Ökostrom
Strom aus Windenergie, Solarkraft & Co.
Eine einheitliche Definition für den Begriff „Ökostrom“ gibt es bislang nicht. Im alltäglichen Gebrauch wird unter Ökostrom umweltschonend hergestellter Strom verstanden. Damit ist meist Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Windenergie, Wasserkraft, Solarenergie oder Biomasse gemeint, aber auch das Verfahren der Kraft-Wärme-Kopplung wird als umweltschonend angesehen. Hier werden zwar fossile Brennstoffe verfeuert, jedoch haben KWK-Anlagen grundsätzlich einen hohen Effizienzgrad, so dass wenig Energie verloren geht. So spricht der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) beispielsweise von „Ökostrom“, wenn mindestens 50 Prozent der Energie aus erneuerbaren Energiequellen und der Rest aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) stammen.
Ökostrom: Raus aus der Nische
Der Trend zu mehr Umweltbewusstsein findet immer mehr Befürworter und so ist Ökostrom mittlerweile zu einem untrennbaren Bestandteil des deutschen Strommarktes geworden. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kommen heute rund 17 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Damit hat sich der Anteil von Ökostrom am Elektrizitätsmix in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt – ein kleiner Schritt auf dem Weg zur propagierten Energiewende, aber ein Quantensprung, dreht man das Rad der Geschichte um nur zwei Jahrzehnte zurück.
Damals, am Beginn der 1990er Jahre, als der Bundestag mit dem Stromeinspeisungsgesetz den ersten Vorläufer des heutigen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verabschiedete, fristete der Ökostrom in Deutschland ein Nischendasein. Magere 3,6 Prozent des Stroms wurden regenerativ erzeugt – fast ausschließlich aus vorhandener Wasserkraft. Windräder und Solarkollektoren, die heute weite Teile der deutschen Landschaft prägen, waren so gut wie unbekannt.
Ökostrom auf der Überholspur – immer mehr Ökostromangebote
Ökostrom ist mittlerweile nicht nur in aller Munde, sondern auch für jeden Verbraucher in Deutschland über zahlreiche, bundesweit oder regional agierende Anbieter verfügbar. Haushaltskunden haben heute die Wahl zwischen Dutzenden von Unternehmen, die Ökostromtarife anbieten. Dieser anhaltende Trend bestätigt sich auch auf der Verbraucherseite. So wählen mittlerweile über 30 Prozent der Stromwechsler einen Ökostromtarif – Tendenz steigend. Die Entwicklung am Strommarkt zeigt zudem, dass die Stromversorger ebenfalls auf den zunehmenden Kundenwunsch nach Ökostrom reagieren und entsprechende Ökostromtarife anbieten. Neben reinen Ökostromanbietern wie LichtBlick oder NaturStrom werden zunehmend lokale Stadtwerke und überregionale Wettbewerber auf dem Markt aktiv, die zusätzlich zu ihren konventionellen Stromtarifen auch Ökostromprodukte für den wechselwilligen Kunden bereitstellen.
Ökostrom-Zertifikate helfen bei der Wahl des richtigen Tarifs
Obwohl es in Deutschland noch kein einheitliches Qualitätssiegel für Ökostrom gibt, können sich Verbraucher bei der Wahl eines Ökostromtarifs an den vorhandenen Ökostrom-Zertifikaten orientieren. Die strengsten Kriterien haben derzeit das „ok-power Label“ sowie das „Grüner Strom Label“, die sowohl die Herkunft des Ökostroms bescheinigen als auch einen zusätzlichen Umweltnutzen durch den Neubau von Ökoanlagen durch den Betreiber garantieren.













