Die Deutsche Bank hat 2009 mit einem Milliardengewinn abgeschlossen und sieht für das laufende Jahr weiteres Wachstumspotenzial. «Auf Grund unserer Finanzstärke und unserer strategischen Positionierung sind wir für die Chancen und Herausforderungen 2010 bestens gerüstet», erklärte Konzern-Chef Josef Ackermann in einer Mitteilung des Dax-Konzerns.
Im vergangenen Jahr verdiente Deutschlands größte Bank getragen von einem dicken Plus im Investmentbanking 5,0 Milliarden Euro - und damit noch mehr als von Analysten erwartet. Damit knüpfte der Konzern an seine Rekordzeiten vor der Finanzkrise an. Im Jahr 2008 war die Deutsche Bank infolge der Finanzkrise erstmals in ihrer Geschichte in einem Gesamtjahr in die roten Zahlen gerutscht und hatte einen Verlust von 3,9 Milliarden Euro ausgewiesen.
2009 habe die Deutsche Bank bei deutlich vermindertem Risiko und mit kleinerer Bilanzsumme eine beachtliche Profitabilität erzielt, bilanzierte Ackermann. Das Institut stärkte seine Eigenkapitalbasis deutlich: Die Kernkapitalquote - das Verhältnis zwischen Eigenkapital und ausgegebenen Krediten - lag Ende Dezember bei 12,6 (Vorjahr: 10,1) Prozent.
Im vierten Quartal 2009 erzielte die Bank einen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor stand unter dem Strich ein Verlust von 4,8 Milliarden Euro - damals hatte die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Märkte weltweit erschüttert.
Trotz eines leichten Rückgangs im vierten Quartal nahm die Deutsche Bank im Investmentbanking vor Steuern 4,3 Milliarden Euro ein. Allein durch den Handel mit Wertpapieren und Währungen wurden mehr als sieben Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Geschäft mit Privatkunden und der Vermögensverwaltung, dem Problembereich der Bank, konnte das Institut einen Vorsteuergewinn von 660 (420) Millionen Euro ausweisen. Ackermann will nach der Übernahme der Privatbank Sal. Oppenheim und der Beteiligung an der Postbank vor allem den Sparkassen Kunden abjagen.
Gegenwind für das laufende Jahr erwartet die Bank mit ihren weltweit 77.053 (80.456) Mitarbeitern durch neue Regularien für die Branche. Zudem sei die Krise noch nicht vorbei, wie Ackermann sagte: «Wir erkennen einen klaren Trend zur Erholung der Wirtschaft und zur Stabilisierung der Finanzmärkte, auch wenn die Bewältigung der jüngsten Krise noch andauert.» Für ausfallgefährdete Kredite legte die Bank deutlich mehr Geld zurück als im Vorjahr: Die Risikovorsorge stieg von 1,1 Milliarden Euro auf 2,6 Milliarden Euro.
Die von Ackermann ausgegebene - und oft kritisierte - Zielgröße einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern verfehlte die Bank: Sie betrug für das vergangene Jahr 15 Prozent. Die Aktionäre sollen trotz des Milliardengewinns nur eine leicht erhöhte Dividende von 75 (50) Cent je Anteil erhalten. (dpa/dt)
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