Huawei Smartphones und Tablets

Huawei

Der Deutschland-Start in Sachen Smartphone begann bei Huawei mit günstigen Android-Telefonen, die die 100-Euro-Marke knacken und so auch den kleineren Geldbeutel ansprechen. Zunehmend wendet Huawei sich aber auch hochwertigeren und leistungsstarken Modellen zu. Das chinesische Unternehmen stellt außerdem auch Surfsticks und Router her.

Hier finden Sie eine Übersicht der Smartphones und Tablets von Huawei.

Huawei: Mit Qualität und Innovation an die Spitze

Mit mehr als 53 Milliarden Euro Jahresumsatz gehört Huawei zu den größten chinesischen Unternehmen. Mit nur umgerechnet 5.000 Euro Startkapital gegründet, etablierte sich das heute 28 Jahre alte Unternehmen in kurzer Zeit zu einem der mächtigsten Telekommunikationskonzerne weltweit.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Das Geschäftsfeld von Huawei gliedert sich in drei Bereiche, die ineinander verzahnt sind: Carrier, Enterprise und Consumer.
  • Huawei produziert Smartphones für den Premium-Markt, das Tochterunternehmen Honor Geräte für die jüngere, preisbewusste Zielgruppe.
  • Mit den neuesten Entwicklungen will man langfristig an Konkurrent Apple vorbeiziehen.
Inhaltsverzeichnis

    Huawei: Die Unternehmensgeschichte

    Der medienscheue Ren Zhengfei gründete im Jahr 1987 im chinesischen Shenzhen das Unternehmen Huawei, als Chinas Regierung in den 1980er Jahren die Telekommunikationsinfrastruktur des Landes modernisierte. Sein Ziel war die Gründung eines chinesischen Telekommunikationsunternehmens, das im ausländischen Wettbewerb bestehen konnte. Zu Beginn verdiente das Unternehmen sein Geld mit dem Wiederverkauf von importierten Telefonanlagen. Zu Beginn der 1990er Jahre arbeiteten etwa 500 Mitarbeiter an der Forschung und Entwicklung eigener Technologien.

    Erste Erfolge und internationale Expansion von Huawei

    Einen ersten Durchbruch erzielte Huawei 1993 mit dem C&C08-Vermittlungssystem, das damals zu den leistungsstärksten in China gehörte. Die Technologie wurde anfangs in ländlichen Gefilden verwendet, konnte aber den Marktanteil zunehmend steigern. Im Jahr 1996 verabschiedete die chinesische Regierung eine Grundsatzentscheidung, nach der heimische Telekommunikationsanbieter gefördert werden sollten. Gleichzeitig beschränkte der Staat den Zugang für ausländische Unternehmen.

    Dadurch gestärkt, begann Huawei 1997 mit der Expansion ins Ausland. Der Konzern schloss wichtige Verträge mit ausländischen Telekommunikationsunternehmen und eröffnete weitere Forschungs- und Entwicklungszentren im Ausland. Europäischen Boden betrat Huawei im Jahr 2000, mit der Gründung eines Forschungszentrums in Stockholm.

    Plagiatsvorwürfe von Cisco an Huawei und Etablierung im Ausland

    Der Netzwerkkomponenten-Hersteller Cisco verklagte Huawei im Jahr 2002, weil die von den Chinesen vertriebenen Geräte eindeutige Plagiate von Cisco-Produkten sein sollten. Dieser Klage gab ein US-Gericht im folgenden Jahr teilweise statt, und bezog sich dabei auf die verwendete Software. Cisco und Huawei schlossen daraufhin einen außergerichtlichen Vergleich. Die internationalen Kooperationen nahmen in den folgenden Jahren immer stärker zu und 2005 erwirtschaftete das Unternehmen erstmals mehr Umsatz im Ausland als im Inland. In Deutschland ist Huawei seit 2001 tätig.

    Die erste Niederlassung befand sich im hessischen Eschborn. Inzwischen beschäftigt die Huawei Technologies Deutschland GmbH mehr als 1.800 Mitarbeiter an 18 deutschen Standorten. Weltweit beschäftigt der chinesische Anbieter von Informationstechnologie und Telekommunikationslösungen etwa 170.000 Mitarbeiter und ist mit seinen drei Geschäftsbereichen Carrier Network, Enterprise Business und Consumer Business in mehr als 170 Ländern tätig.

    Mehr als nur ein Handy-Hersteller

    Trotz aller Bemühungen hat Huawei immer noch ein marketingtechnisches Problem, denn das Unternehmen gilt eher als stiller IT-Dienstleister. In Umfragen nach bekannten Computerfirmen fallen die bekannten Namen Apple, HP, Dell oder IBM – selten jedoch der Name des chinesischen Konzerns. Dabei ist Huawei ein wichtiger Anbieter von IT- und Telekommunikations-Lösungen für große Unternehmen, Internetprovider und Behörden aus allen Branchen.

