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Dispozins: Wichtiges Kriterium bei der Wahl des Girokontos

Der Dispositionskredit ist ein Kredit, der im Zusammenhang mit einem Girokonto vergeben wird. Er berechtigt den Kontoinhaber, sein Konto innerhalb des gewährten Verfügungsrahmens negativ zu belasten. Dafür wird ein Dispozins fällig, der bei den meisten Banken deutlich höher ist als beispielsweise die Zinsen für einen Ratenkredit. Der Dispokredit sollte daher nicht dauerhaft in Anspruch genommen werden.

Das Wichtigste zusammen­gefasst

  • Dispozinsen werden von jeder Bank eigenverantwortlich festgelegt.
  • Wird das Konto über den vereinbarten Rahmen hinaus überzogen, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen deutlich über dem Dispozins.
  • Ist das Konto dauerhaft im Minus, lohnt sich eine Umschuldung, um den teuren Dispozinsen zu entgehen.

Inhalts­verzeichnis

    Der Dispokredit ist bei Verbrauchern sehr beliebt

    Der Dispokredit wird von den Deutschen gerne und häufig genutzt. Im Jahr 2016 hatten die deutschen Kontoinhaber laut Angaben der Bundesbank etwa 34 Milliarden Euro Schulden bei ihren Banken allein durch Kontoüberziehungen. Bei den damaligen durchschnittlichen Dispozinsen von 10 Prozent (Stand: August 2016) bescherte das den Banken zusätzliche Einnahmen in Höhe von 340 Milliarden Euro. Eine Untersuchung von insgesamt 1.433 Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen durch die Stiftung Warentest ergab im Sommer 2016, dass die Dispozinsen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 0,3 Prozent gesunken waren. Allerdings bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass die Kunden auch wirklich weniger für die Kontoüberziehung im Rahmen des Dispos zahlen. Viele Banken haben lediglich durch eine Änderung ihrer Kontomodelle die Dispokreditzinsen reduziert, dafür aber die Kontoführungsgebühren deutlich angezogen. Möchtest du ein neues Girokonto eröffnen und dort einen Dispokredit nutzen, solltest du die Kosten dafür vorab genau überprüfen.

    Was ist ein Dispokredit?

    Ein Girokonto wird immer als Kontokorrentkonto geführt. Daraus leitet sich ab, dass das Konto sowohl Habensalden als auch Sollsalden vorsieht. Entwickelt haben sich Girokonten seit den späten 1950er Jahren, als man dazu überging, Löhne und Gehälter zu überweisen, statt sie in der Lohntüte bar zu übergeben. Seit Girokonten etabliert sind, bieten Banken und Sparkassen auch die Möglichkeit, diese im Rahmen eines Dispokredits negativ zu belasten. Die Höhe des Dispokredits richtet sich üblicherweise nach den monatlichen Geldeingängen. Er liegt oft bei dem Zwei- bis Dreifachen des durchschnittlich eingehenden Gehalts. Es sind jedoch auch individuelle Absprachen möglich, die einen kleineren Kreditrahmen einräumen, um beispielsweise einen kleinen Puffer am Monatsende zu haben, ohne jedoch in die Versuchung zu geraten, monatlich ein vielfaches des Einkommens auszugeben. Grundsätzlich ist die Volljährigkeit Voraussetzung für einen Dispokredit. Da Minderjährige vor dem Gesetz als nicht voll geschäftsfähig gelten, ist es ihnen nur gestattet, Konten auf Guthabenbasis zu führen.

    Gesetzliche Bestimmungen zu Dispozins und -kredit

    Die gesetzlichen Bestimmungen zum Dispokredit finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Es handelt sich beim Dispokredit um ein Verbraucherdarlehen, was unter anderem bedeutet, dass der Dispokredit jederzeit vollständig zurückgezahlt werden darf. Bei einem Dispositionskredit räumt die Bank dem Kontoinhaber das Recht ein, sein Girokonto in vorher festgelegter Höhe zu überziehen. Hierfür dürfen außer dem vereinbarten Dispozins keine weiteren Gebühren berechnet werden. Des Weiteren dürfen die Dispokreditzinsen maximal alle drei Monate berechnet werden. Folgende Dinge muss die Bank dem Kontoinhaber vor der Einrichtung des Dispokredits mitteilen.



    Wichtige Punkte bei der Einrichtung des Dispokredits

    • Die maximale Höhe des Dispokredits
    • Den aktuellen Dispozins als Jahreszinssatz
    • Die Bedingungen für Änderungen am Zinssatz
    • Informationen über die Beendigung des Dispovertrags

    Die ersten beiden Informationen müssen dem Kontoinhaber schriftlich zugehen, die beiden letzten dürfen auf einem Kontoauszug vermerkt werden. Auch die Mitteilung, dass ab sofort ein Dispokredit zur Verfügung steht, kann auf dem Kontoauszug stehen.

