06. Februar 2010 - Bundesbank-Vorstand: Banken sollten Gewinne nicht ausschütten

Angesichts neuer Milliardengewinne der Banken hat Bundesbank-Vorstand Hans-Helmut Kotz an die Institute appelliert, Gewinne nicht als Boni oder Dividenden auszuschütten. «Alles was in Richtung Ausschüttung geht, mithin nicht der Stärkung der Eigenkapitalbasis dient, passt nicht in das zu erwartende Umfeld. Es passt nicht, weil es nicht der Finanzstabilität dient», sagte Kotz dem Berliner «Tagesspiegel». «Gerade nach dieser beispiellosen Krise müssen die Banken ihre Gewinne dazu nutzen, sich wetterfest zu machen.» Der 52-Jährige leitet das Ressort Finanzmarktstabilität der Bundesbank und den Finanzmarktausschuss der OECD. Der Vertrag von Kotz bei der Bundesbank läuft Ende April aus.

Auf den Milliardengewinn der Deutschen Bank angesprochen sagte Kotz, die Bundesbank störe sich nicht an auskömmlichen Gewinnen. «Nur Kreditinstitute mit angemessenen Erträgen können die Wirtschaft ordentlich finanzieren.» Die Deutsche Bank hatte das Jahr 2009 mit 5,0 Milliarden Euro Überschuss abgeschlossen - nach einem Verlust von 3,9 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Kotz wies aber darauf hin, dass die Banken derzeit von den Stützungsmaßnahmen der Regierungen und den bewusst niedrig gehaltenen Leitzinsen profitieren.

Kotz kritisierte, dass aus den Banken Widerstand gegen neue Regeln für die Finanzmärkte komme. Es sei wie beim Autofahren: «Wenn die Gesamtschäden durch Unfälle zugenommen haben, steigt der Beitrag für die Haftpflicht. So wird auch die Versicherung für Banken gegen Risiken in Form von mehr Eigenkapital und höheren Liquiditätsanforderungen teurer, weil zu viel schief gelaufen ist.» (dpa/dt)

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