Heizölpreisentwicklung

Inhalts­verzeichnis

    Diese Faktoren bestimmen die Heizöl-Tendenz

    Der aktuelle Preis für Heizöl setzt sich aus einer Vielzahl verschiedener Elemente zusammen. Hierzu zählen nicht nur die Herstellungskosten für den Rohstoff, sondern auch die jeweiligen Steuern des Landes – in Deutschland zum Beispiel die Mineralölsteuer.

    Da Heizöl darüber hinaus aus Rohölanteilen gewonnen wird, spielt der Ölpreis der letzten Jahre eine entscheidende Rolle für die Heizölpreisentwicklung am heimischen Markt. So kommen sehr unterschiedliche Faktoren zusammen, die im Endeffekt den Heizölpreis beeinflussen. Um die Heizöl-Tendenz für die Zukunft zuverlässig zu prognostizieren, ist es deshalb notwendig, einen genauen Überblick darüber zu behalten, aus welchen Kosten sich der aktuelle Heizölpreis zusammensetzt.

    Von der Förderung bis zum Handel – diese Kosten sind im Heizölpreis versteckt

    Von der Förderung des Rohöls über die Veredelung des Rohstoffes legt das Heizöl einen weiten Weg zurück, bis es schließlich zum Händler gelangt. Nach der Förderung etwa muss das Rohöl zu den Raffinerien transportiert werden, wo das Heizöl gewonnen wird. Lagerung und Transport sind allerdings nur zwei Kostenpunkte, die den Heizölpreis beeinflussen. Ein Großteil der Heizölkosten besteht aus Steuern – die Zusammensetzung des Heizölpreises im Überblick:

    • Produktendpreis (Kosten für Herstellung, Transport & Lagerung des Rohstoffes) = 72 Prozent
    • Mineralölsteuer = 9 Prozent
    • Mehrwertsteuer = 16 Prozent
    • Deckungsbetrag (Gewinnmarge des Händlers) = 3 Prozent

    Dies sind die feststehenden Kostenpunkte, aus denen sich der Heizölpreis zusammensetzt. Da der Preis von Rohöl allerdings deutlichen Kursschwankungen unterworfen ist, kann auch die Heizölpreisentwicklung sehr empfindlich auf die gegenwärtige weltpolitische Situation reagieren.

    Welche Faktoren beeinflussen die Ölpreistendenz?

    Generell gilt, dass der Ölpreis sich nach den Börsenkursen richtet, die an den weltweiten Händlerbörsen ermittelt werden. Da die Nachfrage nach Öl in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist, gleichzeitig aber die Förderkapazitäten nur geringfügig erhöht wurden, ist der Ölpreis seit den 1970er Jahren konstant gestiegen. Politische und ökonomische Krisen wie zum Beispiel die Finanzkrise im Jahr 2008 beschleunigen diese Entwicklung noch einmal.

    Denn bereits auf die Möglichkeit eines Lieferengpasses reagieren die Märkte sehr empfindlich. So kostete ein Barrel Rohöl aus der Nordsee im Sommer 2008 etwas mehr als 140 US-Dollar – ein historischer Höchststand. Nach der Finanzkrise konnte sich der Ölpreis zwar wieder fangen, generell hat die Ölpreistendenz in den letzten Jahrzehnten allerdings zu einer sehr starken Heizölpreisentwicklung geführt, die Endverbraucher deutlich zu spüren bekommen. Allerdings gehören internationale Krisen nicht zu den einzigen Faktoren, die den Ölpreis beeinflussen. Generell wird zwischen langfristigen und kurzfristigen Einflüssen unterschieden.

    Langfristige Faktoren für die Ölpreistendenz

    Für die langfristige Ölpreistendenz spielt vor allem die Verfügbarkeit des Rohstoffes eine tragende Rolle. Werden neue Ölfelder erschlossen oder Fördermethoden entwickelt, um auch besonders schwer zugängliche Felder zu erschließen, gelangt insgesamt mehr Erdöl auf den Markt. Dies macht sich auch in der Heizölpreisentwicklung bemerkbar. Da weltweit immer mehr Erdöl benötigt wird, um auch die steigende Nachfrage von Schwellenländern wie China zu bedienen, sind Heizölpreise momentan wesentlich höher als zum Beispiel in den 1990er Jahren. Die globale Konjunktur gehört also auch zu den langfristigen Faktoren – ebenso wie die Kosten für Förderung und Transport sowie die Besteuerung in dem jeweiligen Land.

    Heizölpreisentwicklung: Kurzfristige Markteinflüsse

    Da der Heizölpreis vom Ölpreis abhängig ist, entscheiden auch kurzfristige Faktoren wie zum Beispiel der aktuelle Dollarkurs über die Preisentwicklung. Ist der Dollar eher schwach im Vergleich zum Euro, kann Rohöl besonders günstig nach Europa importiert werden. Kurzfristige Auswirkungen kann auch die politische Situation in einem der Herstellerländer haben. Auch saisonale Preisschwankungen werden zu den kurzfristigen Faktoren hinzugezählt.

    So lässt sich mit Beginn der Heizperiode im Herbst regelmäßig ein deutlicher Preisanstieg beobachten, da dann die Nachfrage nach Heizöl besonders hoch ist.

    So beeinflusst der Ölpreis in Zukunft die Heizölpreisentwicklung

    Trotz der krisenreichen weltpolitischen Situation ist der Heizölpreis 2014 deutlich gesunken. Experten nennen hierfür immer wieder die Erschließung neuer Förderquellen in den USA. Besonders durch das sogenannte Fracking konnten die USA ihre Förderquote deutlich erhöhen. Insgesamt ist dadurch nun mehr Öl auf dem Markt, um die Nachfrage nach dem Rohstoff zu bedienen.

    Durch neue Fördermethoden wie das Fracking werden auch in Zukunft neue Förderquellen erschlossen werden. Zwar hat sich der Ölpreis 2015 konsolidiert, nachdem er im Jahr 2014 abstürzte. Doch auch in Zukunft ist mit einer gemäßigten Ölpreistendenz zu rechnen. So wird der Ölpreis 2016 auf ein durchschnittliches Niveau klettern, das allerdings unterhalb der Höchstpreise aus den letzten Jahren liegt.