT-Branche aktiv mitgestalten und wirkt dazu in zahlreichen Gremien und Ausschüssen mit.

    Arbeitskreis Telekommunikation des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU)

    Der Arbeitskreis (AK) Telekommunikation des VKU hat es sich zum Ziel gesetzt, den Breitbandausbau voranzutreiben. Kommunale Unternehmen haben sich in dem Arbeitskreis des VKU zusammengeschlossen und bieten Dienstleistungen wie Telekommunikationspakete mit Telefon, Internet und Fernsehen oder die Verlegung von Leerrohren. Dreimal jährlich entwickelt der AK Telekommunikation seine Positionierung im Bereich Breitbandkommunikation und ermöglicht den Erfahrungsaustausch von Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

    ETSI – Europäisches Institut für Kommunikationsnormen

    Eine von drei großen Normungsorganisationen Europas ist das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen, in Englisch European Telecommunication Standards Institute (ETSI). Die Organisation hat ihren Sitz nahe Nizza und ist offiziell von der Europäischen Union als Organisation für Normung anerkannt. Das ETSI hat es sich zum Ziel gesetzt, internationale Standards zu schaffen, die auf Informations- und Kommunikationstechnologien anwendbar sind. Das ETSI hat sich im Jahr 1988 auf die Initiative der Europäischen Kommission gegründet und zählt mehr als 700 Mitglieder aus über 60 Ländern. Zu den Mitgliedern zählen Verwaltungen, Anwender, Dienste-Anbieter und Netzbetreiber. Das Institut für Kommunikationsnormen finanziert sich aus den Beiträgen der Mitglieder und aus Zuschüssen, beispielsweise von Seiten der Europäischen Gemeinschaft. Ziel des ETSI ist die Schaffung einer Normung im Bereich der Telekommunikation. Dabei kooperiert das ETSI mit dem Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) sowie dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) zusammen. Unter die Standards, die vom ETSI entwickelt wurden, fallen beispielsweise UMTS, GMR und DSSI.

    VPRT – Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V.

    Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) wurde im Jahr 1990 gegründet und hieß bis 2006 Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation e.V. Der VPRT ist ein Wirtschaftsverband, der die Interessen von privaten Anbietern aus den Bereichen Fernsehen, Mediendienste, Tele- und Onlinemedien und Hörfunk vertritt. Etwa 140 Unternehmen sind im VPRT organisiert. Der Verband hat seinen Hauptsitz in Berlin und ein Büro in Brüssel. Ziel des VPRT ist es, die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen zu vertreten – sowohl auf regionaler als auch auf nationaler und europäischer Ebene. Dabei tritt der Verband in Verhandlung mit den gesetzgebenden Organen von Bund und Ländern sowie den zuständigen Institutionen der Europäischen Union und den Medienanstalten. Es sollen die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen weiterentwickelt und optimiert werden. Darüber hinaus organisiert der Verband den Austausch von Informationen unter seinen Mitgliedern.

    Internationale Fernmeldeunion

    Mit technischen Aspekten der Telekommunikation, in Englisch International Telecommunication Union (ITU), beschäftigt sich weltweit die Internationale Fernmeldeunion mit Sitz in Genf. Es handelt sich bei der ITU um eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Die wesentlichen Ziele der Arbeit der ITU sind beispielsweise die Schaffung von internationalen Regelungen für die Frequenzen-Nutzung, die internationale Zuweisung von Rufzeichenblöcken, die Koordinierung der Fernmeldeanlagen-Entwicklung oder das Vereinbaren von Gebühren und Leistungsgarantien. Das Bundeswirtschaftsministerium ist Mitglied des Rates der ITU, der aus 48 Mitgliedsstaaten besteht und einmal pro Jahr tagt. Eines der Hauptziele der ITU ist es, weltweit das freie Internet zu erhalten.

    BnetzA - Bundesnetzagentur

    Die Bundesnetzagentur (in der Langform: Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen, www.bundesnetzagentur.de) ist für die Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs in den genannten Märkten zuständig.

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