    Mehr Transparenz bei der Zinshöhe

    Seit dem 21. März 2016 ist es für Kunden leichter als bisher, die Höhe des Dispozinses einzuschätzen: Banken sind seitdem verpflichtet, die Kosten für den Dispositionskredit deutlich sichtbar und verständlich auf ihren Internetseiten zu veröffentlichen. Trotzdem kommen einige Banken dieser Pflicht bisher nur unzureichend nach. Entweder fehlt die Angabe komplett oder es werden Spannen möglicher Dispozinsen angegeben. Nicht immer ist ersichtlich, welche Bedingungen für welchen Zinssatz erfüllt sein müssen. Dennoch erleichtert diese Regelung dem Kunden die Suche nach einem neuen Girokonto mit günstigen Dispokreditzinsen.

    Die Zinshöhe variiert von Bank zu Bank

    Zur Frage, wie hoch die Dispozinsen sein müssen oder dürfen, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Die Höhe der Zinsen ist von der Bank abhängig. Möchtest du also ein neues Konto eröffnen und nutzt gerne den Dispo, solltest du dir die dafür anfallenden Kosten im Vorfeld genauer anschauen. Im Vergleich von über 1.400 Banken durch die Stiftung Warentest im August 2016 lagen die Dispozinsen zwischen ca. 4 und 13 Prozent. Das beste Ergebnis erzielte eine Direktbank mit einem Dispozins von 4,24 Prozent, auf dem letzten Platz landete eine regionale Bank in Oberbayern mit 13,75 Prozent. Generell bieten die regionalen Banken im Durchschnitt schlechtere Zinsen als überregionalen und Direktbanken. Allerdings finden sich auch einige große überregionale Banken nur im Mittelfeld wider. Die Zinshöhe für den Dispokredit richtet sich nach dem aktuellen Zinsniveau und kann von der Bank geändert werden. Fällig werden die Zinsen nur für den Betrag, der tatsächlich als Dispo in Anspruch genommen wird. Hast du also einen Dispokredit in Höhe von 5.000 Euro, bist aber nur 500 Euro im Minus, zahlst du nur für die 500 Euro Dispozinsen.

    Unterschied: Überziehung und Dispo

    Wird der Dispokredit in Anspruch genommen, wird im Allgemeinen davon geredet, dass das Konto überzogen wurde. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen der geduldeten Überziehung im Rahmen des Dispokredits und einer Überziehung, die über den Verfügungsrahmen hinausgeht. In Ausnahmefällen ist es möglich, das Konto über den geduldeten Rahmen hinaus zu überziehen. Wird eine Abbuchung erwartet, die den Verfügungsrahmen übersteigt, ist es sinnvoll, Rücksprache mit der Bank zu halten, um eine kostspielige Rückbuchung zu vermeiden. Zudem gibt es oft einen gewissen Spielraum, der aus Kulanz gewährt wird, wenn das Konto nur mit geringen Beträgen negativ belastet wird. Ist das Konto über den Verfügungsrahmen belastet, fallen Überziehungszinsen an. Diese liegen noch deutlich über den Dispozinsen.

    Verzicht auf Dispozinsen bei der GLS-Bank

    Ein besonderes Kontomodell bietet seit einiger Zeit die GLS-Bank an. Im Sommer 2016 kündigte sie an, den Dispozins auf 0,0 Prozent zu senken. Ende 2016 wurde dieses Modell in die Praxis umgesetzt, sodass die rund 210.000 Kunden der Bank künftig von Dispozinsen befreit sind, solange ihr Dispokredit nicht über 10.000 Euro beziehungsweise drei Monatsgehältern liegt. Statt auf den Dispozins setzt die GLS-Bank nun auf einen Solidaritätszuschlag von den Kunden, der zusätzlich zu den erhöhten Kontoführungsgebühren erhoben wird. Damit möchte die Bank zukunftsfähig bleiben und sich in Zeiten niedriger Zinsen eine zuverlässigere Einnahmequelle sichern. Gleichzeitig wird die Bank ein Stück weit unabhängig von den Geschehnissen am Finanzmarkt. Auf einer Mitgliederversammlung votierten Ende 2016 fast 80 Prozent der Mitglieder für eine Einführung des GLS Beitrags. Dieser beträgt für Kunden zwischen 18 und 27 Jahren 1 Euro und steigt danach auf 5 Euro pro Monat. Die Kontoführungsgebühren wurden von 2 Euro auf 3,80 Euro erhöht. Übersteigt der Dispokredit die Höhe von 10.000 Euro, fallen 7,05 Prozent Zinsen jährlich an.

