Mobilfunknetze: Welches ist das beste?

Wer sich für einen Mobilfunkanbieter entscheidet, entscheidet sich auch für eines der Mobilfunknetze. Hier erfahren Sie, wie die Technologie funktioniert, welche Anbieter es gibt und welches Netz welche Vorteile bietet.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Mobilfunknetze sind die technische Infrastruktur, die die Verbindung zwischen einem Handy und einem anderen Handy oder Telefon ermöglicht!
  • Zwischen dem Anfang der Mobilfunknetze (1958 mit dem A-Netz) und heute (2016 mit LTE) hat sich eine erstaunliche Entwicklung vollzogen!
  • Mit den heutigen Netzen kann man nicht mehr nur noch telefonieren, sondern auch mit bis zu 200 Mbit/s im mobilen Internet surfen!

Inhalts­verzeichnis

    Wie funktionieren Mobilfunknetze?

    Mobilfunknetze sind die technische Infrastruktur, die die Verbindung zwischen einem Handy und einem anderen Handy oder Telefon ermöglicht. Die Signalübertragung kann prinzipiell in zwei Bereiche unterteilt werden: Erstens gibt es eine Verbindung zwischen dem Handy und dem nächstgelegenen Sendemast. Den Bereich, den ein Sendemast abdeckt, bezeichnet man als Funkzelle. Innerhalb einer Funkzelle kann das Signal eines Smartphones oder Handys empfangen und decodiert werden. Die genaue Größe einer Funkzelle hängt von der Wetterlage und der landschaftlichem Umgebung ab: Bei schlechtem Wetter oder hügeligem Gelände deckt der Sendemast einen kleineren Bereich ab, es gibt Funklöcher. Neben der Verbindung zwischen Sendemast und Mobilfunkgerät gibt es zweitens die Verbindung zwischen den Netzzugängen, die die beiden Gesprächspartner nutzen. Ein Beispiel: Wenn Sie per Handy einen Freund auf seinem Smartphone anrufen, gibt es erstens eine mobile Verbindung zwischen den beiden Handys und dem jeweiligen Sendemast und zweitens eine kabelgebundene Verbindung zwischen den beiden Sendemasten.

    Die Entwicklung des Mobilfunknetzes

    Das Mobilfunknetz in Deutschland kann auf eine lange Geschichte zurückblicken – und die Anfangszeiten hatten nur sehr wenig mit dem heutigen Full-HD-Streaming per LTE zu tun.

    Der Beginn des Mobilfunks in analogen Netzen

    Das erste Mobilfunknetz in Deutschland war das sogenannte A-Netz. Das analoge Netz wurde von der Deutschen Bundespost zwischen den Jahren 1958 und 1977 betrieben. Es hatte eine Kapazitätsgrenze von knapp über 10.000 Teilnehmern. Diese erreichte es bereits im Jahr 1971. Das A-Netz hatte einige Besonderheiten, die aus heutiger Perspektive überraschend wirken: So musste der Anrufer wissen, in welcher Funkzelle sich sein Gesprächspartner befindet. Um ihn zu erreichen, wählte er die Vorwahl des Sendemastes und erst anschließend die eigentliche Telefonnummer. Wenn der Angerufene während des Telefonats die Funkzelle wechselte, brach die Verbindung ab. Das gleiche Problem hatte noch der Nachfolger des A-Netzes, das sogenannte B-Netz mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 27.000. Das letzte analoge Mobilfunknetz wurde 1985 eingeführt: Das C-Netz. Verglichen mit den beiden vorhergehenden Mobilfunknetzen brachte es einige Verbesserungen mit sich: So hatte das C-Netz eine Kapazität von immerhin 800.000 Teilnehmern. Und alle Gesprächsteilnehmer waren unabhängig von der Funkzelle, in der sie sich aufhielten, über eine Vorwahl erreichbar. Auch konnten die beiden Gesprächspartner während des Telefonats die Funkzelle wechseln, ohne dass die Verbindung abbrach.

