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Dispokredit: Zeitlich begrenzte Überziehung des Girokontos

Der Dispositionskredit, oft als Dispokredit oder Dispo abgekürzt, ist der in Deutschland gebräuchlichste Kredit – nach einer im Auftrag der ING-DiBa durchgeführten repräsentativen Umfrage nutzen rund 43 Prozent der Befragten den Dispokredit mehrmals im Jahr. Zur Überbrückung kurzfristiger finanzielle Engpässe stellt der Dispokredit eine einfache und praktische Lösung dar. Für eine dauerhafte Nutzung aber sind die meisten Dispokredite zu teuer.

Das Wichtigste zusammengefasst
  • Der Dispokredit ist eine in der Maximalhöhe begrenzte Überziehung des Girokontos.
  • Er bietet den Kunden Flexibilität, da mit ihm Geld geliehen werden kann, ohne dafür einen Ratenkredit aufzunehmen.
  • Die meisten Banken verlangen hohe Dispozinsen. Verbraucher, die den Dispo regelmäßig nutzen, können Zinsen sparen, wenn Sie den Dispokredit in einen Ratenkredit umwandeln.
Inhaltsverzeichnis

    Der Dispokredit: Bonitätsgebundener Kredit mit hohen Zinsen

    Der Dispokredit steht prinzipiell allen Inhabern eines Girokontos zu, die einen regelmäßigen Gehaltsnachweis vorweisen können. Seine Höhe bestimmen Banken in der Regel in Relation zum Einkommen. So sind Kreditrahmen in Höhe des zwei- bis dreifachen Nettolohns möglich. Der Dispokredit muss im Unterschied zu anderen Kreditarten in der Regel nicht explizit beantragt werden; der Kontoinhaber stimmt dem Dispovertrag automatisch zu, wenn er sein Konto überzieht und damit den Dispo in Anspruch nimmt. Der Dispokredit ist komfortabel, er erfordert keine gesonderten Anträge und wird oftmals schon eingerichtet, wenn Sie als Verbraucher ein Girokonto eröffnen. Trotzdem bringt er auch mögliche Gefahren mit sich: Die Zinsen für Dispokredite liegen laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest bei durchschnittlich zehn Prozent. Damit ist diese Kreditform deutlich teurer als andere Darlehen. Wer den Dispokredit regelmäßig in Anspruch nimmt, sollte darüber nachdenken, ihn durch einen Ratenkredit abzulösen. Alle weiteren wichtigen Informationen zum Dispokredit finden Sie hier!

    Was ist ein Dispokredit?

    Bei einem Dispokredit handelt es sich um eine von der Bank eingeräumte Überziehungsoption beim Girokonto. Der Inhaber des Kontos kann den Kreditrahmen beliebig nutzen, Zinsen fallen für die genutzte Summe und die Dauer der Nutzung an. Zumeist liegt der Zinssatz für den Dispokredit relativ hoch – die von deutschen Banken erhobenen Zinsen liegen im Durchschnitt bei zehn Prozent. Der günstigste Dispokredit hatte vor einem halben Jahr Zinsen von ca. fünf Prozent, wie die Stiftung Warentest in einer Erhebung feststellte (Stand: November 2016). Ob Sie einen Dispo haben und welcher Zinssatz für die Nutzung anfällt, können Sie Ihren Kontounterlagen entnehmen. Beim Online-Banking ist zudem aus den Kontoinformationen ersichtlich, wie hoch der Dispo ist.

    Wer bekommt einen Dispokredit?

    Einen Dispokredit bekommen Personen, die ein Girokonto mit regelmäßigem Gehaltseingang haben. Viele Banken richten einen Dispokredit aber auch für Studenten, für Rentner oder für Azubis ein. Letztlich spielen viele Faktoren bei der Einrichtung eines Dispokredits bzw. der Stattgabe eines Antrags auf Dispokredit eine Rolle. So haben langjährige Bestandskunden oftmals bessere Chancen auf einen Dispokredit. Zudem wird ein Dispokredit oftmals auch jüngeren Kunden angeboten – etwa für Schüler oder Studenten. Hier ist nicht zuletzt die Kundenbindung ein Grund für die Einräumung eines Dispos. Ein Dispokredit für das Geschäftskonto ist ebenso möglich wie ein Dispo für Unternehmen. Schwieriger ist die Situation für Freiberufler, für Selbstständige und für Arbeitslose. Bei diesen Gruppen sind Banken traditionell vorsichtiger mit der Einräumung von Krediten im Allgemeinen.

