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Ethikbanken in Deutschland: Ethisches Investment leichtgemacht?

Ethikbanken und Ökobanken versprechen nachhaltige Geldanlagen , die das sogenannte „magische Viereck“ nachhaltiger Vermögenanlagen erfüllen: Rentabilität, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Liquidität werden miteinander ausbalanciert. So sollen Kunden mit gutem Gewissen und nachhaltigem Bewusstsein dennoch Rendite machen können. Was aber bedeutet das konkret? Welche Öko- und Ethikbanken gibt es in Deutschland? Und was zeichnet sie aus?

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Ethikbanken und Ökobanken bieten Ökofonds sowie Investitionen in nachhaltige und soziale Unternehmen.
  • Als Alternative zu konventionellen Banken versprechen sie so gute Rendite für Gelder, die in einen guten Zweck investiert werden.
  • Im Vergleich zu regulären Banken sind die Rendite bei Ethikbanken nicht notwendig geringer.

Inhalts­verzeichnis

    Die nachhaltige Bank auf dem Prüfstand

    Allgemein gesprochen ist das Konzept „alternative Bank“ in den 1970er Jahren im Zuge alternativer und ökologischer Bewegungen entstanden. Auf einen Grundsatz können sich vermutlich alle deutschen Ethikbanken einigen: Gewinne darf es nicht um jeden Preis geben. In der genauen Ausgestaltung dieses Prinzips unterscheidet sich eine „nur“ faire Bank natürlich von einer grünen Bank, einig sind sich jedoch beide in der Betonung des Nachhaltigkeitsaspektes. Jede Investition und jede Geldanlage hat nicht nur individualistischem Gewinnstreben Rechnung zu tragen, sondern ist auch in einer Verantwortung der gemeinsamen Zukunft gegenüber. Aus diesem Grund verzichten sehr viele soziale und grüne Banken darauf, in die Rüstungsindustrie oder in Hedge Fonds zu investieren. Stattdessen werden Finanzprodukte angeboten, die beispielsweise mit Investments im Sozial- oder Ökobereich einhergehen. Nicht nur sind viele angebotene Finanzprodukte dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet, zudem kennzeichnen sich manche Ethikbanken dadurch, dass sie nicht gewinnorientiert sind.

    Ökobanken- und Ethikbanken-Übersicht

    Im Jahr 2017 waren die folgenden Ethikbanken und Ökobanken in Deutschland aktiv:

    Name Gründungsjahr Beschreibung Aktivitäten und Produkte
    Bank für Sozialwirtschaft (Sozialbank) 1923 Spezialkreditinstitut für Einrichtungen, Organisationen und Unternehmen aus den Feldern Soziales, Bildung und Gesundheit Kreditinstitut mit Schwerpunkten im Bereich Bildung, Gesundheit und Soziales. Die Sozialbank richtet sich an Unternehmen und Projekte in den genannten Bereichen.
    Ethikbank 2002 Eine Zweigniederlassung der in Thüringen ansässigen Volksbank Eisenberg. Direktbank Die Ethikbank richtet sich an Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Sie bietet mit dem sogenannten „Ökokredit“ einen Sofortkredit, um umweltfreundliche Modernisierungen zu fördern.
    GLS Bank 1974 Die älteste alternative Bank Deutschlands Richtet sich an Privatkunden und Unternehmen, als anthroposophische Bank gegründet.
    Oekogeno 1988 Eine Finanzierungs- und Beratungsgenossenschaft für nachhaltiges Wirtschaften Förderung solidarischer und ökologischer Formen des Wirtschaftens. Oekogeno richtet sich an Unternehmen und Gewerbe.
    Steyler Bank 1964 Privatbank und Bank des Steyler Missionsordens Richtet sich an institutionelle und private Kunden. Fühlt sich den Zielen des Missionsordens verpflichtet: Bewahrung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit.
    Triodos Bank 1980 (seit 2009 in Deutschland) In den Niederlanden gegründet, finanziert die Triodos Bank mit den Kundeneinlagen Projekte mit kulturellem, ökologischem und sozialem Mehrwert Direktbank, die beispielsweise nachhaltige Investmentfonds und weitere ökologische Geldanlagen anbietet.
    Umweltbank 1997 Direktbank für Privatkunden Die Umweltbank finanziert mit Kundeneinlagen einzig ökologische Kreditprojekte.