    Die Geschäftsfelder von Huawei Technologies

    Das Geschäft des Unternehmens gliedert sich in drei große Bereiche:
    1. Carrier: Dieser mit Abstand finanzstärkste Bereich beinhaltet Lösungen für die Netzwerkinfrastruktur. In Deutschland werden unter anderem Telekommunikationsanbieter wie die Deutsche Telekom oder Vodafone beliefert. Zu den Produkten gehören beispielsweise Antennen für kabellose Breitbandnetze sowie optische Übertragungssysteme.
    2. Enterprise bietet Lösungen für Geschäftskunden an und gilt als Schwerpunkt der Geschäftspolitik: Zur Produktpalette gehören unter anderem Hard- und Software für die Infrastruktur von Netzwerken, das Cloud Computing und das Rechenzentrumsmanagement. Im Angebot sind hier Router, Switches, Gateways, Storage-Systeme, Blade- oder Rack-Server, Telepresence-Installationen, Management- und Security-Software und vieles mehr. Zu den Kunden gehören beispielsweise die Deutsche Bahn oder SAP. Das Forschungszentrum CERN in der Schweiz wurde ebenfalls von Huawei versorgt.
    3. Consumer bezeichnet die Sparte der Endgeräte: In diesen Sektor fallen vorrangig Smartphones und Tablets. Huawei gilt heute als der drittgrößte Hersteller von Smartphones weltweit. Außerdem entwickelt das Unternehmen Artikel für den mobilen Internetzugang.

    Smartphones: Huawei und Honor

    Huawei brachte 2009 das erste Smartphone auf den Markt, in Deutschland werden seit 2011 Smartphones, Tablets und auch eine Smartwatch des Herstellers angeboten. Zu Beginn produzierte der Konzern Smartphones für die Einsteiger- und die Mittelklasse. Wenig später wandte man sich dann dem hochwertigen Smartphone-Segment zu. 2015 schließlich betrat Huawei den Premium-Markt mit Geräten wie dem Huawei P8 und dem Huawei Mate S. Mit dem Huawei G8 positionierte man sich zudem ganz oben im Mittelklasse-Segment. Durch die Konzentration auf den Premium-Markt gewann der nun weltweit drittgrößte Hersteller (nach Samsung und Apple) zunehmend an Popularität. Seit 2013 vertreibt Huawei für den deutschen und europäischen Markt zudem Smartphones unter dem Namen des Tochterunternehmens Honor.

    Was die Smartphone-Marken Huawei und Honor unterscheidet

    Mit den Smartphones der Marke Honor, die nur über den Online-Handel vertrieben werden, möchte das Unternehmen vor allem junge Nutzer ansprechen. Honor-Smartphones glänzen in erster Linie mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch auch im Bereich der Innovation punkten die Geräte, etwa mit dem Force-Touch-Display des Honor Mate S. Huawei soll hingegen auch in Zukunft weiter als Premium-Marke ausgebaut werden. Als bevorzugte Zielgruppe werden Manager und andere Anwender aus dem Business-Segment genannt. Bei den Huawei-Smartphones werden höherwertige Materialien als bei Honor verwendet, zudem setzt der Hersteller auf futuristisches Design und überzeugt mit besonders exklusiver Hardware.

    Huawei: Der größte Konkurrent von Samsung und Apple

    Der Handy-Markt ist ständig im Wandel. Vor zehn Jahren noch beherrschten ihn Nokia, Motorola und Sony Ericsson, bis sie von Apple und Samsung abgelöst wurden. 2009 erschien Huawei mit seinem ersten Android-Smartphone auf der Bildfläche. Bekannt wurde das Unternehmen zunächst durch günstige Smartphones beim Discounter. Mittlerweile konzentriert sich das Unternehmen auf die obere Mittel- und die Premiumklasse. So brachte man beispielsweise mit dem Huawei Mate 9 eines der besten Android-Smartphones auf den Markt, das es durchaus mit den großen Konkurrenten Samsung und Apple aufnehmen kann: Das Handy überzeugt mit einem 5,9 Zoll großen IPS-LCD-Display mit Full-HD-Auflösung.

    Mit Innovation an Apple vorbei

    Die aktuelle Schöpfung, das Huawei P10 lite, überzeugt in der oberen Mittelklasse durch grundsolide Leistung und starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die P-Reihe sorgt regelmäßig für Aufsehen. Im letzten Jahr zeigte der Hersteller erstmals – mit dem Huawei P9 und dem Huawei P9 Plus – die Doppelkamera, die das Unternehmen in Kooperation mit Leica entwickelte. Genau diese Innovationen sind es, mit denen die Chinesen 2017 an Apple vorbeiziehen wollen. Zwischen zehn und 15 Prozent des Unternehmensumsatzes investiert Huawei in Forschung und Entwicklung.

    So hat das Unternehmen zum Beispiel im Jahr 2015 mehr Geld für Forschung und Entwicklung ausgegeben als Apple (9,2 Milliarden versus 8,1 Milliarden Dollar). Der neueste Clou befindet sich gerade in der Entwicklung und orientiert sich am derzeitigen Smartphone-Trend randloser Displays. So bestätigte Huawei-Chef Yu Chengdong in einem Interview, dass ein Smartphone ohne vorderen Gehäuserand in Arbeit sei, dessen Display die komplette Vorderseite einnimmt. Das bedeutet auch, dass kein physischer Button, keine Kamera und kein Lautsprecher an der Vorderseite mehr zu finden ist. Wo diese Funktionen künftig eingebaut werden sollen, ist noch nicht bekannt.

    Eigenes Betriebssystem für die Smartphones?

    Auch wenn Innovation der wichtigste Motor für den Weg nach oben ist, will das Unternehmen laut Aussage von Richard Yu, CEO von Huawei, zunächst an Googles Betriebssystem Android festhalten. Das gelte jedoch nur unter der Voraussetzung, dass Android so offen bleibe, wie es derzeit ist. Ob Huawei auch in Zukunft Android treu bleibt, hängt damit also weniger von den eigenen Bestrebungen ab, eine neue Plattform zu gründen, als vielmehr von den Plänen von Google. Samsung reagierte bereits mit seiner Android-Alternative Tizen OS, Gerüchten zufolge soll der Notfallplan von Huawei – Kirin OS – bereits ebenfalls in der Schublade schlummern.