Die Energieversorgung in Deutschland wird hauptsächlich über fossile Energiequellen gewährleistet. Im Jahr 2008 wurden 82,3 Prozent der Primärenergie durch Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Kernkraft bereitgestellt. Erdöl steuert 33,8 Prozent zum Gesamtenergiemix bei. Kohle und Erdgas liegen mit 25,8 Prozent bzw. 22,7 Prozent deutlich dahinter. Die Kernenergie (11,1%) und die erneuerbaren Energien (6,6%) sind in geringerem Maße an der Bereitstellung der Primärenergie beteiligt.
Bei der reinen Stromversorgung sieht die Gewichtung jedoch ganz anders aus. Braun- und Steinkohle haben mit 42,2 Prozent den größten Anteil an der Strombereitstellung. Zu 23,5 Prozent entsteht Strom in Deutschland durch Kernkraft, während 13,9 Prozent durch Erdgas erzeugt werden.
In diesem Mix sind die erneuerbaren Energien etwas besser aufgestellt: Ökostrom macht immerhin 15,2 Prozent der gesamtdeutschen Stromerzeugung aus. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 14 Prozent. Im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll dieser Anteil weiter ausgebaut werden. Das EEG wurde im Jahr 2000 beschlossen und begünstigt den Ausbau von Energieversorgungsanlagen, die sich aus regenerativen Energiequellen speisen.
TopTarif stellt den deutschen Energiemix vor und erklärt Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen. Neben den konventionellen Energieträgern Kernkraft, Kohle, Erdgas und Erdöl setzen wir den Fokus auf die erneuerbaren Energien und erläutern im Detail die Energiebereitstellung durch Sonnenlicht, Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse.
Erdgas ist ein brennbares Naturgas, das in unterirdischen Lagerstätten vorkommt. Es tritt häufig zusammen mit Erdöl auf, da es auf ähnliche Weise entsteht. Chemisch betrachtet ist Erdgas ein Gemisch, in dem das Methan überwiegt, aber auch andere leichte, gesättigte Kohlenwasserstoffe wie Ethan und Propan vorkommen. Als fossiler Energieträger dient es hauptsächlich der Beheizung von Wohn- und Gewerberäumen, als industrielle Prozesswärmeenergie, zur elektrischen Stromerzeugung und in geringem Umfang als Treibstoff für Kraftfahrzeuge.
Schon um 1000 n. Chr. wurden in China die ersten Erdgasförderungen mithilfe von Bambusrohren durchgeführt. Erst mit der Entdeckung großer Erdgasfelder in Europa Mitte der 60er Jahre gewann der Brennstoff allerdings an Bedeutung. Daraufhin stieg in nur 30 Jahren der Erdgasanteil am Primärenergieverbrauch in Europa auf über 20 Prozent.
Im Jahr 2008 wurden weltweit 3.065,6 Milliarden m³ Erdgas gefördert. Die größten Förderländer waren Russland (601,7 Milliarden m³), die USA (582,2 Milliarden m³), Kanada (175,2 Milliarden m³), Iran (116,3 Milliarden m³) und Norwegen (99,2 Milliarden m³). In Deutschland wurden 2008 insgesamt 16,4 Milliarden m³ gefördert. Das entspricht einem Rückgang von gut 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Höchststand der deutschen Förderung - 20,3 Milliarden m³ - wurde im Jahr 1979 erreicht. In Niedersachsen liegen 98 Prozent der gesamtdeutschen Rohgasreserven. Mit einem Produktionsanteil (Rohgas) von 94 Prozent ist Niedersachsen auch die Nummer Eins in der Erdgas-Förderung.
Erdgas erschöpft sich nicht in einem allmählich schwächer werdenden Ausstoßprozess wie beim Erdölvorkommen. Es stoppt ganz plötzlich aus einer hundertprozentigen Ergiebigkeit, wenn die Gasquelle entleert ist. Dadurch wird die Vorhersehbarkeit und Planbarkeit eines Vorrats erheblich reduziert. Die statische Reichweite der geschätzten sicheren und wahrscheinlichen Erdgasreserven betrug am 1. Januar 2009 noch knapp 12 Jahre.
Durch die geringen Verunreinigungen ist die Verbrennung von Erdgas generell sauberer als die anderer fossiler Brennstoffe. Trotzdem tragen Förderung, Transport und Verarbeitung zur Freisetzung der Treibhausgase Methan und Kohlendioxid bei.
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