Das deutsche Stromnetz ist im Verlauf von über 100 Jahren historisch gewachsen und hat sich letztendlich zum deutschen Verbundnetz entwickelt. Dabei wurden nach und nach die Teilnetze einzelner Erzeugungseinheiten zusammengelegt, wodurch ein hoher wirtschaftlicher Einsatz der Kraftwerke und eine verbesserte Sicherheit der Versorgung erreicht wurden. Parallel dazu entwickelte sich das heutige Höchstspannungsnetz, in dem Dreiphasenwechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz und einer Netzspannung von bis zu 400 Kilovolt übertragen wird. Diese Art der Übertragung sichert geringe Übertragungsverluste und günstige Leitungsquerschnitte bei gleichzeitig hoher übertragener Leistung.
In Deutschland sind die Übertragungsnetze der großen Netzbetreiber über nationale Kuppelleitungen und Transformatoren elektrisch miteinander verbunden. Die Einteilung der Stromnetze erfolgt in vier Spannungsebenen. Neben der bereits genannten Höchstspannung, mit der die Energie von den Kraftwerken in die Nähe der Verbraucherschwerpunkte in Form einer Grundlastversorgung übertragen wird, gibt es weiterhin die Hochspannung. Im Hochspannungsnetz wird Strom mit 50 bis 150 Kilovolt Spannung zu Ballungszentren und größeren Industrieabnehmern geführt.
Im Mittelspannungsnetz erfolgt dessen Weiterverteilung an die Transformatorenstationen des Niederspannungsnetzes. Gleichzeitig kann in dieses Netz der Strom, der in kleinen Kraftwerken erzeugt wird, eingespeist werden. Schließlich erfolgt bei den bekannten Spannungen von 220 beziehungsweise 400 Volt die Versorgung der kleineren Endverbraucher über das Niederspannungsnetz. Die gegenwärtige größte Aufgabe im Bereich des deutschen Stromnetzes ist die im Energiewirtschaftsgesetz getroffene Entscheidung, die Stromerzeugung und den Betrieb des Stromnetzes voneinander zu trennen. Dieser Prozess ist mittlerweile in Bewegung gekommen.