Der Strompreis für Industriebetriebe ist während der letzten Jahre stark gestiegen. Die Kosten für Strom machen den Großteil der gesamten industriellen Energiekosten aus, in stromintensiven Branchen liegen sie sogar noch über den Lohnkosten. Im europäischen Vergleich müssen deutsche Gewerbekunden aktuell die fünfthöchsten Strompreise bezahlen.
Nach der Liberalisierung des Strommarktes 1998 fielen zunächst die Strompreise. Doch wie auch
Privatkunden waren Industrieunternehmen von steigenden Steuern und Abgaben betroffen. Ökosteuer sowie EEG- und KWK-Umlage werden auch auf den Strompreis für Gewerbekunden aufgeschlagen, wenn sie auch anders gestaffelt sind. Eine große Belastung ergibt sich auch aus dem Emissionshandel. Der hohe Rohölpreis hat in den letzten Jahren ebenfalls zu einer Erhöhung des Strompreises geführt. Ebenso haben die hohen Netznutzungskosten den Strompreis negativ beeinflusst, denn sie behindern die Entfaltung eines freien Wettbewerbs.
Die Erfolge der Liberalisierung waren durch diese Entwicklungen schnell aufgezehrt, umso mehr, als auch der Wettbewerb auf dem Strommarkt hinter den Erwartungen zurückblieb. Deshalb sollten sowohl Privat- als auch Gewerbekunden ihr Recht zum Stromanbieterwechsel wahrnehmen - nur so kann sich ein lebhafter Wettbewerb entwickeln.