Die Riester-Rente wird durch staatliche Förderungen und Steuervorteile unterstützt. Deshalb wurden seit Einführung schon zwölf Millionen Riester-Verträge abgeschlossen. Doch nach neuesten Zahlen aus dem Bundesarbeitsministerium wurden mittlerweile auch 950.000 Verträge wieder gekündigt. Diese Zahl enthält nur die Privatrenten-Versicherungen; gekündigte Fonds- oder Banksparpläne sind nicht mit eingerechnet. Die tatsächliche Zahl der gekündigten Riester-Verträge dürfte also noch höher liegen.
Der Hauptgrund für die Kündigungen liegt nach Regierungsangaben in einem Wechsel des Anbieters - die Kunden waren also unzufrieden. Das hat auch die Bundesfinanzaufsicht (BaFin) beobachtet. Dort registriert man ein Anwachsen der Unzufriedenheit. Im ersten Halbjahr 2008 gab es bereits 240 Beschwerden, im gesamten Jahr 2007 nur 290. Die Grünen-Politikerin und Finanzexpertin Christine Scheel fordert mehr Engagement von der Finanzaufsicht: „Die Finanzaufsicht muss endlich Ansprechpartner für die Probleme der Bürger mit Banken und Versicherungen werden. Gerade bei den Riester-Renten muss die Aufsicht viel genauer hinschauen, ob sich ein Vertrag überhaupt lohnt."
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