    Girokonto-Geldscheine

    Was passiert bei einer Überziehung des Dispokredits?

    Eine Überziehung des Dispokredits ist nicht unbedingt möglich. Jedoch kann es sein, dass Ihre Bank einer Abbuchung, die den Dispo überziehen würde, dennoch zustimmt. Dies nennt sich „geduldete Kontoüberziehung“. Für den Betrag der geduldeten Überziehung fallen Überziehungszinsen an, die nochmals teurer als der Dispokredit sind: Die Zinssätze für Überziehungen liegen oftmals bei zwölf bis 16 Prozent. Mit der geduldeten Überziehung sollten Sie bei der Finanzplanung nicht rechnen; die Entscheidung liegt einzig bei der Bank und aus einer einmal genehmigten Überziehung folgt nicht, dass eine wiederholte Überziehung im Folgemonat wieder genehmigt wird. Ist für Sie absehbar, dass durch eine Lastschrift oder Überweisung der Dispokredit überzogen wird, sollten Sie rechtzeitig Rücksprache mit Ihrer Bank halten.

    Was benötige ich für einen Dispokredit?

    Für einen Dispokredit benötigen Sie ein Girokonto und – in der Regel – ein regelmäßiges Einkommen. Zudem wird bei Neueinrichtung eines Dispokredits oftmals eine Schufa-Abfrage getätigt. Einen Dispokredit ohne Schufa und ohne Gehaltsnachweis bekommen Kunden bei den wenigsten Banken eingerichtet. Da Banken bei der Einrichtung eines Dispokredits eine gewisse Kulanz haben, bekommen langjährige Bestandskunden, deren finanzielle Situation den Banken bekannt ist, gelegentlich auch ohne festen Gehaltseingang einen – wenn auch zumeist geringen – Kreditrahmen eingerichtet. Ein Dispokredit mit Arbeitslosengeld, mit BAföG oder mit Hartz 4 ist somit durchaus möglich.

    Was kostet ein Dispokredit?

    Um die Kosten eines Dispokredits zu ermitteln, müssen Sie die Dispokredit-Zinsen berechnen.

    Entscheidend für die Kosten eines Dispokredits sind die folgenden Faktoren:
    1. Summe des genutzten Dispokredits (S)
    2. Zinssatz (Z)
    3. Dauer der Nutzung (D)

    Da der Zinssatz als Jahreszinssatz (vermerkt durch die Abkürzung p. a.) angegeben wird, die meisten Kunden den Dispo jedoch nicht über ein Jahr hinweg dauerhaft nutzen, ist eine tagesgenaue Berechnung der Zinsen notwendig. Im Folgenden finden Sie eine Beispielrechnung.

    Ein Rechenbeispiel
    • Sie nutzen von Ihrem Dispokredit 500 Euro, der Zinssatz beträgt zehn Prozent.
    • Sie reduzieren den Dispo nach einem Monat auf 200 Euro.
    • Nach einem weiteren Monat haben Sie den Dispo vollständig zurückgezahlt und sind „im Plus“.
    Die monatsgenaue Rechnung erstellen Sie wie folgt:
    • Zinsen für den ersten Monat: 500 * 0,1 * 1/12 = 4,17 Euro
    • Zinsen für die 200 Euro: 200 * 0,1 * 1/12 = 1,67 Euro

    Damit haben Sie 300 Euro für einen Monat und 200 Euro für zwei Monate zu verzinsen.

    Damit fallen für die 500 Euro insgesamt 5,84 Euro an Zinsen an. Was bei einer relativ kleinen Summe noch überschaubar ist, summiert sich bei einer dauerhaften Nutzung des Dispokredits sehr schnell: Wenn Sie 1.000 Euro Ihres Dispos über ein Jahr hinweg nutzen, fallen bei einem Zinssatz von zehn Prozent 100 Euro an Zinsen an. Darum empfiehlt es sich bei dauerhafter Nutzung, nach einer Alternative zum Dispo zu suchen oder mit einem Dispokredit-Vergleich einen günstigeren Zinssatz zu finden.