    Im Ethikbanken-Vergleich führen die GLS Bank und die Umweltbank in puncto Kundenzahlen. Die beiden Geldinstitute eignen sich zudem, um den Unterschied zwischen einer Bank für Soziales, die auch Umweltprojekte fördert, und einer reinen Ökobank deutlich zu machen. Während die GLS Bank ein umfassendes Portfolio in den Bereichen Soziales, Nachhaltigkeit und Ökologie aufweist, konzentriert sich die Umweltbank gänzlich auf die Investition in ökologische Projekte. Manche Untersuchungen sehen sie darum auch als die beste Ökobank in Deutschland. Als „Vollbank“ kann sie allerdings nicht dienen: Girokonto und Kreditkarte gibt es bei der Umweltbank nicht, einzig Anlageprodukte werden von ihr vertrieben. Wenn du auf der Suche nach einer ökologischen Bank bist, die das volle Angebot hat, ist die Triodos Bank eine Option. Girokonto und Kreditkarte sind ebenso im Angebot wie Tagesgeld , Investmentfonds, Kreditkarten und Geschäftskonten .

    Was bedeuten Ökofonds und nachhaltige Investitionen in der Praxis?

    Die Ethikbanken-Liste umfasst so verschiedene Institute mit je eigenem Profil und eigener Geschichte. Was Ethikbanken über alle Unterschiede hinweg verbindet: Sie setzen ökologische, soziale und ethische Kriterien an ihre Investitionen und Kreditvergaben an. Eine klassische Nachhaltigkeitsbank würde so etwa keine Investments bei unethischen Unternehmen tätigen, die folgende Charakteristika aufweisen:

    Ausschlusskriterien gelten bei Banken, die:

    • in der Kernenergiebranche tätig sind
    • ihr Geld mit geächteten Waffen wie Streumunition oder Landminen verdienen
    • Kinderarbeit zulassen
    • durch ihre Geschäfte Arbeits-, Grund- oder Menschenrechte verletzen.

    Diese Liste kann als Minimum gelten, das für jede Ethik- und Ökobank gilt. Hinzu kommen weitere Ausschlüsse und ethisch-ökologische Kriterien, die sich jedoch von Bankhaus zu Bankhaus unterscheiden. So schließen viele Ethikbanken auch Investments in Firmen aus, die mit gentechnisch verändertem Saatgut handeln oder dieses entwickeln bzw. herstellen.

    Weitere Ausschlüsse sind beispielsweise:

    • Industrielle Tierhaltung
    • Erdöl und Kohle
    • Pornographie
    • Glücksspiel
    • Nahrungsmittelspekulation
    • Rüstungs- und Waffengüter
    • Tierversuche
    • Embryonenforschung

    Neben der Kreditvergabe und der Investition von Kundengeldern in Unternehmen wird auch der Erwerb von Staatsanleihen bei vielen Ethikbanken entsprechenden Kriterien unterworfen. So schließen manche Ethikbanken die Investition in folgende Staaten aus.

    Ausschlusskriterien bei Staaten, die:

    • Kinderarbeit nicht verbieten
    • eine Mindestpunktzahl im Korruptionsindex von Transparency International unterschreiten
    • weiterhin auf Atomkraft und fossile Energien setzen
    • das Oslo-Übereinkommen zum Verbot von Streumunition nicht unterschrieben haben.

    Wie gut sind die Konditionen bei Öko- und Ethikbanken?

    Ethik und Nachhaltigkeit klingt gut, doch was bringt eine gemeinnützige Bank dem Kunden? Diese vielgestellte Frage wurde bereits von verschiedenen Stiftungen und Instituten beantwortet. Grosso modo: Genauso viel wie konventionelle Banken. Ein Ethikbanken-Test des Magazins Finanztest aus dem Jahr 2013 kam etwa zu dem Ergebnis, dass die Angebote und Konditionen der Ethikbanken sich nicht allzu sehr von den Konditionen konventioneller Banken unterscheiden. Zum Zeitpunkt des Ökobanken-Tests bot etwa die Umweltbank 0,5 Prozent Zinsen bei ihrem Girokonto – mehr als die Commerzbank oder Santander und damit über dem Durchschnitt. Spätestens seit dem Jahr 2016 haben sich die geringen Unterschiede in der Verzinsung ohnehin nivelliert: Festgeld , Tagesgeld und Girokonto bieten bei allen Banken durchgängig unter einem Prozent Zinsen. Die andauernde Niedrigzinsphase hat somit Renditeerwartungen bei den klassischen, sicheren Geldanlagen auf ein Minimum reduziert. Darüber hinaus bieten manche Ethikbanken ihren Kunden weitere Vorteile und attraktive Angebote. So sorgte beispielsweise die GLS Bank für ein gewisses Medienecho, als sie im November 2016 die Dispozinsen für alle Privatgirokonten auf null Prozent senkte.