    Günstiger Dispozins, teure Gebühren

    Einige Banken werben mit besonders niedrigen Dispozinsen. Diese sind jedoch auf den zweiten Blick oftmals nicht so günstig, wie es zunächst aussieht. Insbesondere bei sogenannten Premiumkonten setzen manche Banken auf hohe Kontoführungsgebühren statt satter Zinsen. Zusätzlich gibt es attraktive Extras wie eine goldene Kreditkarte. Doch für die meisten Menschen lohnen sich diese Premiumkonten nicht, selbst wenn der Dispokredit regelmäßig in Anspruch genommen wird.

    Beispielrechnung anhand eines tatsächlichen Angebots einer regionalen Bank bei einer Dispoauslastung von durchschnittlich 1.000 Euro im Monat:

    Monat­liche Konto­führungs­gebühren in € Dispo­zins in % Jahres­kosten für den Dispo in € Gesamt­kosten pro Jahr in €
    Premium­konto 15,00 5,65 56,50 236,50
    Klassik­konto 4,50 9,65 96,50 150,50

    Obwohl das Premiumkonto mit den besseren Dispozinsen wirbt, ist es in der Jahresbilanz deutlich teurer als das normale Girokonto dieser Bank. Daher sollte die Höhe der Dispozinsen kein alleiniges Kriterium für oder gegen eine Bank sein.

    Umschuldung statt Dispokredit: Günstigere Zinsen nutzen

    Da die Dispozinsen vergleichsweise hoch sind, sollte der Dispokredit nur in Ausnahmefällen in Anspruch genommen werden. Wird der Dispokredit dauerhaft genutzt oder sogar voll ausgeschöpft, ist eine Umschuldung eine gute und sinnvolle Möglichkeit, das Konto zu entlasten und die Kosten für die geliehene Summe zu reduzieren. Denn die Zinsen für einen Ratenkredit sind in aller Regel deutlich günstiger als Dispozinsen. Dies lohnt sich auch, wenn absehbar ist, dass der Dispokredit dauerhaft genutzt werden muss. Ist dein Konto sechs Monate lang mit einem bestimmten Betrag im Minus, spricht man von einem eingefrorenen Dispokredit. Hier ist die Zinsbelastung bereits deutlich spürbar, weswegen die Umschuldung eine deutliche Erleichterung darstellt.

    Kündigung durch die Bank und Kontopfändung

    Der Dispokredit kann durch die Bank jederzeit gekündigt werden, wenn dies in den AGB verankert ist. Für eine fristlose Kündigung müssen jedoch triftige Gründe vorliegen. Dies ist beispielsweise die wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse des Kontoinhabers. Auch wenn eine Zwangsvollstreckung gegen den Kontoinhaber eingeleitet wird, kann die Bank den Dispokredit mit sofortiger Wirkung kündigen. Der geschuldete Betrag ist dann sofort fällig. Im Falle einer Pfändung darf theoretisch der Betrag gepfändet werden, der von der Bank als Dispokredit schriftlich zur Verfügung gestellt wurde. Beträge, die als Kontoüberziehungen geduldet werden, sind hiervon nicht betroffen. In der Praxis darf der Gläubiger jedoch nicht selbst auf den Kreditrahmen zugreifen. Damit ein Betrag gepfändet werden kann, muss der Kontoinhaber diesen selbst abrufen, also abheben oder überweisen.

    Neben dem Dispozins beim Girokonto-Vergleich auf weitere Punkte achten

    Bei einem Girokonto-Vergleich ist die Höhe der Dispozinsen ein wichtiges Kriterium, wenn du dein altes Girokonto kündigen und stattdessen ein neues eröffnen möchtest. Es gibt jedoch noch weitere Aspekte, die eine Rolle spielen sollten, etwa das Serviceangebot und die Verfügbarkeit von Bargeld an Automaten. Vor allem bei kleineren Banken ist es gut, darauf zu achten, dass man an vielen Geldautomaten kostenlos Geld abheben kann. Möchtest du ein kostenloses Girokonto eröffnen, solltest du nach versteckten Kosten Ausschau halten, etwa Transaktionsgebühren für Überweisungen ins In- und Ausland oder kostenpflichtige Einzahlungen am Automaten.

    Kunden-Bewertungen

    • 5 / 5
      Alles war sehr einfach. Der Vergleich zwischen Anbieter sehr übersichtlich, Top!
    • 4 / 5
      Nichts Auffälliges. Etwas magere Informationen. Sonst ok.
    • 5 / 5
      schneller und reibungsloser Wechsel
    • 5 / 5
      Schnell,probleml

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