Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, hat vor dem Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft umstrittene Geschäfte verteidigt, aber auch Fehler eingeräumt. In einer rund einstündigen Erklärung zeichnete Nonnenmacher Ende der Woche vor den Abgeordneten nochmals die Entwicklung der Landesbank seit dem Oktober 2007 nach, als er von außen in den Vorstand berufen wurde. Die Bank sei zu schwach kapitalisiert gewesen und habe nicht über ein Retailgeschäft verfügt, das zur Refinanzierung habe beitragen können.
Die umstrittenen «Omega»-Geschäfte, die zu vorübergehenden Abschreibungen von mehr als 500 Millionen Euro führten, seien einerseits übliche Geschäfte gewesen. «Die Transaktion bleibt aber ein Symbol für die damaligen Schwächen in den Kernprozessen der Bank», sagte der HSH-Chef. «Das interne Kontrollsystem hat versagt, die Kontrollmechanismen waren nicht ausreichend.» Mittlerweile werde der Kreditentscheidungsprozess grundsätzlich überarbeitet. Fehlentwicklungen bei den Risiken wie 2007 sollten damit künftig ausgeschlossen sein.
Die Restrukturierung der Bank sei im Plan, sagte Nonnenmacher. Dabei lasse es sich nicht vermeiden, dass die Bank noch erhebliche Verluste ausweisen werde. Das sei eingeplant. Das Jahr 2010 werde weitere erhebliche Anstrengungen mit sich bringen. Er trage als heutiger Vorstandsvorsitzender dafür Verantwortung, dass sich Fehler der Vergangenheit nicht wiederholten. Er bedauere außerordentlich, dass die Bank die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in eine schwierige Lage gebracht habe. Sie mussten das Geldinstitut 2009 mit Milliardenhilfen vorm Kollaps bewahren. «Die HSH Nordbank hat nicht immer so sorgfältig und umsichtig gehandelt, wie sie es hätte tun sollen, wie man es von ihr erwarten konnte», sagte Nonnenmacher. (dpa/dt)
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