21. Oktober 2009 - Der deutsche Energiemarkt – die wichtigsten Energieträger: Erneuerbare Energien – Biomasse

Die Energieversorgung in Deutschland wird hauptsächlich über fossile Energiequellen gewährleistet. Im Jahr 2008 wurden 82,3 Prozent der Primärenergie durch Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Kernkraft bereitgestellt. Erdöl steuert 33,8 Prozent zum Gesamtenergiemix bei. Kohle und Erdgas liegen mit 25,8 Prozent bzw. 22,7 Prozent deutlich dahinter. Die Kernenergie (11,1%) und die erneuerbaren Energien (6,6%) sind in geringerem Maße an der Bereitstellung der Primärenergie beteiligt.
Bei der reinen Stromversorgung sieht die Gewichtung jedoch ganz anders aus. Braun- und Steinkohle haben mit 42,2 Prozent den größten Anteil an der Strombereitstellung. Zu 23,5 Prozent entsteht Strom in Deutschland durch Kernkraft, während 13,9 Prozent durch Erdgas erzeugt werden.
In diesem Mix sind die erneuerbaren Energien etwas besser aufgestellt: Ökostrom macht immerhin 15,2 Prozent der gesamtdeutschen Stromerzeugung aus. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 14 Prozent. Im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll dieser Anteil weiter ausgebaut werden. Das EEG wurde im Jahr 2000 beschlossen und begünstigt den Ausbau von Energieversorgungsanlagen, die sich aus regenerativen Energiequellen speisen.

TopTarif stellt den deutschen Energiemix vor und erklärt Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen. Neben den konventionellen Energieträgern Kernkraft, Kohle, Erdgas und Erdöl setzen wir den Fokus auf die erneuerbaren Energien und erläutern im Detail die Energiebereitstellung durch Sonnenlicht, Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse.

  • Biomasse - größte erneuerbare Energiequelle in der Bundesrepublik

Bioenergie ist ein regelrechter Alleskönner: Sowohl Strom und Wärme, als auch Treibstoffe können aus fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse gewonnen werden. Als Biomasse wird all das definiert, was durch Lebewesen - Mensch, Tier und Pflanze - an organischer Substanz entsteht. Sie enthält also die Masse aller Lebewesen, der abgestorbenen Organismen und der organischen Stoffwechselprodukte. Dazu gehören unter anderem Holz, Pflanzenreste, Gülle, Schlachterabfälle sowie Rapsöl. Laut Definition der Biomassenverordnung zählen auch Biogase, die durch Faulungsprozesse bei Pflanzen und Gülle produziert werden, zur Biomasse. Zu etwa 60 Prozent stellen Mikroorganismen die Biomasse der Erde dar.
In Deutschland belegt Biomasse den ersten Platz unter den erneuerbaren Energieträgern. Rund 69 Prozent der gesamten Endenergie aus erneuerbaren Energiequellen wurde 2008 durch die verschiedenen energetisch genutzten Biomassen bereitgestellt. Dabei deckte die Bioenergie 6,6 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs. Der Anteil der Bioenergie an der Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen betrug 29 Prozent. Allein durch die Nutzung von Biomasse konnte in Deutschland im Jahr 2008 der Ausstoß von etwa 97,2 Tonnen CO2 vermieden werden.
Die technisch nutzbaren Potenziale für die weitere Nutzung der Biomasse sind ebenfalls vorhanden. Im Bereich der Land- und Forstwirtschaft stehen in Deutschland 17 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche und 11 Millionen Hektar Waldfläche für die Bereitstellung von Biomasse zur Verfügung.
Der mit Abstand wichtigste Bioenergieträger ist in Deutschland das Holz. Etwa ein Viertel der deutschen Holzproduktion wird zur Energiebereitstellung genutzt, drei Viertel werden in der Produktion eingesetzt. Hinzu kommt Alt- und Gebrauchttholz, das ebenfalls bei der Energiebereitstellung Einsatz findet. Ein wichtiger Lieferant von Biomasse für die Energienutzung ist neben der Forstwirtschaft auch die Landwirtschaft. Im Jahr 2007 wurden in Deutschland bereits 1,75 Millionen Hektar, mehr als 10 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche, für den Anbau von Energiepflanzen genutzt. Vordergründig wird dabei Raps zur Biodieselproduktion sowie Bereitstellung von Substraten für die Biogaserzeugung angebaut.
Beinahe 35 Prozent der im Bereich der erneuerbaren Energien Beschäftigten waren 2008 in der Bioenergienutzung tätig - insgesamt 95.800 Personen. Beschäftigungsschwerpunkte bilden die land- und forstwirtschaftlichen Rohstoffproduktion und die Verarbeitung von Biomasse zu Energieträgern wie Pellets, Hackschnitzel oder Biogas.

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© 2011 - TopTarif.de - 21.10.2009 Der deutsche Energiemarkt – die wichtigsten Energieträger: Erneuerbare Energien – Biomasse