    Wie wird ein Dispokredit berechnet?

    Die Maximalhöhe des Dispokredits legt Ihre Bank anhand Ihrer regelmäßigen Gehaltseingänge fest. Üblich ist es etwa, die Höhe des Dispos beim doppelten oder dreifachen Nettogehalt festzulegen: Wenn Sie 1.500 Euro monatlich verdienen, könnte Ihre Bank Ihnen einen Dispokredit von ca. 3.000 bis 4.500 Euro gewähren. Ist Ihnen der Betrag zu gering, können Sie Rücksprache mit Ihrem Bankberater suchen, um Ihren Dispokredit erhöhen zu lassen.

    Was tun, wenn der Dispokredit gekündigt wird?

    Kommt es zu Überziehungen des Disporahmens oder einem Ausbleiben regelmäßiger Gehaltseingänge, kann die Bank Ihnen den Dispokredit kündigen. Dies kann ohne besondere Frist geschehen. Wird der Dispokredit gekündigt, sind die geschuldeten Beträge sofort fällig.

    Wann muss man einen Dispokredit zurückzahlen?

    Einen Dispokredit können Sie ohne besondere Einhaltung von Raten beliebig zurückzahlen. „Zurückzahlung“ bedeutet im Fall des Dispokredits, dass Sie ihn schlicht nicht nutzen.

    Wann lohnt sich ein Dispokredit?

    Ein Dispokredit lohnt sich, wenn Sie kurzfristig zusätzliche Geldmittel benötigen, dafür aber keinen Ratenkredit aufnehmen wollen oder können. Gerade wenn Sie den Dispo nur kurze Zeit (mehrere Wochen) in Anspruch nehmen, handelt es sich um eine flexible und einfach zu nutzende Kreditform.

    Wie kann ich einen Dispokredit abbauen oder kündigen?

    Sie können mit Ihrer Bank eine Senkung Ihres Dispokreditrahmens vereinbaren oder den Dispokredit generell kündigen. Wollen Sie einen Dispokredit ablösen, so empfiehlt sich ein Ratenkredit. Dieser ist generell sinnvoll, wenn Sie den Dispo über längere Zeit hinweg nutzen. Bei Ratenkrediten liegt der Zinssatz um rund fünf Prozentpunkte unter dem Dispozins. Das spart bares Geld und entspannt so Ihre finanzielle Situation.

    Girokonto für Rentner

    Wie beantrage ich einen Dispokredit?

    Einen Dispokredit beantragen Sie bei der Bank, bei der Sie auch Ihr Girokonto haben. Dies können Sie inzwischen bei manchen Banken direkt im Online-Banking-Bereich machen. Bei Filialbanken bietet es sich an, einen Termin mit einem Bankberater zu vereinbaren.

    Kann ich einen Dispokredit trotz P-Konto erhalten?

    Das Pfändungsschutzkonto, auch P-Konto genannt, ist ein Girokonto, das dem Schuldner den Zugriff auf den pfändungsfreien Betrag ermöglicht. Auch mit P-Konto ist ein Dispokredit möglich. Bisher ist jedoch nicht abschließend geklärt, ob der Dispobetrag ebenfalls pfändungsfrei ist.

    Wie hoch sind die Zinsen bei einem Dispokredit?

    Die Zinsen bei einem Dispokredit unterscheiden sich von Bank zu Bank. So gibt es sehr günstige Dispokredite, deren Zinssatz bei nur bei fünf bis sieben Prozent liegt, einige Banken verlangen hingegen Dispokreditzinsen von 13 Prozent und mehr. Die durchschnittliche Zinshöhe liegt laut einer Erhebung von Stiftung Warentest bei zehn Prozent (Untersuchung von August 2016).

    Wie lange dauert es, bis ein Dispokredit eingerichtet ist?

    Die Einrichtung eines Dispokredits dauert in der Regel nicht lange. In der Regel vergehen vom Antrag über die Prüfung bis hin zur Einrichtung etwa eine Woche.

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