    Ethische Banken im Vergleich: Transparenz wird groß geschrieben

    Ein Alleinstellungsmerkmal von Ethikbanken ist ihr sehr bewusster und transparenter Umgang mit Anlagen und Investitionen. Bei konventionellen Banken wissen viele Kunden nicht genau, was mit ihrem Geld geschieht – welche Unternehmen verstecken sich hinter den Fonds, wo investiert das Geldinstitut selbst seine Gewinne? Im Unterschied dazu legen Ethikbanken viel Wert darauf, ihre Kunden zu informieren. Viele nachhaltige Banken vergeben ihre Kredite nur zweckgebunden und informieren transparent über die Gewährung wie auch über die Kriterien. Darüber hinaus erfahren Kunden nicht nur transparent, wo ihre Gelder investiert werden, sondern auch, wofür sie bei der Bank Gebühren zahlen. Alle Kontoführungsgebühren und sonstige Kosten sind offen aufgeführt. Es überrascht nicht, dass Ethikbanken dafür immer wieder ausgezeichnet werden. Im Jahr 2016 etwa wurde die GLS Bank zum siebten Mal in Folge zur „Bank des Jahres“ gewählt, so das Ergebnis der durch das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) durchgeführten Befragung. Auf den ersten Plätzen landeten auch die Ethikbank und weitere nachhaltige Banken.

    • Wie sicher ist mein Geld bei Ethikbanken?

      Eine nicht unwichtige Frage für viele Anleger betrifft die Sicherheit ihrer Geldeinlagen. In diesem Punkt gelten für konventionelle Banken und Ethikbanken dieselben Regeln. Die Banken unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung, die von der Europäischen Union vorgeschrieben ist. Das bedeutet, dass mindestens 100.000 Euro je Kunde abgesichert sind. Die meisten Ethikbanken gehen aber noch darüber hinaus: So sind die GLS Bank und die Ethikbank Mitglied in der Sicherheitseinrichtung des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

    • Was sind Ethikbanken?

      Als Ethikbanken gelten Geldinstitute, die speziellen, selbstbestimmten Regeln bei der Kreditvergabe und Investition folgen. Im Mittelpunkt steht die Investition in nachhaltige, soziale und ökologische Projekte und Unternehmen. Ausgeschlossen werden dagegen bestimmte Unternehmen, Fonds und Projekte, die – beispielsweise – in den Bereich Atomkraft, Gentechnologie oder Rüstung tätig sind bzw. in diese Bereiche investieren.

    • Was sind Ökobanken?

      Ökobanken sind Ethikbanken, die ihren Schwerpunkt in den Bereich Ökologie und Umweltschutz legen. Dadurch gibt es natürlich bestimmte Überschneidungen mit dem Portfolio der Ethikbanken. Der Unterschied ist eher graduell. Ökobanken etwa vergeben Privatkredite dezidiert zur energetischen Sanierung oder investieren ausschließlich in Ökofonds, Ethikbanken haben Ökofonds als ein Produkt unter vielen im Angebot.

    • Welcher Unterschied besteht zwischen Ökobanken und Ethikbanken?

      Zwischen Ethikbanken und Ökobanken gibt es mehr Überschneidungen als Unterschiede. Eine Ethikbank investiert in Projekte und Unternehmen, die nachhaltig, sozial und ökologisch agieren. Eine Ökobank priorisiert die ökologische Dimension. Ökologische Unternehmen arbeiten in der Regel nachhaltig, zudem spielen oftmals auch ethische und soziale Kriterien eine Rolle in der jeweiligen Unternehmenspolitik. Für dich als Kunden bedeutet die Entscheidung zwischen Ökobank und Ethikbank somit vor allem eine Schwerpunktsetzung. Einen größeren Einfluss auf die Entscheidung könnten allerdings die Produkte der Banken haben. So sind nicht alle Ökobanken Universalbanken: Sie vergeben etwa nur Kredite oder bieten Tagesgeld- und Festgeldanlagen – das klassische Girokonto jedoch gehört nicht zum Angebot.

    Welche Produkte bieten Ökobanken?

    Die Angebote unterscheiden sich von Bank zu Bank. In der Regel entspricht das Angebot aber den Leistungen einer konventionellen Bank – nur erweitert bzw. eingeschränkt durch das Nachhaltigkeitsparadigma. Die Umweltbank – die bekannteste Ökobank Deutschland – beispielsweise bietet die folgenden Produkte.

    Produkte der Umweltbank

    • Kredite und Finanzierungen
    • Altersvorsorge
    • Wertpapiere
    • Sparanlagen

    Viele Ökobanken bieten auch Kreditkarten und Girokonten.

    Welche Produkte bieten Ethikbanken?

    Ethikbanken unterscheiden sich in ihren Produkten kaum von konventionellen Banken. Auch bei der nachhaltigen Bank gibt es beispielsweise die folgenden Produkte.

    Produktpalette nachhaltiger Banken:

    • Girokonto
    • Kreditkarte
    • Sparanlagen wie Festgeld, Tagesgeld, Fonds
    • Investmentfonds
    • Geschäftskonto

    Die wichtigsten Finanzprodukte

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