    Das D-Netz: Beginn der digitalen Mobilfunknetze

    Das erste digitale Mobilfunknetz wurde in Deutschland im Jahr 1991 eingeführt: Das bis heute aktive und genutzte D-Netz. Als digitales Netz kann es nicht nur Sprache, sondern Informationen im Allgemeinen (Daten) übertragen. Das D-Netz basiert auf dem europäischen GSM-Standard. Dieser Standard funktioniert in über 200 Ländern weltweit. Die Frequenzen des D-Netzes werden in Deutschland vor allem von zwei Providern genutzt: der Telekom und Vodafone. Im Jahr 1994 folgte dann das ebenfalls digitale E-Netz. Vom D-Netz unterscheidet sich das E-Netz durch einen anderen Frequenzbereich und eine geringere Sendeleistung der Handys. Das E-Netz wird vor allem von E-Plus und O2 genutzt. Während früher eine klare Trennung zwischen E-Netz- und D-Netz-Anbietern möglich war, ist dies spätestens seit 2006 nicht mehr möglich: Alle Provider nutzen Frequenzen in beiden Netzen.

    Mit UMTS begann mobile Datenübertragung in Highspeed

    Der bis heute gebräuchliche Mobilfunkstandard GSM wurde später um GPRS (General Packet Radio Service) erweitert, was die Übertragung von Daten in den Netzen ermöglichte. Doch erst mit UMTS folgte im Jahr 2000 ein Mobilfunknetz, das von Anfang an für den Datentransfer entwickelt worden war. UMTS ermöglicht deutlich höhere Übertragungsraten als das mobile Internet über GPRS . Als im Jahr 2000 die Bundesnetzagentur Lizenzen für UMTS versteigerte, erwarben alle deutschen Netzbetreiber die Möglichkeit, UMTS-Frequenzen zu nutzen. Mit UMTS waren Datenübertragungen bis zu einer Geschwindigkeit von 384 Kbit pro Sekunde möglich. Wenn dies auch im Vergleich zum LTE-Standard gering erscheint, war es ein großer Fortschritt: Der GPRS-Standard kam auf maximal 55 Kbit pro Sekunde. Richtig schnell wurde der UMTS-Standard erst mit der Erweiterung HSPA+: Bei maximalen Geschwindigkeiten von 14,4 Mbit pro Sekunde ist mit UMTS auch das ruckelfreie Streamen von HD-Videos möglich.

    Seit 2010 ist LTE neuer Standard

    Im Jahr 2010 begann der Siegeszug der vierten Generation des Mobilfunkstandards. Das in Abgrenzung zur dritten Generation (3G) UMTS auch als 4G bekannte LTE ermöglicht Datenübertragungen in bis dahin nicht möglicher Geschwindigkeit. In der derzeitigen Ausbaustufe sind bis zu 50 Mbit pro Sekunde an vielen Orten möglich. In bestimmten Großstädten sind sogar bereits Maximalgeschwindigkeiten von 150 Mbit pro Sekunde zu erreichen. Damit ermöglichen Mobilfunknetze nun deutlich schnellere Übertragungen als der Standard-DSL-Zugang. Ein Rechenbeispiel: Mit einer LTE-Übertragungsgeschwindigkeit von 100 Mbit pro Sekunde dauert selbst der Download eines Full-HD-Spielfilms gerade einmal zehn Minuten. Die Bundesnetzagentur knüpfte den Verkauf der LTE-Frequenzen an eine Bedingung: Die Provider verpflichteten sich, den Ausbau zuerst in ländlichen Regionen voranzutreiben. In ländlichen Gegenden ist darum LTE eine interessante Alternative zum DSL-Anschluss: Mit dem LTE-Router für daheim haben Kunden auch ohne Glasfasernetz einen schnellen und belastbaren Internetzugang.

    Mobilfunknetze: Welches Netz hat welche Vorteile?

