06. Oktober 2009 - Der deutsche Energiemarkt – die wichtigsten Energieträger: Kohle

Die Energieversorgung in Deutschland wird hauptsächlich über fossile Energiequellen gewährleistet. Im Jahr 2008 wurden 82,3 Prozent der Primärenergie durch Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Kernkraft bereitgestellt. Erdöl steuert 33,8 Prozent zum Gesamtenergiemix bei. Kohle und Erdgas liegen mit 25,8 Prozent bzw. 22,7 Prozent deutlich dahinter. Die Kernenergie (11,1%) und die erneuerbaren Energien (6,6%) sind in geringerem Maße an der Bereitstellung der Primärenergie beteiligt.
Bei der reinen Stromversorgung sieht die Gewichtung jedoch ganz anders aus. Braun- und Steinkohle haben mit 42,2 Prozent den größten Anteil an der Strombereitstellung. Zu 23,5 Prozent entsteht Strom in Deutschland durch Kernkraft, während 13,9 Prozent durch Erdgas erzeugt werden.
In diesem Mix sind die erneuerbaren Energien etwas besser aufgestellt: Ökostrom macht immerhin 15,2 Prozent der gesamtdeutschen Stromerzeugung aus. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 14 Prozent. Im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) soll dieser Anteil weiter ausgebaut werden. Das EEG wurde im Jahr 2000 beschlossen und begünstigt den Ausbau von Energieversorgungsanlagen, die sich aus regenerativen Energiequellen speisen.

TopTarif stellt den deutschen Energiemix vor und erklärt Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen. Neben den konventionellen Energieträgern Kernkraft, Kohle, Erdgas und Erdöl setzen wir den Fokus auf die erneuerbaren Energien und erläutern im Detail die Energiebereitstellung durch Sonnenlicht, Windenergie, Wasserkraft, Erdwärme und Biomasse.

Billig und reichlich vorhanden: Deutschlands Braunkohleressourcen würden für die nächsten 428 Jahre genügen. Die unkompliziert förderbaren Reserven, meist im Rheinland und in der Lausitz, reichen zumindest für 36 Jahre.
Das dunkle Sedimentgestein entstand vor etwa 300 Millionen Jahren durch Karbonisierung von Pflanzenresten. Schon im 19. Jahrhundert wurde es zur Herstellung von Stadtgas einsetzt. Die Energie wurde für die Straßenbeleuchtung sowie zum Kochen und Heizen verwendet. In Gaswerken gewann man das Stadtgas durch die Trockendestillation der Kohle. Im 20. Jahrhundert wurde das Stadtgas weitgehend durch Erdgas ersetzt.
Aus dem gegenwärtigen Energiemix ist Kohle trotz des hohen CO2-Ausstoßes kaum wegzudenken. Eingesetzt wird sie heute vorwiegend zur Wärmeerzeugung und zur Herstellung von elektrischer Energie. Für die Wärmeerzeugung wird die Kohle erst einmal verbrannt - es entstehen Kohlendioxid, Wasserdampf und andere Gase wie Schwefeldioxid. Um elektrische Energie herzustellen, wird dann mit Hilfe der Wärme Wasserdampf erzeugt, der wiederum Dampfturbinen antreibt.
Steinkohle und Braunkohle sind im Energiemix etwa gleich stark vertreten. Braunkohle wird heute fast ausschließlich als Brennstoff für die Stromerzeugung genutzt. Der Anteil der Förderung, der zu Briketts gepresst wird, ist erheblich zurückgegangen. Steinkohle ist dagegen ein Sammelbegriff für höherwertige Kohlen. Neben der Strom- und Wärmeerzeugung findet sie auch in der Stahlproduktion verstärkt Einsatz.
Kohlekraftwerke sind maßgeblich am Treibhauseffekt beteiligt. Bei der Verbrennung von Kohle wird eine beträchtliche Menge Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, wobei Braunkohlekraftwerke in dieser Hinsicht ungünstiger sind als Steinkohlekraftwerke. Die Freisetzung von CO2 kann bei der Kohleverbrennung nicht verhindert, sondern durch einen besseren Wirkungsgrad der Kraftwerke lediglich reduziert werden. Zudem ist das Schwefeldioxid, das vor allem bei der Verbrennung von Braunkohle entsteht, mitverantwortlich für den Sauren Regen. Bei modernen Stein- und Braunkohlekraftwerken werden die Abgase durch verschiedene Technologien gereinigt. Einige Modelle zur CO2-Abtrennung sind zur Zeit in der Versuchsphase und sollen die Kohleverbrennung unweltfreundlicher machen. Denn bis 2020 soll Deutschland 40 Prozent weniger CO2 produzieren als im Vergleichsjahr 1990. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace setzen sich daher schon seit Langem gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke ein. Als Grundlage der Versorgungssicherheit in Deutschland ist Kohle aber ein wichtiger Bestandteil des gegenwärtigen Energiemixes.

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