Die Strompreisentwicklung
Strompreis Entwicklung: Einfluss durch Klimaschutz und Wettbewerb
In den letzten Jahren hat der Staat seine Einflussnahme am Strommarkt verstärkt. Einerseits steht dahinter die Absicht, einen freien Wettbewerb zu schaffen, von dem die Verbraucher in Form von geringeren Strompreisen profitieren können. Andererseits hat der Klimaschutz ebenfalls vermehrt an Bedeutung gewonnen. Da Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien oft kostenintensiv ist, fördert der Staat diese mit verschiedenen Umlagen, die in den Strompreis eingerechnet werden.
Hohe Netznutzungskosten steigern den Strompreis
Von der Liberalisierung des Energiemarktes profitierten in erster Linie die großen Konzerne, gegen die sich viele neue Anbieter nicht durchsetzen konnten. Auch jetzt ist es noch so, dass 80 Prozent des deutschen Stromes von nur vier Konzernen produziert werden, die obendrein das komplette deutsche Hochspannungsnetz betreiben. Für die Netznutzung können sie Entgelte verlangen, die aufgrund ihrer Höhe für viele kleine Anbieter ein großes Hindernis darstellen. Das Netznutzungsentgelt wird zwar staatlich reguliert, kann aber von den Netzbetreibern selbst festgelegt werden.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Konsumenten nach der Liberalisierung die Chance, sich einen neuen Stromanbieter zu suchen, nicht genutzt haben. Nur langsam entfaltet sich auf dem Strommarkt ein reger Wettbewerb, in dem die Anbieter mit Rabatten, günstigen Tarifen und Sonderaktionen um die Gunst des Stromkunden werben. Um diesen am Leben zu erhalten und bestmöglich von den günstigen Tarifen zu profitieren, sollten Konsumenten regelmäßig ihren Anbieter wechseln.
Steigende Steuern und Abgaben
- 2007 wurde die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent erhöht.
- 1999 wurde die Strom- oder Ökosteuer eingeführt, die in den ersten Jahren regelmäßig erhöht wurde und 2003 mit 0,205 Cent/kWh den derzeitigen Stand erreicht hat. Industriebetriebe zahlen eine verminderte Ökosteuer von 0,14 Cent/kWh oder sind von der Entrichtung der Steuer befreit.
- Auch die zusätzlichen Kosten durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG, 2000) wurden auf die Verbraucher umgelegt. Für die Stromkunden steigt durch den weiteren Ausbau geförderter Anlagen die EEG-Umlage noch für wenige Jahre geringfügig an, wird aber nach dem Jahr 2010 deutlich zurückgeführt. Auf welchen Wert sie sich danach einpendelt, hängt vor allem davon ab, in welchem Umfang ein Ausbau von Photovoltaik und Geothermie erfolgt. *Prognose, Quelle: vdn-berlin.de
- Stromnetzbetreiber wurden im Jahr 2000 dazu verpflichtet, Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in ihre Netze einzuspeisen und mit Beiträgen zwischen 0,97 Cent/kWh und 2,10 Cent/kWh zu vergüten. Für Industriekunden beträgt die Umlage zwischen 0,025 Cent/kWh und 0,05 Cent/kWh. Die Kosten wurden von den Versorgern auf den Verbraucher umgelegt.
- Die Konzessionsabgabe beträgt für Privatkunden zwischen 1,32 Cent/kWh und 2,39 Cent/kWh. Industriekunden zahlen 0,11 Cent/kWh oder sind von der Zahlung befreit. Die zulässigen Höchstbeträge sind in der Konzessionsabgabenverordnung (KAV) geregelt, die zuletzt 2005 geändert wurde.
Internationale Einflüsse auf die Strompreisentwicklung
Der Strompreis wird allerdings nicht nur von nationalen Faktoren beeinflusst. Auch der Weltmarkt hat Auswirkungen auf die Strompreisgestaltung in Deutschland. Wichtige Einflussgrößen sind einerseits der Rohölpreis und andererseits die weltweite Klimaschutzbewegung, die im Emissionshandel mündete.













