Gegen Ende des dritten Quartals sieht die Bilanz der gesetzlichen Krankenversicherung düster aus. Ein Soll von rund 1,5 Milliarden Euro hat sich in den ersten 9 Monaten diesen Jahres angesammelt, und das trotz guter Wirtschaftslage und hoher Beitragseinnahmen. Trotzdem zeigt man sich im Gesundheitsministerium zuversichtlich. Ein Ausgleich soll durch die zweite Rate des Zuschusses vom Bund erreicht werden. Dieser beträgt insgesamt 1,25 Milliarden Euro. Da die zweite Hälfte erst im November ausgezahlt wurde, taucht sie nicht in der Bilanz für die ersten drei Quartale auf. Weiter spekulieren die Kassen auf Mehreinnahmen aus dem Weihnachtsgeld der Versicherten.
Erfahrungswerte aus den letzten Jahren zeigen, dass ein negatives Ergebnis in den ersten drei Quartalen sich bis zum Jahresende noch ins Positive wenden kann. Grund für das schlechte Zwischenergebnis ist weniger die Einnahmesituation als vielmehr die gestiegenen Ausgaben. Obwohl die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen pro Versichertem um 2,8 Prozent stiegen, wurden sie durch den Anstieg bei den Ausgaben um 4,2 Prozent pro Kopf übertroffen. Anfang nächsten Jahres startet der Gesundheitsfonds, der das Kassensystem neu strukturieren soll. Er legt einen einheitlichen Beitrag von 15,5 Prozent fest, in dem der Sonderbeitrag von 0,9 Prozent schon enthalten ist. Diesen müssen die Versicherten selbst tragen. Alle Beiträge werden in einem gemeinsamen Fonds gesammelt, der das Geld in festen Raten monatlich an die Kassen überweist.
Ingo Bohg
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