17. Juli 2008 - Wertverlust von 250 Milliarden Euro bei DAX-Konzernen

Zeitweise war der DAX gestern bis auf 6006 Punkte abgestürzt - und damit auf den tiefsten Stand seit mehr als anderthalb Jahren. Seit Jahresanfang verlor der Leitindex rund ein Viertel an Wert. In Zahlen bedeutet das: Ein Vermögen von 250 Milliarden Euro löste sich in Luft auf.
Börsenstrategen rechnen damit, dass die Kreditkrise noch lange nicht ausgestanden ist: Allein in Amerika sind immer noch bis zu 100 Banken vom Zusammenbruch gefährdet. Die Angst vor weiteren Pleiten ließ auf der ganzen Welt Börsenkurse abstürzen. In Deutschland verloren die Kurse der Deutschen Börse, der Deutschen Bank oder der Allianz zeitweise mehr als 5 Prozent. Der DAX verlor mehr als 2 Prozent. „Ich befürchte, dass wir deutlich unter das derzeitige Niveau fallen werden", sagte Matthias Jasper, Leiter des Aktienbereichs der WGZ-Bank gegenüber der Süddeutschen Zeitung.
An den Finanzmärkten regiert derzeit die Skepsis. Die Angst vor Firmenpleiten und schwachem Wachstum lässt weltweit Börsenkurse ins Bodenlose fallen und auch der milliardenschwere Notfallplan der US-Regierung für die zwei größten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac kann die Anleger nicht beruhigen. Die beiden Hypothekenbanken, die jeden zweiten amerikanischen Hauskredit garantieren, büßten am Dienstag nach einer kurzen Kurssteigerung zeitweise erneut 20 Prozent ein. Anleger befürchten, dass das Rettungspaket nichts an der grundlegenden Ausgangslage ändern wird.

Eine Rede des US-Notenbankpräsidenten Ben Bernanke löste am Dienstag (15. Juli 2008) zusätzliche Kursverluste aus. Steigende Energiepreise, schwierige Kreditbedingungen und eine Verschärfung der Immobilienkrise stellten ein "erhebliches Risiko" für die Wachstumsaussichten dar. Der Chef-Notenbanker musste jedoch ein weiteres Mal feststellen, dass seine Versuche misslingen, die Nervosität der Anleger zu mindern.

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