    Im Vergleich schneiden die Mobilfunknetze unterschiedlich ab. Entscheidend für die Frage nach dem besten Mobilfunknetz sind die jeweiligen Kundenbedürfnisse. Wer vor allem schnelles mobiles Internet nutzen will, muss auf gute Übertragungsgeschwindigkeiten achten. Wer in erster Linie überall erreichbar sein will, braucht das Netz mit der besten Abdeckung. Auch unterscheidet sich der Netzausbau je nach Region: Wer auf dem Land wohnt, braucht unter Umständen einen anderen Provider als ein Großstädter. Und nicht zuletzt stellt das Preis-Leistungs-Verhältnis einen wichtigen Faktor dar: Welche Mobilfunknetze bieten gute Leistung zu einem fairen Preis?

    Welches Mobilfunknetz bietet schnelles Internet?

    Wenn Sie einen Anbieter suchen, der sehr schnelle LTE-Geschwindigkeiten für mobiles Surfen bietet, so werden Sie bei der Telekom fündig (Stand: Oktober 2015). Laut eines Tests der Fachzeitschrift Computer Bild bietet das LTE-Mobilfunknetz der Telekom die derzeit höchsten Geschwindigkeiten. Ausbaufähig ist im Telekom-Mobilfunknetz allerdings die Abdeckung mit UMTS: Ist kein LTE verfügbar, surfen Kunden oftmals nur mit EDGE (mit etwa 60 Kbit pro Sekunde). Vodafone wurde mit seinen LTE- und UMTS-Mobilfunknetzen zweiter. Bei Vodafone waren die LTE-Geschwindigkeiten in den Großstädten besonders gut, jedoch ist das LTE-Netz in ländlichen Regionen noch verbesserungswürdig. Der Provider O2 konnte mit seinem Mobilfunknetz deutlich aufholen. Insgesamt aber bestätigt die Studie von Computer Bild die Testergebnisse der letzten Jahre: Schon im Frühjahr 2014 bescheinigte die Stiftung Warentest Telekom und Vodafone, die besten Mobilfunknetze in Deutschland zu betreiben. Auch ein Test der Fachzeitschrift Chip kam im Oktober 2014 zum gleichen Ergebnis: Platz eins geht an die Telekom, die Silbermedaille holt Vodafone.

    Welche Mobilfunknetze haben wenige Funklöcher?

    Die beste Netzabdeckung bieten laut Computer Bild (Stand: Oktober 2015) aber weder die Telekom noch Vodafone. Die wenigsten Funklöcher finden sich im O2-Telefonica-Netz. O2 bietet auch die beste UMTS-Verfügbarkeit, in der Stadt und auf dem Land. Wer mit UMTS-Geschwindigkeit zufrieden ist und besonderen Wert auf störungsfreies Internet legt, wird derzeit mit E-Plus und O2 am glücklichsten. Während also die Telekom zwar hohe LTE-Geschwindigkeiten in vielen Regionen bietet, punktet O2 mit einer durchgängig verfügbaren und immer noch schnellen UMTS-Geschwindigkeit.

    Mobilfunknetze im Check

    Für Kunden stellt sich eine nicht ganz einfach zu beantwortende Frage: Nimmt man geringere LTE-Netzabdeckung für Höchstgeschwindigkeiten in Kauf – oder surft man lieber langsamer, dafür aber überall? Im Preis-Leistungs-Check fallen auch die noch höheren Preise für LTE-Tarife auf. LTE gibt es derzeit auch nur bei den großen Anbietern. Die meisten Billigprovider können nicht auf das LTE-Netz zugreifen und bieten nur UMTS-Geschwindigkeiten.

    So läuft dein Wechsel

    Kündigungsfrist Vertrag

    Internet­anbieter kündigen

    Du bist mit deinem Internetanschluss unzufrieden? Hier findest du Musterschreiben und Tipps zur Internetanbieter-Kündigung.

    Internetanbieter kündigen
    DSL-Verfügbarkeit

    Internet-Verfügbarkeit checken

    Wo ist eigentlich welche Internet­geschwindigkeit verfügbar? Finde hier heraus, ob bei dir schnelles Internet verfügbar ist!

    Verfügbarkeit checken
    Couch Surfen Freunde

    Internet-Anbieter wechseln

    Dein Vergleich, dein Tarif! Vergleiche jetzt günstige DSL-Tarife und wechsel einfach online deinen DSL-Anbieter.

    Internet-Anbieter wechseln