21. August 2010 - Allianz übernimmt 80 Immobilien von Großdiscounter

Nach grünem Licht vom Bundeskartellamt hat der Versicherungskonzern Allianz die Übernahme von rund 80 Immobilien des Discounters Aldi Süd unter Dach und Fach gebracht. Die Filialen verteilen sich auf Bayern, Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland- Pfalz, wie die Allianz Real Estate GmbH Ende der Woche in München mittelte. Über das Investitionsvolumen sei Stillschweigen vereinbart worden.

Nähere Angaben wollte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage nicht machen. Er sagte lediglich: «Das ist eine normale Immobilieninvestition, so wie wir sie seit Monaten immer wieder tätigen.» Die Pläne für den Kauf waren bereits vor einigen Tagen bekanntgeworden.

Die Filialen sind langfristig vermietet und haben eine Verkaufsfläche von durchschnittlich 900 Quadratmeter je Objekt. «Wir wollen das Immobilienvolumen der Allianz durch Investitionen in ertragsstarke Immobilien deutlich erhöhen», sagte der Chef von Allianz Real Estate Germany, Stefan Brendgen. «Der Erwerb dieses Portfolios ist ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg, den wir konsequent weiter verfolgen werden.»

Die Allianz-Immobilientochter hat einen ihrer Schwerpunkte auf Einzelhandelsobjekte gelegt, sich bisher aber vor allem bei großen Shopping-Centern in Metropolen wie Rom, Paris und Budapest engagiert. Die Übernahme der Aldi-Süd-Filialen sei eine eher neue Form der Investition, sagte der Sprecher.

Das Unternehmen will sein gesamtes Portfolio um- und ausbauen und die Immobilienbestände inklusive Fondsinvestitionen von derzeit 17 auf 30 Milliarden Euro aufstocken. Generell gelten Immobilien in Niedrigzinsphasen wie derzeit als stetige Einnahmequelle. Darauf sind gerade Lebensversicherer, die ihren Kunden eine Zinsgarantie auf Lebens- und Rentenpolicen geben, angewiesen.

Bei Aldi Süd war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Insgesamt betreiben die Regionalgesellschaften der Aldi-Süd-Gruppe laut Internat-Angaben in West- und Süddeutschland mehr als 1780 Filialen. Hinzu kommen 2530 Filialen bei den internationalen Gesellschaften, unter anderem in den USA, Australien, Großbritannien, Irland, Österreich und Griechenland.

Die Allianz hatte das Vorhaben erst am 10. August beim Bundeskartellamt angemeldet. Eine Anmeldepflicht für solche Transaktionen beim Bundeskartellamt ergibt sich ab einer bestimmten Umsatzschwelle der beteiligten Unternehmen. Bei der Prüfung ergaben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass durch den Kauf eine marktbeherrschende Stellung entstehen oder verstärkt werden könnte, wie eine Sprecherin der Behörde Ende der Woche sagte. (dpa/mb)

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