Baden-Württemberg will durchsetzen, dass Banken ihre Provisionen bei Fonds und anderen Finanzgeschäften offenlegen müssen. Dadurch soll eine durchsichtige Kalkulation der Kosten auch für die Verbraucher gesichert werden, bestätigte eine Sprecherin des Stuttgarter Verbraucherschutz-Ministeriums einen Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus».
Mitte der Woche werde zunächst ein Ausschuss über den Antrag für eine Bundesratsinitiative beraten, mit deren Hilfe das Wertpapierhandelsgesetz geändert werden soll. In einem Brief an die Verbraucherminister in den anderen Bundesländern wirbt der baden-württembergische Ressortchef Peter Hauk (CDU) zudem um Unterstützung. Nach Ministeriumsangaben hat Bayern diese bereits signalisiert.
Hauk warb bei den Banken um Verständnis: «Mittelfristig könnte die Transparenz dem Standort Deutschland nutzen, weil die Kunden hier nicht mehr verschaukelt werden», sagte er «Focus». Für den Verbraucher sei es zudem entscheidend, die Motivation seines Bankberaters zu kennen. Der Kunde müsse wissen, mit welchem Kostenblock das Finanzprodukt belastet sei.
Nach Überzeugung des Stuttgarter Ministers sollten sich Provisionen künftig am Erfolg einer Anlage orientieren, außerdem sollten sie zeitverzögert bezahlt werden. «Zum Beispiel könnte sich die Provision an einem Index wie dem Dax bemessen», sagte Hauk. «Bleibt der Fonds darunter, gibt es kein Geld für den Verkäufer.» (dpa/dt)
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