Liberalisierung Gasmarkt

Die Liberalisierung des Gasmarkts begann bereits 1998 mit einer Novelle des Energierechts. Zu diesem Zeitpunkt wurde dem Verbraucher in Aussicht gestellt, künftig seinen Gasanbieter frei wählen zu können. Im Gegensatz zum zeitgleich liberalisierten Strommarkt fanden sich jedoch keine Anbieter, die sich dem Wettbewerb mit den bisher dominierenden Großkonzernen stellen wollten.

Inhalts­verzeich­nis

    Liberalisierung: Gasmarkt im Wettbewerb

    Für neue Anbieter war ein Einstieg in den Gasmarkt zu unübersichtlich, an zu viele Bedingungen geknüpft und zu teuer. Erst im Juli 2005 bekam die Bundesnetzagentur die Aufsicht über das deutsche Gasnetz, sodass fortan auch kleinere Anbieter einen diskriminierungsfreien Zugang zum Gasnetz erhalten haben. Zudem müssen Netzbetrieb und Gasverkauf unabhängig voneinander gemacht werden. Am 1. Oktober 2006 kam es dann zur praktischen Liberalisierung. Gasmarkt und Strommarkt waren nun gleichermaßen dem freien Markt unterworfen.

    Liberalisierung – Gasmarkt bleibt unübersichtlich

    Heute gibt es in Deutschland etwa 700 Gasanbieter, von denen die meisten ausschließlich regional tätig sind und als Stadtwerke auch Strom und Wasser anbieten. Die große Zahl der Gasanbieter ergibt sich aus der langen Tradition von Gas als Energielieferant. Durch die Liberalisierung des Gasmarkts haben Endkunden nun die Möglichkeit, aus verschiedenen Anbietern den für sie günstigsten zu wählen. Im Gegensatz zum Strommarkt ist die Auswahl der Gasanbieter jedoch weiterhin begrenzt und so auch der aus der Öffnung erhoffte Wettbewerb weniger ausgeprägt als gedacht. Trotz klarer Regelungen und der Aufsicht durch die Bundesnetzagentur finden Netzbetreiber Möglichkeiten, neuen Anbietern den Zugang zum Gasmarkt zu erschweren, ungeachtet der Liberalisierung. Gasmarkt-Neulingen werden häufig Lieferkapazitäten verwehrt, sodass in den meisten Regionen neben dem Grundversorger nur ein weiterer Gasanbieter zur Verfügung steht. Dadurch findet der erhoffte Wettbewerb bei der Versorgung von Privatkunden mit Energie kaum statt und die daraus resultierenden Preissenkungen für den Verbraucher bleiben aus. Ähnlich wie die Strompreise sind auch die Preise für Erdgas in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Grundlage hierfür sind steigende Preise für die Beschaffung von Gas sowie die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis, die sogenannte Ölpreisbindung. Seit März 2010 gilt jedoch eine Regelung, nach der sich die Preise für Gas nicht mehr ausschließlich am Ölpreis orientieren dürfen.

    Essential Facility-Theorie

    Eine Grundlage der Liberalisierung am Gasmarkt ist die sogenannte Essential Facility-Theorie. Nach dieser können Monopole nur für den Teil der Wertschöpfungskette gelten, bei denen die Errichtung von Konkurrenzeinrichtungen volkswirtschaftlich nicht lohnenswert ist. Diese müssen also vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, trotz Liberalisierung. Gasmarkt und Strommarkt unterliegen dieser Theorie bei den Versorgungsleitungen und -netzen. Eine parallele Errichtung weiterer Versorgungsnetze ist unrentabel. Um trotzdem einen gewissen Wettbewerb zu schaffen, müssen die vorhandenen Einrichtungen gegen die Entrichtung von Nutzungsentgelten auch andegren Anbietern zugänglich gemacht werden.

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